Robert Edward Lee
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Robert Edward Lee, (* 19. Januar 1807 in Stratford, Virginia; † 12. Oktober 1870 in Lexington, Virginia) war ein General der US-Armee und im Sezessionskrieg (1861-1865) Oberbefehlshaber der Army of Northern Virginia in den Streitkräften der Südstaaten (Konföderierte Staaten von Amerika). Bild:Robert Edward Lee.jpg Lees Vater war der berühmte Lighthorse Harry Lee, der noch im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg gekämpft hatte. Lee war verheiratet mit Mary Custis Lee, einer Enkeltochter George Washingtons.
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Militärische Laufbahn
Er startete seine militärische Laufbahn 1825, als er in die amerikanische Militärakademie in West Point, New York eintrat. Diese verließ Lee 1829 als Zweitbester seines Jahrgangs (von insgesamt 46 Absolventen). Er war nicht nur derjenige, der die akademische Bestleistung erlangte, Lee war der erste Kadett, der die Akademie ohne einen einzigen Fehler abschloss. Er ging dann als Leutnant zu den Pionieren.
Lee diente 17 Monate in Fort Pulaski auf Cockspur Island im US-Bundesstaat Georgia. 1831 wurde er nach Fort Monroe in Virginia als assistant engineer abkommandiert. In dieser Zeit heiratete er Mary Anna Randolph Custis, die Enkeltochter Martha Washingtons. Sie lebten gemeinsam im Custis Mansion an den Ufern des Potomac in Arlington, gegenüber von Washington, D.C.. Aus der Ehe gingen drei Söhne und vier Töchter hervor.
Lee diente als assistant in the chief engineer's office in Washington von 1834 bis 1837. Im Sommer 1835 half er dabei, die Staatsgrenze zwischen Ohio und Michigan festzulegen. 1837 erhielt er schließlich sein erstes wichtiges Kommando. Als Oberleutnant der Pioniere überwachte Lee die Arbeiten am Hafen von St. Louis und an den oberen Flussläufen des Mississippi und Missouri. Als Ergebnis seiner dortigen Arbeit wurde er zum Hauptmann befördert. 1841 wurde Lee nach Fort Hamilton in New York Harbour abkommandiert, wo er die Verantwortung für den Bau der Befestigungsanlagen übernahm.
Lee bewährte sich im Mexikanisch-Amerikanischen Krieg von 1846 bis 1848. Er war einer von Winfield Scotts Haupthelfern beim Marsch von Veracruz nach Mexiko-Stadt. Er war wichtig bei einigen amerikanischen Siegen, indem er einen Weg fand, über den die Mexikaner angegriffen werden konnten und der von diesen nicht verteidigt wurde, weil er als unpassierbar galt.
Lee wurde nach der Schlacht von Cerro Gordo im April 1847 zum Major befördert. Er kämpfte auch bei den Schlachten in Contreras, Cherubusco und Chapultepec und wurde später verwundet. Zum Ende des Krieges wurde er zum Oberstleutnant befördert.
Nach dem Mexikanisch-Amerikanischen Krieg verbrachte Lee drei Jahre in Fort Carrol in Baltimore Harbor. Anschließend wurde er im Jahr 1852 Superintendent von West Point. Während seiner dreijährigen Tätigkeit dort verbesserte er die Gebäude, die Lehrgänge und verbrachte viel Zeit mit den Kadetten.
1855 wurde Lee Oberstleutnant des Zweiten Kavallerie Regimentes und zur texanischen Grenze gesandt. Dort half er beim Schutz der Siedler gegen die Angriffe der Apachen und Comanchen.
Dies waren nicht die glücklichsten Jahre Lees, da er nur ungern lange Zeit von seiner Familie getrennt verbrachte, besonders als seine Frau ernsthaft erkrankte. Er versuchte sie so häufig wie möglich zu Hause zu besuchen.
Zufällig befand sich Lee zur Zeit von John Browns Überfall 1859 auf Harpers Ferry, Virginia (heute West Virginia) in Washington. Ihm wurde dessen Verhaftung und die Wiederherstellung von Ruhe und Ordnung übertragen. Nachdem ihm dieses rasch gelungen war, kehrte Lee zu seinem Regiment nach Texas zurück. Als Texas 1861 von der Union abfiel, wurde er nach Washington, DC zurückbeordert um weitere Befehle abzuwarten.
Bürgerkrieg
Am 18. April 1861, kurz vor Beginn des Amerikanischen Bürgerkriegs, bot Staatssekretär Francis Blair Lee im Auftrag des Präsidenten Abraham Lincoln das Kommando über die Unionsarmee der USA an. Lee war ein Gegner der Sezession. Allerdings entschied er aus Loyalität gegenüber seinem Heimatstaat Virginia, sich der Konföderation anzuschließen. Als der Krieg ausbrach, wurde er zum Kommandeur aller Truppen Virginias ernannt. Er wurde einer der ersten fünf Generale der Konföderierten Streitkräfte. Nach seinem Kommando über die Konföderierten Kräfte im westlichen Virginia übernahm Lee die Verantwortung für die Verteidigung der Küste in Carolina. Im Anschluss an diese Aufgaben wurde er Militärberater bei Jefferson Davis, dem Präsidenten der Konföderierten Staaten von Amerika, den er seit seiner Zeit in West Point kannte.
