Roskosmos
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Die russische Raumfahrtbehörde Roskosmos (russisch: Роскосмос, frühere Namen: RAKA, Rosaviakosmos) hat ihren Sitz in Moskau im so genannten Sternenstädtchen. Zum Chef der Behörde wurde vom Premierminister im März 2004 General Anatoly Nikolajewitsch Perminov ernannt.
Ihre Raumfahrtbahnhöfe befinden sich in Plessezk bei Archangelsk/Russland, das langfristig zur Hauptbasis ausgebaut werden soll und in Baikonur in Kasachstan als bisherige Hauptbasis mit einem Pachtvertrag, da es nach dem Zerfall der UdSSR im Ausland liegt. Als mögliche Alternative für Baikonur wurde Swobodny im fernen Osten Russlands in Betracht gezogen. Eine Vielzahl von Raketenstarts erfolgte auch vom Startkomplex Kapustin Jar an der Wolga.
Lange Zeit unterhielt die Russische Raumfahrtbehörde die nach dem Absturz des amerikanischen "Skylab" einzige funktionierende Raumstation Mir, die trotz Finanzierungsschwierigkeiten sogar 10 Jahre länger als vorgesehen in Dienst stand, am Ende jedoch aufgegeben werden musste, da man sich auf die internationale Raumstation ISS konzentrieren wollte.
Russland beteiligt sich jetzt maßgeblich an der internationalen Raumstation ISS. Bemannte Raumfahrt wird mit Sojuskapseln durchgeführt. Trotz gelegentlicher Pannen gilt die russische Raumfahrt insgesamt als sehr zuverlässig, da sich schwere Unfälle bisher nur 1960, 24. April 1967 und 30. Juni 1971 ereigneten.
Raumfahrtprogramm 2006-2015
Am 14. Juli 2005 wurde das neue Raumfahrtprogramm für die Jahre 2006 bis 2015 von der russischen Regierung genehmigt, allerdings sollte noch bis zum 1. September 2005 nach weiteren Finanzierungsmöglichkeiten gesucht werden. Dieses Programm sieht die Investition von 305 Milliarden Rubel in den nächsten zehn Jahren vor, davon 23 Milliarden bereits im Jahr 2006. Diese Summe ist etwa 25 % höher als noch für das Jahr 2005 vorgesehene. Die Ausgaben sollen jedes Jahr um 6 % gesteigert werden. Weitere 130 Milliarden Rubel sollen in den nächsten zehn Jahren aus außerbudgetlichen Quellen wie der Industrie selbst einfließen. Die Höhe der Finanzierung der russischen Raumfahrt liegt somit in etwa auf dem gleichen Niveau wie die der indischen Weltraumbehörde ISRO. Am 22. Oktober 2005 wurde das Raumfahrtprogramm 2006-2015 von der russischen Regierung offiziell gebilligt.
Das neue Raumfahrtprogramm sieht in den Jahren bis 2008 vor allem die Vervollständigung des Satellitenparks durch neue Kommunikations-, Wetter-, Erdbeobachtungs- und wissenschaftliche Satelliten vor. Zudem soll der Bau neuer ISS-Module, die Fobos-Grunt Marsmission, die Venera-D Venusmission sowie die Modernisierung russischer Trägerraketen (Sojus-2 und Angara) finanziert werden. Auch das Kliper-Programm bekommt Geld, das Raumschiff soll bis 2012-2013 zur Verfügung stehen.
Siehe auch: Raumfahrt, Russische Akademie der Wissenschaften
Weblinks
- Offizielle Homepage der russischen Raumfahrtbehörde (nur rus.)
- Russische Raumfahrt bei Russianspaceweb.com (engl.)
- http://www.novosti-kosmonavtiki.ru/content/news.shtml (Raumfahrt-Nachrichten, russisch)
- http://www.cosmoworld.ru/spaceencyclopedia/ (Enzyklopädie der sowjetisch-russischen Raumfahrt, russisch)



