Risspilze

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Risspilze
Bild:Inocybe rimosa.jpg
Systematik
Klasse: Ständerpilze (Basidiomycetes)
Unterklasse: Hutpilze (Agaricomycetidae)
Ordnung: Blätterpilze (Agaricales)
Familie: Schleierlingsartige (Cortinariaceae)
Gattung: Risspilze
Wissenschaftlicher Name
Inocybe
(Fr.) Fr.
Untergattungen
  • Inosperma
  • Inocibium
  • Clypeus

Es gibt in Mitteleuropa über 160 verschiedene Arten Risspilze. Sie gehören zur großen Pilzfamilie Schleierlingsartige. Die meisten Arten sind giftig oder giftverdächtig. Es gibt unter den Risspilzen keine Speisepilze.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

  • Die Hutform ist meist kegelig oder gebuckelt, die Ränder des Hutes reißen mit zunehmenden Alter gerne ein.
  • An der Oberfläche sind die Hüte oft faserig bis filzig.
  • Es handelt sich bei den meisten Arten um dünnfleischige Pilze.
  • Die Lamellen sind immer ausgerandet bis ausgebuchtet, ihre Farbe ist in jungem Zustand hellgrau bis fast weiß, später graubraun oft mit gelblich-grünen Tönungen.
  • Der Stiel ist ohne Ring, an der Basis oft verdickt bis knollig und weißlich gefärbt.
  • Die Sporenfarbe reicht von Ocker bis Tabakbraun.
  • Vorkommen: Die Risspilze leben in Ektomykorrhiza mit Laub- und Nadelbäumen.

Toxizität

Die meisten Risspilze enthalten Muscarin. Besonders hohe Konzentrationen dieses Giftes finden sich im Ziegelroten Risspilz (0,037%). Der Kegelige Risspilz enthält immerhin noch 0,01%. Die Gehalte variieren abhängig von Art, Rasse und Standort.

Nach Vorlage:Lit: Roth, Frank, Kormann (1990) werden ungefähr 2% aller Pilzvergiftungen durch muscarinhaltige Pilze verursacht. Die Letalität beträgt bei diesen Vergiftungen knapp 8%.

Symptome einer Muskarinvergiftung siehe Pilzvergiftung, Gegengift ist Atropin.

Einige Risspilzarten enthalten auch Psilocybin. Aufgrund der hohen Verwechslungsgefahren mit den ähnlichen stark giftigen Verwandten sind diese Arten als Rauschdroge nicht zu verwenden.

Systematik

Die Risspilze werden nach Bon (2005) in drei nachfolgende Untergattungen mit Sektionen (mit Beispielarten) eingeteilt:

  • Untergattung: Inosperma - Ohne kristalltragende Zystiden
    • Sektion: Depauperatae
    • Sektion: Cervicolores
    • Sektion: Rimosae
      • Kegeliger Risspilze (I. rimosa) - Eine Vergiftung durch den Kegeligen Risspilz macht sich durch Schweißausbrüche und schwere Bauchkoliken bemerkbar. Er ist einer der häufigsten Risspilze und erscheint von Juli bis Oktober in Wäldern und Parks.
      • Ziegelroter Risspilz (I. erubescens) - Man erkennt ihn daran, dass er sich auf Druck ziegelrot verfärbt. Der Hut ist besonders im Alter tief eingerissen. Er befindet sich oft in der Nähe von Laubbäumen und erscheint von Mai bis Juli, weshalb er oft mit dem Mairitterling verwechselt wird. In letzter Zeit ist er recht selten gewurden.
  • Untergattung: Inocibium - Mit dickwandigen, kristalltragenden Pleurozystiden.
  • Untergattung: Clypeus - Sporen höckerig oder sternförmig

Literatur

  • Marcel Bon: Pareys Buch der Pilze, Kosmos (Franckh-Kosmos), 2005. ISBN 3440099709
  • Roth, Frank, Kormann: Giftpilze, Pilzgifte - Schimmelpilze, Mykotoxine. Nikol, Hamburg, 1990. ISBN 3-933203-42-2

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