Rodrigues

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Rodrigues (auch Rodriguez) ist eine Insel im Indischen Ozean, rund 560 km östlich von Mauritius gelegen. Die Hauptstadt des 109 km² großen Eilandes ist Port Mathurin, die Hauptsprache ist Französisch. Die Insel ist Teil der Inselkette der Maskarenen, politisch gehört sie zum Staat Mauritius. Die kleine Insel hat rund 40.000 Einwohner, die abgesehen von einer kleinen europäischen Minderheit, afrikanischer Herkunft sind. Umgangssprache ist ein französisches Kreolisch.

Geschichte

Die unbewohnten Maskarenen waren schon den Arabern bekannt, die Rodrigues Dina a Robi nannten. Benannt wurde die Insel schließlich nach Diego Rodrigues, einem Steuermann einer 1528 unter dem Befehl Pedro Mascarenhas fahrenden, kleinen portugiesischen Flotte, die die Inselgruppe für die Europäer entdeckte. 1601 landeten die Holländer auf dem Weg nach Osten auf der Insel. Im Gegensatz zu Mauritius wurde sie aber nie offiziell in Besitz genommen. 1691 versuchte eine Gruppe aus Frankreich geflohener Hugenotten eine protestantische Republik Namens Eden auf Rodrigues zu errichten. Durch Kämpfe mit den Holländern erreichten aber nur 8 Männer, unter der Führung von Francois Leguat, die Bucht von Mathurin. Nach zwei Jahren gaben sie jedoch auf und setzten nach Mauritius über, wo sie von den Holländern inhaftiert wurden. Später beherbergte die Insel eine Art Sträflingskolonie Frankreichs.

1761 wählte die Französische Akademie der Wissenschaften die Insel als Beobachtungspunkt für die Passage der Venus durch die Sonne aus. Der Mathematiker und Astronom Abbé Guy Pingré verbrachte deshalb vier Monate auf der Insel. Im gleichen Jahr kam es zu einem Angriffe der Briten in Rahmen des Siebenjährigen Krieges. Die im Hafen befindlichen französischen Schiffe wurden zerstört, die etwa 70 französischen Bewohner der Insel ohne Kontaktmöglichkeit zurückgelassen.

Auch in die nächste größere britisch-französischen Auseinandersetzung den Kriegen in Gefolge der Französischen Revolution war die entlegene Insel am Rande verwickelt. Um das strategisch wichtige Mauritius auf See zu blockieren, wurde Rodrigues von den Briten als Basis benutzt. 1809 wurde Rodrigues schließlich militärisch besetzt und offiziell okkupiert. Die Franzosen hatten sogar erwogen als Abschreckung eine Leprakolonie zu errichten. Im Jahr darauf diente es einer größeren britischen Streitmacht als Ausgangspunkt für eine Invasion der Inseln Reunion und Mauritius. Mit dem Vertrag von Paris 1814 kam Reunion zurück an Frankreich, Rodrigues verblieb mit Mauritius bei Großbritannien.

Anfang des 20. Jahrhunderts war das Leben auf Rodrigues angenehm, die Insel konnte die kleine Bevölkerung leicht ernähren, Fleisch und Fisch waren billig, die Krise der Zuckerrohrindustrie auf Mauritius, das einen großen Teil seiner Bevölkerung durch Abwanderung einbüsste, betraf die Nebeninsel nicht. Der Zweite Weltkrieg tangierte Rodrigues nur indirekt. Die Stationierung einer kleinen Militäreinheit für das seit 1901 installierte Telegrafenkabel durch den Indischen Ozean bescherte der Kolonie einen kleinen Wirtschaftsboom.

Bevölkerung und Wirtschaft

Wie in Mauritius blieb die Bevölkerung, trotz über 150 Jahren britischer Herrschaft, durch die Abstammung der herrschenden Oberschicht bis heute französisch geprägt. Eine Volkszählung von 1804 ergab eine Bevölkerung von 22 Europäern und 82 Sklaven die aus Madagaskar und Mocambique gekommen waren. Die Sklaven wurden erst 1839 freigelassen. In der Folge verdiente die afrikanische Bevölkerung ihren Lebensunterhalt zumeist durch Züchtung von Rindern und Schweinen. Der Export von Fleisch nach Mauritius war bis vor kurzem noch die wichtigste Einnahmequelle der Wirtschaft. Weitere wichtige Exportgüter waren (gesalzener) Fisch und Tabak.

Auf der Hauptinsel Mauritius wurden, nach Abschaffung der Sklaverei, zehntausende indische Kontraktarbeiter ins Land geholt um die Monokultur Zuckerrohranbau mit genügend Arbeitern zu versorgen. Heute stellt die Bevölkerung indischer Herkunft die deutliche Mehrheit der Bevölkerung von Mauritius. Auf Rodriguez spielte der Zuckerrohranbau nie eine so große Rolle, daher sind hier die Kreolen die große Mehrheit. Indische und chinesische Familien wanderten erst in den 1890ern ein und spielten bald ein wichtige Rolle im Handel.



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