Robert Hohlbaum

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Robert Hohlbaum (* 28. August 1886 in Jägerndorf, (heute Krnov); † 4. Februar 1955 in Graz) war Bibliothekar, Schriftsteller und Dramatiker.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Hohlbaum betrachtete seine geografische und politische Herkunft stets als einen Auftrag im Sinne des sog. "Grenzlanddeutschtums“, so dass er sich folglich als „grenzdeutscher“ Schriftsteller empfand. In Graz und in Wien studierte er Germanistik (Promotion zum Dr. phil. 1910) und erfuhr durch seine burschenschaftlichen Aktivitäten eine deutlich nationale Prägung im großdeutschen Sinne. Seine berufliche Tätigkeit als wissenschaftlicher Bibliothekar in Wien bot ihm neben seinen schrifstellerischen Liebhabereien eine ausreichende materielle Absicherung. Außerdem war er als Autor dem Zirkel um die Zeitschrift „Muskete“ (Wochenschrift) verbunden. In dieser frühen Phase freundete er sich auch mit Mirko Jelusich und Rudolf Hans Bartsch an.

Weltkrieg und 20-er Jahre

Am Ersten Weltkrieg nahm er als k. u. k. Offizier bis 1918 teil. Vom Zusammenbruch der österreich-ungarischen Monarchie schwer getroffen, engagierte sich Hohlbaum politisch anschließend für die Großdeutsche Volkspartei. Hohlbaum wurde im weiteren Verlauf zu einer führenden Persönlichkeit im rechtsliberalen Literatur-Milieu der Ersten Republik.

Aufenthalt in Deutschland

Nach 1933 nutzte Hohlbaum seine privaten Verbindungen zu politischen Amtsträgern in Deutschland. Zwei Jahre vor dem Zweiten Weltkrieg (1937) wurde er deutscher Staatsbürger und übernahm in Duisburg die Leitung der Stadtbibliothek. 1942 wechselte er als Direktor an die renommierte Landesbibliothek (heute: Herzogin-Anna-Amalia-Bibliothek) nach Weimar. In dieser Zeit holte er auch seinen Kollegen und Freund Richard Dobel nach Thüringen. Im Krieg betrieb er energisch seine Berufung nach Wien, die er pro forma schon in der Tasche hatte, die aber kriegsbedingt nicht mehr zum Tragen kam. 1944 gab es ideologische Differenzen mit der Gauleitung in Thüringen, die schließlich zu seiner bibliothekarischen Beurlaubung führten. Hohlbaum begab sich anschließend auf eine Lesereise in seine Geburtsstadt Jägerndorf. Dort begegnete er auch dem Soldaten und Lyriker Hanns Cibulka, der ihn nach dem Zusammenbruch mehrfach in Weimar traf.

Letzte Lebensjahre

Hohlbaum, der nach 1945 kurzfristig als Hilfsgärtner und Ziegen-Hirte tätig sein mußte, blieb trotz unzähliger Zwangs-Umzüge in Weimar seinem Beruf als Schriftsteller treu und schrieb unter dem Titel Tedeum an einem Buch über Anton Bruckner. Nach vielen Schwierigkeiten wurde ihm 1951 die Rückkehr nach Österreich ermöglicht. Der einst gefeierte Hohlbaum starb schon wenige Jahre nach seiner Rückkehr 1955 in Graz, wo er als junger Mann studiert hatte.

Ehrungen und Preise

Werke

  • Der ewige Lenzkampf, 1913
  • Deutsche Gedichte. Ein Zyklus, 1916
  • Unsterbliche. Novellen, 1919
  • Die Amouren des Magister Döderlein, 1920
  • Grenzland, 1921
  • Franz Karl Ginzkey. Sein Leben und Schaffen, 1921
  • Fallbeil und Reifrock. Neue Novellen, 1921
  • Zukunft. Roman, 1922
  • Himmlisches Orchester, 1923
  • Die deutsche Passion, 1924
  • Der wilde Christian. Roman, 1925
  • Die Pfingsten von Weimar, 1926
  • Die Raben des Kyffhäuser. Der Roman der Burschenschaft und ihres Zeitalters, 1927
  • Das Paradies und die Schlange. Ein Roman aus Südtirol, 1928
  • Winterbrautnacht. Novellen, 1929
  • Das klingende Gift, 1930
  • Deutsches Leid in Österreich, 1930
  • Die Stunde der Sterne. Eine Bruckner-Novelle, 1930
  • König Volk, 1931
  • Der Mann aus dem Chaos. Ein Napoleon-Roman, 1933
  • Die Flucht in den Krieg, 1935
  • Der Held von Kolberg, 1935
  • Zweikampf um Deutschland. Roman, 1936
  • Fröhlicher Vormärz. Zwei Novellen, 1936
  • Grillparzer, 1938
  • Die stumme Schlacht. Roman, 1939
  • Der Kurfürst, 1940
  • Die Königsparade, 1942
  • Balladen vom Geist, 1943
  • Das letzte Gefecht, 1943
  • Symphonie in drei Sätzen. Novellen, 1943
  • Tedeum, 1950
  • Jesus-Legende, 1951
  • Der Heiratsvermittler, 1953
  • Der Zauberstab. Roman des Wiener Musiklebens, 1954

Literatur

  • Günter Burgmann: Robert Hohlbaum und Thüringen. In: Der Vertriebene (Erfurt). Heft 2 (Februar). 2005. S. 21.
  • Johann Sonnleitner: Die Geschäfte des Herrn Robert Hohlbaum. Die Schriftstellerkarriere eines Österreichers in der Zwischenkriegszeit und im Dritten Reich. Wien-Köln: Böhlau. 1989. (= Literatur in der Geschichte, Geschichte in der Literatur; 18) ISBN 3-205-05206-4
  • Tamfald [Jägerndorf]: In memoriam Dr. Robert Hohlbaum. In: Jägerndorfer Heimatbrief. 2005. [noch im Druck]

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