Robotergesetze

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Die Robotergesetze wurden von Isaac Asimov schon in ”I, Robot“ (1950), einer Sammlung von Science-Fiction-Erzählungen, beschrieben und prägen die Auffassung was und wie ein Roboter sein sollte.

Für die von Asimov beschriebenen Roboter sind diese Gesetze bindend für ihre Entscheidungen und ihr Verhalten.

Diese Gesetze gelten zunächst für "literarische" Roboter, haben aber Einfluss auf die Programmierung heutiger Roboter genommen und sind in abgewandelter Form bei Wettbewerben von z. B. Reinigungsrobotern gültig. Heutige Industrieroboter werden ebenfalls schon nach diesen Gesetzen programmiert, wenn auch sich kaum einer der heutigen IR-Programmierer dessen so richtig bewusst ist.

Die Asimovschen Gesetze lauten (im Urtext):

  1. Ein Roboter darf keinen Menschen verletzen oder durch Untätigkeit zu Schaden kommen lassen.
  2. Ein Roboter muss den Befehlen der Menschen gehorchen - es sei denn, solche Befehle stehen im Widerspruch zum Ersten Gesetz.
  3. Ein Roboter muss seine eigene Existenz schützen, solange dieses sein Handeln nicht dem Ersten oder Zweiten Gesetz widerspricht.

Man beachte, dass die Gesetze hierarchisch aufgebaut sind.

In heutigen Industrierobotersteuerungen stellt sich das folgendermaßen dar:

  1. Das Erste Gesetz wird durch Sicherheitszonen, Schutzzäune, überwachte Schutztüren oder Lichtschranken realisiert. Wenn ein Mensch den Arbeitsbereich der Maschine betritt, wird ein Sicherheitshalt ausgelöst. Für unvorhersehbare Restrisiken ist eine Not-Aus-Funktion vorgesehen, welche alle gefährlichen Energien des Roboters beseitigt.
  2. Das Zweite Gesetz ist die Reaktion der Maschine auf den Werker, der den großen grünen Startknopf drückt. Klar, warum sollte die Industrie Roboter kaufen, wenn sie nichts Sinnvolles tun?
  3. Zu guter Letzt das Dritte Gesetz. Davon bekommen die wenigsten Personen etwas mit. Der Selbstschutz der Maschine wird so realisiert, dass man als Programmierer ruckartige Bewegungen vermeidet, also den Roboter fließende Bewegungen machen läßt. Dadurch werden Motoren und Getriebe geschont. Außerdem werden die Bewegungen dadurch schneller, weil nicht alle Augenblicke die Bewegung durch einen programmierten Halt unterbrochen wird. In der Industrie heißt das dann "Taktzeitoptimierung".

In "Robots and Empire" wurde ergänzend das "Nullte Gesetz" abgeleitet, und die anderen Drei Gesetze entsprechend modifiziert:

Null:
Ein Roboter darf die Menschheit nicht verletzen oder durch Passivität zulassen, dass die Menschheit zu Schaden kommt.
  1. Ein Roboter darf keinen Menschen verletzen oder durch Untätigkeit zu Schaden kommen lassen, außer er verstöße damit gegen das Nullte Gesetz.
  2. Ein Roboter muss den Befehlen der Menschen gehorchen - es sei denn, solche Befehle stehen im Widerspruch zum Nullten oder Ersten Gesetz.
  3. Ein Roboter muss seine eigene Existenz schützen, solange dieses sein Handeln nicht dem Nullten, Ersten oder Zweiten Gesetz widerspricht.

