Rudolf Augstein

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Rudolf Karl Augstein - Pseudonyme waren u. a. Moritz Pfeil und Jens Daniel - (* 5. November 1923 in Hannover; † 7. November 2002 in Hamburg) war ein deutscher Journalist, Verleger, Publizist und der Gründer des Nachrichtenmagazins Der Spiegel.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Augstein wurde am 5. November 1923 in Hannover geboren. Seine Mutter war Gertrude Maria Augstein und sein Vater Friedrich Augstein, ein ehemaliger Kamerafabrikant und Fotokaufmann (Firma "Photo Augstein"). Augstein wuchs als jüngster Sohn unter sieben Geschwistern (fünf Schwestern, ein Bruder) in einer gutbürgerlichen Familie auf. Er besuchte ein humanistisches Gymnasium in Hannover und erlebte als Neunjähriger die Machtübernahme der Nationalsozialisten. Augsteins Vater erklärte seinem Sohn, dass Hitlers Politik das Ende Deutschlands bedeute. Am 23. April 1941 legte Augstein sein Abitur ab und absolvierte anschließend ein Volontariat beim "Hannoverschen Anzeiger". Im April 1942 begann für Augstein der Kriegsdienst als Funker. Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs war er Artilleriebeobachter. Im April 1945 wurde Augstein das Eiserne Kreuz 2. Klasse verliehen.

Nach Ende des Krieges übernahm Augstein zusammen mit dem Fotografen Roman Stempka und dem Redakteur Gerhard R. Barsch die Zeitschrift "Diese Woche" von den Briten. Diese war nach dem Vorbild der britischen "News Review" und der amerikanischen "Time" entwickelt worden. Am 4. Januar 1947 erschien die Erstausgabe des "Spiegels", des "Diese-Woche"-Nachfolgers. Augstein war zu diesem Zeitpunkt 23 Jahre alt. Im Januar 1949 wurde Augstein erstmals vor Gericht bestellt, als er im "Spiegel" geschrieben hatte, dass bei einer Hausdurchsuchung beim Kieler Ex-Agrarminister Erich Arp Fleischbüchsen gefunden worden waren. Augstein wurde freigesprochen. Nach verschiedenen Berichten im "Spiegel" über korruptionsverdächtige Geschäfte der Regierung ließ der damalige Verteidigungsminister Franz Josef Strauß am 26. Oktober 1962 Augstein und sieben andere Mitarbeiter unter Verdacht des Landesverrats festnehmen (siehe Spiegel-Affäre). Die Festnahmen lösten eine Welle der Empörung aus. Nach 103 Tagen Untersuchungshaft wurde Augstein im Februar 1963 entlassen, Strauß zog sich daraufhin zeitweise in die bayerische Landespolitik zurück. Man sprach bereits vom "Anfang des Endes" der Ära Adenauers, der auch im gleichen Jahr zurücktrat. Adenauer empfing Augstein noch kurz vor seinem Tod für ein Gespräch.

In den darauffolgenden Jahren veröffentlichte Augstein mehrere Bücher. 1972 und 1973 saß er für die FDP, der er seit 1955 angehört, im Bundestag. 1974 schenkte Augstein 50 Prozent des Unternehmens den Mitarbeitern des "Spiegels". 1988 führte er mit dem damaligen Parteichef der KPdSU, Michail Gorbatschow ein Gespräch über dessen Politik der Perestroika. Kurz vor der Maueröffnung am 9. November 1989 schrieb der "Spiegel"-Chefredakteur Erich Böhme einen Kommentar, "warum ich nicht wiedervereinigt werden möchte". Wenig später distanzierte sich Augstein von Böhmes Position. Obwohl er jahrelang die CDU-Politiker attackiert hatte, schrieb Augstein am 23. April 1990 im "Spiegel"-Kommentar: "Glückwunsch Kanzler". 1998 kündigte Augstein an, dass er sich 2003 komplett aus dem "Spiegel" zurückziehen wolle. Am 26. August 2002 schrieb er seinen letzten "Spiegel"-Kommentar über die Irak-Politik der USA.

Am 7. November 2002 starb Rudolf Augstein an den Folgen einer Lungenentzündung in Hamburg. Am 19. November 2002 wurde er auf Sylt beerdigt.

Augsteins Tochter Franziska ist ebenfalls Journalistin (Süddeutsche Zeitung), sein Sohn Jakob ist als Verleger tätig (Rogner & Bernhard).

Ehrungen und Titel

Werke

  • Preußens Friedrich und die Deutschen, 1968
  • Jesus Menschensohn, 1972
  • Überlebensgroß Herr Strauß. Ein Spiegelpunkt, 1980

Literatur

  • Jochen Bölsche, Rudolf Augstein: Schreiben, was ist, 2004
  • Otto Köhler, Rudolf Augstein : ein Leben für Deutschland /. - Vollst. Taschenbuchausgabe, München : Knaur-Taschenbuch, 2003
  • Dieter Schröder, Augstein, 2004

Weblinks

Bild:Wikiquote-logo.png Wikiquote: Rudolf Augstein – Zitate


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