Rollenspielabenteuer

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Ein Rollenspielabenteuer ist eine Publikationsform die ausschließlich im Rollenspielbereich Verwendung findet.

In ihr wird ein grobes Geschehnis etwa im Umfang einer Kurzgeschichte dargestellt und speziell für das Fantasy-Rollenspiel aufbereitet, indem Nicht-Spieler-Charaktere, Orte und Geschehnisse detaillierter und offener präsentiert werden.

Dies hat den Zweck, dass dem Spielleiter ein komfortabler Rahmen geboten werden soll, in dem er sich frei bewegen und auch Improvisation einbinden kann. Im Gegensatz zu einem Roman ist ein Rollenspiel ein interaktiver Prozess, dem eine rein chronologische Aneinanderreihung von Geschehnissen nicht gerecht wird.

Inhaltsverzeichnis

Präsentation

Eine besondere Herausforderung und den entscheidenden Unterschied zur herkömmlichen Literatur stellt die Art und Weise der Präsentation dar. Da es nicht möglich ist den Inhalt lediglich chronologisch darzustellen und mit etwaigen Spielwerten zu ergänzen, mussten andere Wege der Darstellung gefunden werden. Hier angesprochen werden jedoch nur gängige und offiziell publizierte Abenteuerformate. Am nächsten an die rein chronologische Darstellung halten sich die Publikationen des Schwarzen Auges. Dabei wird der Handlungsverlauf tatsächlich chronologisch aneinandergesetzt und mit Anhängen und Handouts ergänzt.

Jedoch wird die chronologische Anordnung durch Verzweigungen aufgebrochen und durch eine spezielle Aufbereitung rollenspielgerechter dargestellt. Die Publikationen lassen sich in drei untereinander gesetzte Bereiche unterteilen.

  • Zuerst kommt eine Allgemeine Information welche vom Spielleiter vorgelesen oder frei erzählt werden kann.
  • Die nun folgenden speziellen Informationen sollten den Spielern fast immer mitgeteilt werden, aber erst nach eigenständiger Handlung der Spieler herausgefunden werden.
  • Die sogenannten Meisterinformationen sind in erster Linie für den Spielleiter gedacht der ihren Inhalt meist indirekt einfügen sollte. Des Weiteren dient der Zeitplan dem Spielleiter für ein besseres Verständnis der Gesamtsituation.

Diese Art und Weise der Darstellung ermöglicht es, das Abenteuer nahezu ohne Vorbereitung zu spielen und richtet sich vor allen Dingen an Rollenspielneulinge, da es zwar eine einfache Art und Weise der Präsentation ist, Spieler und Spielleiter jedoch in ihrem Handlungsspielraum einschränkt.

Die meisten anderen Systeme nutzen eine freiere Präsentation des Abenteuers. Neben einer chronologischen Anordnung der Geschehnisse, finden sich die Nichtspielercharaktere, Orte und besondere Ereignisse getrennt beschrieben. Der Spielleiter kann die Nichtspielercharaktere also freier agieren lassen, die Spieler haben die Möglichkeit die meisten Orte zu jederzeit aufzusuchen und die chronologischen Ereignisse können quasi nebenher geschehen. Dies ermöglicht eine weitaus freiere Art des Rollenspiels, bedeutet jedoch auch einen erheblichen Mehraufwand des Spielleiters, da er den Inhalt sicherer beherrschen muss und im Spiel oft vor unerwartete Situationen gestellt werden kann.

Natürlich gibt es auch die Kombination von Plotorientierter und freier Präsentation. So kann das Abenteuer in mehrere Tage oder Handlungsabschnitte eingeteilt werden und innerhalb dieser eine Darstellung der für den Abschnitt wichtigen Orte, Personen und Geschehnisse geschehen. Ebenso kann ein Plotorientiertes Abenteuer durch separiert aufgeführte Nichtspielercharaktere freier gestaltet werden.

Zeitaufwand

Mut zur Lücke

Der Zeitaufwand den ein Abenteuer benötigt, ist kaum vorherzusehen. Hierbei kommt es auf die Art und Weise der Aktion und Interaktion der Spielgruppe an. Der fähige Spielleiter sollte Episoden, die der Rollenspielrunde besondere Freude bereiten, breiter ausführen und ungeliebte schnell abhandeln oder gar überspringen.

Berücksichtigung des Spielertypus

Des Weiteren ist nicht absehbar wie direkt der Weg der Spieler verläuft und wie schnell sie so das Abenteuer lösen können. Ebenso gibt es verschiedene Spielertypen. Manche versuchen ein Rätsel möglichst schnell zu lösen, während andere das charakter-orientierte Rollenspiel bevorzugen und viel Zeit auf die Interaktion mit Mitspielern und der Umgebung aufwenden ohne den Abenteuerplot direkt voranzubringen. Da es beim Rollenspiel auf den Spielspaß ankommt und nicht darauf ein Ziel zu erreichen, sind beide Arten des Spielens vollkommen legitim, bedeuten aber selbstverständlich einen vollkommen unterschiedlichen Zeitaufwand.

Kampagne oder Kurzabenteuer

Ebenso kommt es auf die Länge des Abenteuers an sich an. Manche enthalten einen relativ kurzen und knappen Plot, welcher am besten an einem Spielabend (etwa 4-7 Stunden) gespielt werden kann. Andere bieten einen Plot an der über mehrere Episoden aufgeteilt ist und sich so über mehrere Abende erstrecken kann und soll. Am umfangreichsten sind die Kampagnen. Diese bestehen aus zahlreichen Einzelepisoden und sind so konzipiert, dass sie viele Spielabende ausfüllen können. Dies macht einen besonderen Reiz aus, da die Charaktere so ein logisch verknüpftes Gesamterlebnis haben. Viele Spielleiter versuchen ein ähnliches Erlebnis zu erreichen, indem sie einzelne Abenteuer mehr oder minder logisch aneinander reihen. Der Unterschied zu einer Kampagne ist jedoch, dass die Abenteuer in einen Metakontext gestellt werden, während bei den Kampagnen zuerst der Metaplot steht und dann in Abenteuerepisoden eingeteilt wird.



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