Als Nachfolger des bei der Schlacht von Seven Pines am 1. Juni 1862 verwundeten Generals Joseph E. Johnston erhielt Lee das Kommando der Army of Northern Virginia und startete bald eine Reihe von Angriffen. Dieser Sieben-Tage Feldzug richtete sich gegen die Streitkräfte des Unions-Generals George B. McClellans, welche die Hauptstadt der Konföderation, Richmond, Virginia, bedrohten. Nach dem Rückzug McClellans schlug Lee am 30. August 1862 eine weitere Unions-Armee in der Zweiten Schlacht von Bull Run. Anschließend fiel er in Maryland ein, zog sich aber nach der entgangenen Vernichtung durch McClellans überlegene Truppen in der Schlacht von Antietam wieder zurück. Vom Misserfolg McClellans enttäuscht, Lees Armee zu zerstören, ernannte Lincoln Generalmajor Ambrose E. Burnside zum Kommandeur der Army of the Potomac. Burnside befahl einen Angriff über den Fluss Rappahannock bei der Schlacht von Fredericksburg. Verzögerungen beim Bau von Ponton-Brücken über den Fluss brachten Lees Armee genügend Zeit, um eine starke Verteidigung zu organisieren. Der schließlich ausgeführte Angriff am 12. Dezember 1862 endete in einem Desaster für die Unions-Streitkräfte. Lincoln ernannte daraufhin General Joseph Hooker zum Kommandeur der Army of the Potomac. Hookers Vorstoß nach Westen, um Lee in den Rücken zu fallen, wurde durch Lees und Jacksons wagemutige Entscheidung, ihre Armee zu teilen und Hookers Flanke anzugreifen Mai 1863 bei Chancellorsville, Virginia, zum Stehen gebracht. Es war ein überwältigender Sieg des Südens über die größeren Streitkräfte des Nordens. Allerdings zahlte Jackson hierfür einen hohen Preis, da er schwer verwundet wurde.
In der Hoffnung auf einen Sieg des Südens, der den Norden zwingen würde die Unabhängigkeit der Konfödertation anzuerkennen, marschierte Lee ein zweites Mal auf Unionsgebiet. Aber seine Versuche, die Unions-Streitkräfte in der Drei-Tage-Schlacht von Gettysburg, Pennsylvania, zu besiegen, schlugen fehl. Lee war genötigt sich zurückzuziehen und wurde, wie bereits nach Antietam, nicht energisch verfolgt. Nach seiner Niederlage in Gettysburg schickte Lee am 8. August 1863 ein Rücktrittsgesuch an Präsident Jefferson Davis. Dieser aber verweigerte Lees Ersuchen.
1864 versuchte der neue Oberkommandierende der Union Ulysses S. Grant Lees Armee zu vernichten und Richmond einzunehmen. Lee und seine Männer konnten jeden Vorstoß stoppen, aber Grant hatte genügend Charakter und Männer, um es jeweils ein wenig weiter östlich erneut zu versuchen. Es fanden Schlachten in Wilderness, Spottsylvania Courthouse und Cold Harbor statt. Nachdem es der Union nicht gelungen war, Petersburg, Virginia, einen wichtigen Eisenbahnknotenpunkt zur Versorgung der Hauptstadt Richmond, einzunehmen, kam es zur Belagerung von Petersburg (Juni 1864 bis April 1865).
Am 31. Januar 1865 wurde Lee zum kommandierenden General der Konföderierten Streitkräfte ernannt. Anfang 1865 drängte er zur Annahme eines Planes, der es Sklaven erlauben sollte in der Konföderierten Armee zu dienen. Als Anreiz sollten sie im Gegenzug ihre Freiheit erhalten können. Dieser Plan trat in der kurzen Zeit, die der Konföderation noch blieb, nie in Kraft.
Nachdem die Konföderierte Armee in monatelangen Kämpfen ermüdet worden war, nahmen die Unionstruppen am 2. April 1865 Petersburg ein. Lee gab die Verteidigung Richmonds auf und versuchte sich General Joseph Johnstons Armee in North Carolina anzuschließen. Seine Truppen wurden von der Unions-Armee umstellt und er kapitulierte gegenüber General Grant am 9. April 1865 am Appomattox Court House, Virginia.
