Rosskastanienminiermotte

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Rosskastanienminiermotte
Bild:Cameraria ohridella 8413.jpg
Systematik
Überordnung: Neuflügler (Neoptera)
Ordnung: Schmetterlinge (Lepidoptera)
Familie: Miniermotten (Gracillariidae)
Unterfamilie: Echte Miniermotten (Gracilariinae)
Gattung: Cameraria
Art: Rosskastanienminiermotte
Wissenschaftlicher Name
Cameraria ohridella
Deschka & Dimic, 1985

Die Rosskastanienminiermotte (Cameraria ohridella), auch Balkan-Miniermotte genannt, ist ein Kleinschmetterling. Sie wurde in Europa erstmals 1984 in Mazedonien in der Nähe des Ohridsees entdeckt, 1994 in Österreich nachgewiesen und breitet sich sehr schnell weiter in Mitteleuropa aus. Es wird vermutet, dass die Art ursprünglich aus Asien stammt. Ihre extrem schnelle Vermehrung ist dadurch zu erklären, dass die Art keine natürlichen Feinde hat.

Inhaltsverzeichnis

Schadwirkung

In ihrem natürlichen Verbreitungsraum ist sie kein bemerkenswerter Schädling. In Mitteleuropa verursacht sie jedoch die so genannte "Kastanienkrankheit". Die Miniermotte befällt grundsätzlich die Weißblütige Rosskastanie (Gewöhnliche Rosskastanie, Aesculus hippocastanum L.), die in Mitteleuropa als Parkbaum kultiviert wird. In besonderen Fällen, beispielsweise bei starker Vermehrung, kann es zum Wirtswechsel kommen. Die Schädlinge sind schon an Berg- und Spitzahorn beobachtet worden. Ihre Eier wurden vereinzelt auch auf der Roten Rosskastanie (Aesculus pavia) gefunden, die jungen Larven sterben dort jedoch ab.

Die Falter schlüpfen etwa Mitte April. Die Weibchen legen hunderte Eier an der Oberseite des Blattes ab. Daraus entwickeln sich etwa 30 Larven, die sich rund zwei Wochen später in die Blätter bohren, um den Blattzellen Nährstoffe zu entziehen. Die Fraßgänge (Minen) der Larven führen zu einer schnellen Braunfärbung und zum langsamen Welken der Blätter schon im Sommer.

Die Raupen verpuppen sich und nach kurzer Zeit schlüpft der Falter. Dieser Zyklus wiederholt sich drei- bis viermal im Jahr. Die letzten Puppen überwintern im Blatt.

Bekämpfung

Es gibt zur Zeit keine unbedenklichen chemischen Präparate zur Bekämpfung, darum sollte im Herbst das gesamte Laub der Rosskastanie vernichtet werden, damit die Larven dieser Miniermottenart nicht überwintern können. Bisher ist noch kein Absterben der Bäume aufgrund des Befalls beobachtet worden. Jedoch existieren auch keine Langzeiterkenntnisse. Auf längere Sicht ist eine Schwächung der Bäume zu befürchten, da sie durch das Absterben der Blätter an der Assimilation gehindert werden.

Natürliche Feinde

Da die Rosskastanienminiermotte erst seit relativ kurzer Zeit in Mitteleuropa ausbreitet, gibt es keine Fressfeinde, die sich auf diese Tiere spezialisiert haben. Es wurden aber wiederholt Blau- und Kohlmeisen beobachtet, die zu bestimmten Zeiten in größeren Trupps in Kastanien Blatt für Blatt absuchen. Bei solchen Bäumen hält sich der Befall soweit in Grenzen, dass nur ein Teil der unteren Blätter vor dem Herbst abfällt. Blätter weiter oben weisen zwar die typischen Fraßspuren auf, sind aber ansonsten grün. Es wäre sicher sinnvoll, zumindest in Gärten und Parks o.ä. für ausreichend Nistmöglichkeiten für Meisen zu sorgen, um somit die Kastanien zu unterstützen. Durch eine Kombination von Meisenbrutkästen mit Fledermauskästen könnte erreicht werden, wenn sich Fledermäuse ansiedeln, dass auch nachts den Schädlingen nachgestellt wird.

Weblinks

Bild:Kastanienminiermotte.jpg

Bild:Commons-logo.svg WikiCommons: Rosskastanienminiermotte – Bilder, Videos oder Audiodateien


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