Pygmalioneffekt

aus Freepedia, der freien Wissensdatenbank

(Weitergeleitet von Rosenthal-Effekt)

Als Pygmalion-Effekt (nach der mythologischen Figur Pygmalion) oder Rosenthal-Effekt wird in der Psychologie ein Bereich des Lehrer-Schüler-Verhältnisses bezeichnet. So sollen sich demnach Erwartungen, Einstellungen, Überzeugungen sowie Vorurteile des Lehrers nach Art der "selbsterfüllenden Prophezeihung" auswirken. Hat der Lehrer bereits eine (vorweggenommene) Einschätzung der Schüler (etwa dumm, klug, usw.), so wird sich diese Ansicht im späteren Verlauf auch bestätigen. Dies wird dadurch möglich, dass der Lehrer seine Erwartungen in subtiler Weise den Schülern übermitteln kann (z.B. durch die Wartezeit auf eine Schülerantwort, durch Häufigkeit und Intensität von Lob oder Tadel, durch Beachtung von Schülern).

Im Jahre 1968 unternahmen der amerikanische Psychologe Robert Rosenthal und Lenore Jacobson zahlreiche (im Ergebnis wiederholt kritisierte) Untersuchungen im Bereich der Lehrer-Schüler-Interaktionen, daher wird der Sachverhalt auch "Rosenthal-Effekt" genannt.

Die Studien von Rosenthal konnte nur schwer repliziert werden. Nach Heckhausen tritt der Pygmalioneffekt nur unter folgenden Bedingungen auf: (1) der Schüler ist ein sog. Underachiever, er leistet derzeit also weniger, als ihm seine Fähigkeiten erlauben (2) der Lehrer hat bislang die Fähigkeiten des Schülers unterschätzt (3) der Schüler hat die Einschätzung des Lehrers auch übernommen, also internalisiert.

Weblinks



Views
'Persönliche Werkzeuge
Werkzeuge
Andere Sprachen
Ähnliche Links