Nachkriegszeit
Nach dem Krieg beantragte Lee die offizielle Nachkriegsamnestie. Sie wurde ihm allerdings nie gewährt, da der damalige Staatsekretär William H. Seward den Antrag direkt zu Akten legte; offenbar nahm er an, dass der Fall bereits bearbeitet würde. Lee interpretierte das Ausbleiben einer Antwort so, dass die Regierung sich das Recht vorbehalten wolle, ihn zu einem späteren Zeitpunkt vor Gericht zu stellen. Der Irrtum klärte sich erst auf, als das Dokument Jahrzehnte später gefunden wurde. Lees Beispiel, die Amnestie zu beantragen, war eine Ermutigung für viele andere ehemalige Konföderierte den Kriegsausgang zu akzeptieren und erneut Bürger der Vereinigten Staaten zu sein.
Lee hatte vor dem Krieg gemeinsam mit seiner Frau im Haus ihrer Familie, dem Custis-Lee Mansion, gelebt. Das Grundstück wurde während des Krieges von Truppen der Union konfisziert und 1864 zum Friedhof ernannt; heute ist es Teil des Arlington National Cemetery. Nach Lees Tod entschied ein Gericht, dass die Enteignung illegal gewesen sei. Die US-Regierung bot der Familie daraufhin an, das Grundstück zu kaufen und diese willigte ein.
Lee wurde am 2. Oktober 1865 Präsident des Washington College (heute Washington and Lee University) in Lexington (Virginia). Unter seiner Führung wurde das Washington College eines der ersten in den USA, welches Kurse in Wirtschaft, Journalismus und Spanisch anbot. Er starb am 12. Oktober 1870 in Lexington an einer Herzerkrankung.
1975 wurden Lee posthum durch einen Beschluss des US-Kongresses seine vollen Bürgerrechte zurückgegeben. Grund hierfür war die Entdeckung seines Treueeides durch einen Angestellten des National Archives im Jahr 1970.
Zitate
- There are few, I believe, in this enlightened age, who will not acknowledge that slavery as an institution is a moral and political evil.
- It is well that war is so terrible - otherwise we should grow too fond of it. (Schlacht von Fredericksburg, 13. Dezember 1862)
- We must forgive our enemies. I can truly say that not a day has passed since the war began that I have not prayed for them. (aus A Life of General Robert E. Lee von J. E. Cooke)
- My experience of men has neither disposed me to think worse of them, or indisposed me to serve them; nor in spite of failures, which I lament, of errors which I now see and acknowledge; or of the present aspect of affairs; do I despair of the future. The truth is this. The march of Providence is so slow, and our desires so impatient; the work of progress is so immense and our means of aiding it so feeble; the life of humanity is so long and are thus discouraged. It is history that teaches us to hope.
- My experience through life has convinced me that, while moderation and temperance in all things are commendable, abstinence from spiritous liquors is the best safeguard of morals and health.
- Lees Definition eines Gentleman:
- The forebearing use of power does not only form a touchstone, but the manner in which an individual enjoys certain advantages over others, is a test of a true gentleman. The power which the strong have over the weak, the magistrate over the citizen, the employer over the employed, the educated over the unlettered, the experienced over the confiding, even the clever over the silly; the forebearing and inoffensive use of all this power or authority, or a total abstinence from it when the case admits it, will show the gentleman in a plain light. The gentleman does not needlessly and unnecessarily remind an offender of a wrong he may have committed against him. He cannot only forgive, he can forget; and he strives for that nobleness of self and mildness of character, which imparts sufficient strength to let the past be but the past. A true man of honor feels humbled himself when he cannot help humbling others
- Lees Ansichten zur Niederlage und Wiedereingliederung in die Vereinigten Staaten in einem Brief an den ehemaligen Gouverneur von Virginia Letcher nach dem Krieg:
- The questions which for years were in dispute between the State and General Government, and which unhappily were not decided by the dictates of reason, but referred to the decision of war, having been decided against us, it is the part of wisdom to acquiesce in the result, and of candor to recognize the fact.
- The interests of the State are therefore the same as those of the United States. Its prosperity will rise or fall with the welfare of the country. The duty of its citizens, then, appears to me too plain to admit of doubt. All should unite in honest efforts to obliterate the effects of war, and to restore the blessings of peace. They should remain, if possible, in the country; promote harmony and good feeling; qualify themselves to vote; and elect to the State and general Legislatures wise and patriotic men, who will devote their abilities to the interests of the country, and the healing of all dissensions. I have invariably recommended this course since the cessation of hostilities, and have endeavored to practice it myself.
Weblinks
| Bild:Commons-logo.svg | WikiCommons: Robert E. Lee – Bilder, Videos oder Audiodateien |
- Literatur von und über Robert Edward Lee im Katalog der DDB
- Douglas Southall Freeman, R.E. Lee (älteres Standardwerk, frei zugänglich)
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Lee, Robert Edward |
| ALTERNATIVNAMEN | |
| KURZBESCHREIBUNG | General der US-Armee und Oberbefehlshaber der Südstaaten-Streitkräfte im Sezessionskrieg |
| GEBURTSDATUM | 19. Januar 1807 |
| GEBURTSORT | Stratford, Virginia |
| STERBEDATUM | 12. Oktober 1870 |
| STERBEORT | Lexington, Virginia |



