Rotlichtmilieu
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Das Rotlichtmilieu ist eine soziale Umgebung (Milieu), welches im Umfeld des sexorientierten Gewerbes, etwa der Prostitution, anzutreffen ist und oft seinen Schwerpunkt in einem Rotlichtviertel hat.
Der Begriff Rotlichtmilieu wird in der Regel negativ wertend benutzt und soll meist ausdrücken, dass die Tätigkeit der einschlägigen Personen anrüchig ist.
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Bestandteile
Dem Rotlichtmilieu zugeordnet werden die Eigentümer, Betreiber und Mitarbeiter von Bordellen, Striptease-Bars und teilweise von Sexshops und Table-Dance-Bars.
Größere Ketten, etwa die von Beate Uhse gegründete Firma mit dem gleichnamigen Sexversand haben es geschafft, Sex außerhalb des Rotlichtmilieus zu kommerzialisieren. Im Bereich der Table-Dance-Bars versuchen Betriebe wie das Dollhouse den gleichen Weg einzuschlagen. Es wird eine Politik der Abgrenzung von der Prostitution betrieben. Damit soll der Betrieb seriöser erscheinen und eine größere Zahl von Benutzern ansprechen, nämlich auch diejenigen, die sich vom Rotlichtmilieu abgestoßen fühlen.
Mit dem Begriff Rotlichtmilieu wird meist auch kriminelles Verhalten (z.B. Drogenhandel, Menschenhandel, Erpressung) assoziiert. Insbesondere in Deutschland hatte der Boxsport ebenfalls eine enge Verbindung mit dem Rotlichtmilieu. Dies resultiert aus einer Zeit, in der die dortigen Konflikte noch mit bloßen Händen bereinigt wurden.
Begriff "Rotlicht"
Der Begriff "Rotlicht" bezieht sich hier auf die Roten Lichter, die in den Fenstern von Bordellen stehen. Die Assoziation zu "Rotlicht" basiert auf der biblischen Geschichte der Rahab, einer Prostituierten in Jericho, welche den Spionen des Josua half und ihr Haus mit einem scharlachroten Seil markierte.
Daher stammt auch der Begriff Rotlichtviertel (englisch: Red-light District), der Stadtteile kennzeichnet. Ein ähnlicher Begriff ist auch in der japanischen Sprache zu finden: akasen.
Machtverhältnisse im deutschen Rotlichtmilieu
Die Machtverhältnisse im deutschen Rotlichtmilieu sind charakterisiert von der Aufspaltung in Einflussbereiche jeweils ethnischer Gruppen.
Häufig werden Angehörige der betreffenden Volksgruppen gegen ihren Willen zum Mitwirken in den einschlägigen Aktivitäten gezwungen, oft mit Hinweis auf ihre schutzlosen Verwandten in den Heimatländern. Ein besonderes Problem ist, dass die häufig verallgemeinernde Berichterstattung in den Medien diese ethnischen Gruppen betreffend dazu führt, dass sich Angehörige dieser ethnischen Gruppen in der deutschen Bevölkerung einem Generalverdacht ausgesetzt sehen.
Bis in die 1970er Jahre war das Rotlichtmilieu in Deutschland fast ausschließlich von Deutschen kontrolliert. In den 1980er Jahren wuchs der Einfluss anderer ethnischer Gruppen, zu Beginn vor allem von Türken. In den 1990er Jahren, nach dem Fall des Eisernen Vorhanges, gewannen mehr und mehr osteuropäische Gruppierungen, vor allem Russen, an Einfluss. Inzwischen sind die meisten Rotlichtviertel, vor allem im städtischen Raum, von kriminellen Kosovo-Albanern kontrolliert, die als besonders brutal bekannt sind.
Bei der Entwicklung der Machtverhältnisse fand eine Art soziale Evolution statt: Die bestorganisiertesten und brutalsten Gruppen überlebten und gewannen immer mehr Kontrolle. Diesen Effekt fördern auch ungewollt Polizei und Justiz: Rechtliche Erfolge lassen sich fast immer nur gegen schlechter organisierte Gruppierungen erzielen, in deren Reihen etwa ein V-Mann platziert werden konnte.
Von der Polizei gefasste Täter aus dem Bereich der organisierten Kriminalität trauen sich in der Regel nicht bei der Polizei oder vor Gericht auszusagen, weil sie Repressalien bis hin zum Tod befürchten. Kritiker sind der Auffassung, dass die Polizei nicht in der Lage ist, einen angemessenen Schutz zu gewährleisten.



