Robert F. Kennedy

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Robert Francis Kennedy (* 20. November 1925 in Brookline Massachusetts; † 6. Juni 1968 in Los Angeles), war ein jüngerer Bruder des ermordeten US-Präsidenten John F. Kennedy, der nach einer Karriere als Senatsjurist, Justizminister und Senator selbst das US Präsidentenamt anstrebte und dabei - in aussichtsreicher Position - ebenfalls einem Attentat zum Opfer fiel.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Robert Francis Kennedy ("RFK") war das siebente Kind von Joseph P. Kennedy und Rose Kennedy. Er studierte Rechtswissenschaften an der Harvard-Universität und der Universität von Virginia, wo er auch 1951 seinen Abschluss machte. Dazwischen diente er kurze Zeit in der Navy. 1952 leitete er zunächst den Wahlkampf seines Bruders John um einen Sitz im U.S.-Senat, später den um das Amt des US-Präsidenten.

Nach dem Sieg von John F. Kennedy 1961 berief ihn dieser als Justizminister in sein Kabinett. In diese Zeit fielen die Schweinebucht-Invasion und die Kuba-Krise, in deren Verlauf er sich zu einem der engsten Berater des Präsidenten entwickelte. Nach der Ermordung seines Bruders verließ er 1964 die Regierung und kandidierte für das Amt des Senators von New York. Er gewann den Wahlkampf gegen Kenneth Keating und war von 1965-1968 Senator.

1968 war Robert Kennedy aussichtsreicher Präsidentschaftskandidat der Demokraten. Nach dem Verzicht Präsident Lyndon B. Johnsons auf eine Kandidatur sah er sich dabei Senator Eugene McCarthy und Vizepräsident Hubert H. Humphrey gegenüber. Sein kurzfristig organisierter und oftmals improvisierter Wahlkampf stieß auf unerwartete Resonanz, und Kennedys Auftritte lösten einen Publikumsansturm aus, der in der Geschichte amerikanischer Vorwahlen ohne Beispiel war. Er hatte gerade die Vorwahlen in Kalifornien gewonnen, als er kurz nach Mitternacht des 5. Juni angeschossen wurde. Als Täter wurde der palästinensische Einwanderer Sirhan B. Sirhan am Tatort, der Kaltküche des "Ambassador Hotels" in Los Angeles, verhaftet. Kennedy starb einen Tag später an seinen Verletzungen. Sein angeblicher Mörder sitzt heute eine lebenslange Strafe im Staatsgefängnis von Corcoran, Kalifornien, ab.

In seinen Grundhaltungen war Robert F. Kennedy von Edith Hamilton beeinflusst. Er war entschiedener Gegner der Rassendiskriminierung, als Justizminister ein unerschrockener Kämpfer gegen die Mafia und später heftiger Kritiker der Vietnampolitik Lyndon B. Johnsons.


Zweifel an der (Allein-)Täterschaft Sirhan B. Sirhans

Sirhans Alleintäterschaft wurde schon früh durch Tatzeugen in Zweifel gezogen. Auch die näheren Umstände der Tat und viele Ungereimtheiten bei den polizeilichen Ermittlungen nähren bis heute den Verdacht, daß Kennedy einem Komplott zum Opfer fiel. So ergaben die Befunde des amtlichen Leichenbeschauers von LA County, Dr. Thomas Noguchi, keine Übereinstimmung der Schußwunden in Kennedys Körper mit der Position, aus der Sirhan auf den Senator gezielt hatte. Zudem wurden am Tatort mehr Patronenhülsen gefunden, als Sirhans Waffe halten konnte. Ein zweiter Schütze muß daher mit im Spiel gewesen sein, was den Tatbestand der Verschwörung erfüllen würde.

Aufgrund von Indizien und jahrelanger Recherchen, u.a. seines langjährigen Anwalts Lawrence Teeter (56; gest. 31.7.2005), behauptet Sirhan heute, unter unfreiwilliger Hypnose auf Kennedy geschossen zu haben - als bewußtseinsmanipulierter "robot assassin" im Sinne eines "Manchurian Candidate" - und daher tatsächlich unschuldig zu sein. Zu seinen Lebzeiten kämpfte Teeter vergeblich um eine Wiederaufnahme des Verfahrens gegen seinen Mandanten.

Hinweis: Die wichtigsten Primärquellen für die Diskussion um den RFK-Mord befinden sich in den "California State Archives" in Sacramento sowie in der "Robert F. Kennedy Assassination Archives Collection", einem Spezial-Archiv der Universität von Massachusetts, Dartmouth, das von Prof. Philip H. Melanson aufgebaut wurde, einem Politologen und Autor einer grundlegenden Studie zum Mordfall RFK ("The Robert F. Kennedy Assassination - Conspiracy and Cover-up", Shapolski, New York, 1991).


Privatleben

Während eines Ski-Urlaubs in Mont-Tremblant, Quebec, Canada im Winter 1945 lernte Robert die Schwester seiner Freundin Patricia, Ethel Skakel, kennen. Bobby and Ethel heirateten schließlich am 17. Juni 1950. Aus der Ehe gingen 11 Kinder hervor: Kathleen (* 1951), Joseph (* 1952), Robert (* 1954), David (* 1955, † 1984), Courtney (* 1956), Michael (* 1958, † 1997), Kerry (* 1959), Christopher (* 1963), Matthew (* 1965), Douglas (* 1967) und Rory (* 1968). Gerüchten zurfolge hatte Kennedy, wie auch sein Bruder John F., in den 1960ern eine Affaire mit Marilyn Monroe.


Zitate

  • "Was wir in den Vereinigten Staaten brauchen, ist nicht Spaltung, ist nicht Hass, ist nicht Gewalt und Gesetzlosigkeit, sondern Liebe, Weisheit, Mitgefühl füreinander und ein Gerechtigkeitsge-fühl für die in unserem Land, die leiden, seien sie nun weiß oder schwarz (...)." (Robert F. Kennedy in einer Rede nach der Ermordung des Bürgerrechtlers Martin Luther King jun. im April 1968)
  • "Was an Extremisten abzulehnen und gefährlich ist, ist weniger ihr Extremismus als ihre Intoleranz. Hier liegt das Übel nicht in dem, was sie über ihr eigenes Anliegen sagen, sondern in dem, was sie über ihre Gegner verbreiten." (aus: Bekenntnis zur Gerechtigkeit (The Pursuit Of Justice), 1964; dt. im Heyne-Verlag, 1966, S. 77)
  • "Die größte skandinavische Nation der Welt sind die USA. Die größte irische Nation der Welt sind die USA. Die zweitgrößte deutsche Nation der Welt sind die USA. Und ähnliches könnte man von anderen Gruppen der amerikanischen Bevölkerung sagen." (a.a.O., S. 79)

Veröffentlichungen

  • Gangster drängen zur Macht (Originaltitel: The Enemy Within). München, Scherz 1964
  • Der Weg zum Frieden. München, Droemer Knaur 1964
  • Bekenntnis zur Gerechtigkeit (Originaltitel: The Pursuit of Justice). Düsseldorf, Econ 1966
  • Freiheit und Verantwortung in der Demokratie. 38 Reden. Reinbek, Rowohlt 1967
  • Suche nach einer neuen Welt (Originaltitel: To Seek a Newer World). Gütersloh, Bertelsmann 1968
  • Thirteen Days. A Memoir of the Cuban Missile Crisis. New York, Norton 1969

Weblinks


Siehe auch:

Kennedy-Clan



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