Robinsonade
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Der Ausdruck Robinsonade bezeichnet das literarische Motiv des Eingeschlossenseins auf einer Insel, also das Inselmotiv mit unerwünschtem Aufenthalt auf einer Insel, ein Motiv ganz im Gegensatz zur Idylle oder Utopie. Der Begriff ist in Anlehnung an den 1719 erschienenen Roman Robinson Crusoe von Daniel Defoe entstanden, gleichwohl zieht sich das Motiv durch die gesamte Weltliteratur.
So muss der schiffbrüchige Robinson versuchen, auf einer vermeintlich einsamen Insel zu überleben und die noch nicht untergegangenen Reste vom Wrack: Bücher, Kleidung, Werkzeug etc. zu retten, um sich damit selber vor dem Verrohen zu bewahren. Den Einheimischen, auf den er später stößt, nennt er "Freitag", nach dem Wochentag seines Auffindens. Grundsätzlich stellt der Roman die Frage nach dem Konflikt zwischen Natur und Kultur, Natürlichkeit und Zivilisation und löst ihn zugunsten der Zivilisation.
Gewisse Züge der Robinsonade finden sich weiter z. B. bei
- Philoktet
- Ariadne
- den Argonauten
- Odysseus
- Hagen im Kudrunepos
- Irland bei Tristan
- der mittelalterlichen Sindbaderzählung
- Aminta (Tasso)
- Harsdörffer: Der Schiffbruch (1651)
- Miguel Sánchez: La isla bárbara
in der Defoe – Robinson- Nachfolge z.B. bei
Literatur
- Reinhard Stach: Robinson und Robinsonaden in der deutschsprachigen Literatur. Eine Bibliographie. Königshausen und Neumann, Würzburg 1991. (Schriftenreihe der Deutschen Akademie für Kinder- und Jugendliteratur Volkach e.V.; 12) ISBN 3-88479-588-0
- Reinhard Stach: Robinsonaden. Bestseller der Jugendliteratur. Schneider-Verl. Hohengehren, Baltmannsweiler 1996 (Schriftenreihe der Deutschen Akademie für Kinder- und Jugendliteratur Volkach e.V., 18) ISBN 3-87116-489-5



