Romandie

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Als Romandie oder Westschweiz bezeichnet man die französischsprachige Schweiz.

Die Romandie besteht aus den offiziell französischsprachigen Kantonen Genf, Waadt, Neuenburg und Jura sowie den frankophonen Teilen der zweisprachigen Kantone Wallis, Kanton Freiburg und Bern. Man nennt die Romandie auch Welschland.

Inhaltsverzeichnis

Unterschiedliche Innen- und Aussensicht

Da die Sprachregionen im politischen System der Schweiz nicht existent sind, handelt es sich um eine relativ diffuse kulturelle "Einheit" mit einem einzigen gemeinsamen Punkt: der gemeinsamen Sprache.

Die Bewohner der Romandie nennen sich selbst Romands und sehen sich als mehr oder weniger eigenständige kulturelle Einheit. Dadurch grenzen sie sich explizit einerseits von der restlichen Schweizer Bevölkerung ab (insbesondere den Deutschschweizern), andererseits aber auch von Frankreich.

Sprache

Die Kantone der Romandie sind erst relativ spät (1803 bzw. 1815) als souveräne Einheiten in die Schweizerische Eidgenossenschaft aufgenommen worden. Zu diesem Zeitpunkt hatten verschiedene Einflüsse, darunter die Reformation, die Eroberungen durch Bern und die Französische Revolution zuerst in den Städten, später auch in den ländlichen Gebieten die Mundartdialekte (Patois) bereits fast vollständig zum Verschwinden gebracht (1990 sprachen nur noch 2% der frankophonen Bevölkerung der Schweiz Patois).

Trotz der starken Normalisierung kennt das in der Romandie gesprochene Französisch einige Eigenheiten in der Aussprache und im Vokabular (auch regional). Neben den aus dem Patois stammenden Archaismen sind auch viele Germanismen bekannt, die insbesondere entlang der Sprachgrenzen verstärkt eingesetzt werden ("vattre et mouttre" statt "père et mère", "poutzer" statt "nettoyer" oder "speck" statt "lard" sind z.B. im Berner und Neuenburger Jura oft benutzte Ausdrücke). Im Grossen und Ganzen entspricht jedoch das schweizerische Französisch dem Standardfranzösisch.

Kulturelle Identität

Obwohl die "Welschen" von den Deutschschweizern oft als kulturell einheitlich und mit einer eigenen Mentalität ausgestattet angesehen werden, betrachten sich die Romands selbst eher als der Schweiz oder ihrem Herkunftskanton zugehörig als der "Romandie". Letztere sehen sie mehr als Interessengemeinschaft, denn als eigenständige kulturelle Einheit. Trotzdem wird die Existenz eines politisch-kulturellen Röstigrabens kaum in Frage gestellt.

Politisch ist Verbindung der Romands zu Frankreich gering, doch kulturell (im engeren Sinne) naturgemäss stärker: sie konsumieren französische Medien, Literatur usw., während sich die deutsche Schweiz eher nach (Süd-)Deutschland orientiert und die italienische Schweiz eher nach Oberitalien.

Literatur

  • André Thibault, Pierre Knecht: Dictionnaire suisse romand. Editions Zoé. Genf 1997.

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