Anders als die Drei Gesetze ist das Nullte Gesetz jedoch kein fundamentaler Teil der positronischen Robotertechnik, ist kein Teil aller positronischen Roboter und verlangt einen sehr ausgeklügelten Roboter um es überhaupt zu akzeptieren. Asimov behauptete, dass die Drei Gesetze durch John W. Campbell in einem Gespräch vom 23. Dezember 1940 erfunden wurden. Campbell indes behauptete, dass er sie aus Asimovs Geschichten und Diskussionen herausgesucht hatte, und das seine Rolle lediglich darin bestand, diese explizit auszudrücken. Die Drei Gesetze erschienen nicht in Asimovs ersten zwei Roboter-Geschichten, "Robbie" und "Reason", aber das Erste Gesetz wurde in Asimovs dritter Roboter-Geschichte "Liar!" ausgedrückt, welche auch den ersten Auftritt der Roboterpsychologin Susan Calvin markierte. (Als "Robbie" und "Reason" in "Ich, Robot" einbezogen wurden, wurden sie aktualisiert, um die Existenz des Ersten bzw. der ersten zwei Gesetze zu erwähnen.) Jetzt gab es einen Hinweis auf die drei Gesetze in "Robbie", in dem Robbies Besitzer sagt: "Er kann nicht anders, als ergeben, liebevoll und gutmütig zu sein. Er ist eine Maschine, so gemacht." Die erste Story, die die drei Gesetze enthielt war "Runaround", die erstmals 1942 im "Astounding Magazine of Science Fiction" erschien.

Scheinen die Gesetze auch klar, so sind sie jedoch nicht "narrensicher" insbesondere, weil sie vom Menschen eben menschlich und damit unvollständig betrachtet werden.

Zu Asimovs zentralen Einsichten gehört, dass die Ethik die Hauptschutzvorrichtung für ein intelligentes Wesen ist und dass, wenn wir erst einmal mit ihrer Herstellung begännen, wir deshalb Ethik in unsere Roboter einbauen würden, um sie davon abzuhalten auf unkontrollierbare Amokläufe zu gehen - ebenso wie wir unsere Werkzeuge für den sicheren Gebrauch herstellen. Im gewissen Sinn sind die spezifischen Drei (Vier) Gesetze selbst ein technisches Detail, das Äquivalent der Roboter zu den Zehn Geboten. Es ist ein spezifisches ethisches System, aber nicht das einzig mögliche. In Asimovs Universum sind sie die Grundlage für die Roboter-Ethik und so absolut grundlegend für das Robothirn-Design, dass es praktisch unmöglich ist, einen Roboter ohne sie zu bauen. Asimov neigte dazu, anderen Leuten nicht zu erlauben, seine speziellen Gesetze der Robotik zu nutzen, seine wesentliche Erkenntnis jedoch -- dass Roboter ein eingebautes ethisches System haben werden, wird frei gebraucht.

Die Robotergesetze führen, wenn sie nicht in ihrer Gesamtheit betrachtet werden, zu Paradoxien, die in verschiedenen literarischen Werken und in Filmen dargestellt wurden.

In der 3. Folge der Fernsehserie Raumpatrouille - Die phantastischen Abenteuer des Raumschiffes ORION werden die Roboter zum Hüter des Gesetzes (Erstsendung: 15. Oktober 1966). So übernehmen sie die Herrschaft in einem Bergwerk, um die Menschen nach einem Streit davon abzuhalten sich weiter selbst zu verletzen (siehe Gesetz 1).
Ein ähnliches Roboterverhalten wird in dem von Asimovs Roman inspirierten Film I, Robot dargestellt.

Im Film Bicentennial Man (Der 200 Jahre Mann) wurden nach Aktivierung des Hausroboters Andrew die Asimovschen Gesetze als Intro vorgespielt. Auch das Verhalten von HAL in 2001: Odyssee im Weltraum lässt sich am besten aus der Perspektive der Robotergesetze "verstehen".

Asimov erfand weitere Begriffe, die heute allgemein in die Sciencefiction eingeflossen sind. So zum Beispiel »positronisch« als Gegensatz zu elektronisch (erstmals erwähnt in »Reason«, April 1941 in Astounding) oder »Robotik« (erstmals in »Runaround«, März 1942 in Astounding).

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