Riesenlemuren
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Die Riesenlemuren (Megaladapis) sind eine Gattung ausgestorbener Primaten Madagaskars. Sie werden auch als Koalalemuren bezeichnet. Ihre nächsten lebenden Verwandten sind die Wieselmakis.
Die Riesenlemuren starben am Endes des Pleistozän aus. Sie hatten eine ähnliche Gestalt wie das zu dieser Zeit in Südamerika lebende Riesenfaultier, besaßen aber langgliedrige Finger anstelle von Krallen und kamen an deren Größe und Gewicht (bis zu einigen Tonnen) nicht heran. Sie hatten ein schwarz-weiß-graues Fell, die Augen blickten seitwärts (wie bei Pferden) und auch das Gebiss besaß große Mahlzähne wie die heutiger Gras- und Blätterfresser.
Trotz ihres Gewichtes waren die Riesenlemuren hervorragend an das Leben auf Bäumen angepasst. Am Boden konnten sie sich wahrscheinlich jedoch nur langsam und schwerfällig bewegen. Dies könnte auch ein Grund für ihr Aussterben sein, denn am Ende des Pleistozän gab es auf Madagaskar einige schwere Dürreperioden, so dass die Riesenlemuren wohl nicht mehr genügend Nahrung auf den Bäumen fanden und gezwungen waren, sich auf dem Boden auf Nahrungssuche zu begeben.
Zu diesem Zeitpunkt trafen außerdem die ersten Menschen auf Madagaskar ein, und trugen wahrscheinlich durch Bejagung und Brandrodung mit zum Aussterben des Riesenlemurs bei.
Es gab drei Arten:
- Megaladapis edwardsi
- Megaladapis grandidieri
- Megaladapis madagascariensis
M. edwardsi war der größte bekannte Feuchtnasenaffe. Er erreichte eine Länge von 1,5 m und ein Gewicht von rund 50 bis 80 kg. Er hatte eine lange, fast schweineartige Schnauze und kräftige Krallen, mit denen er auf großen Bäumen kletterte. Seine Bewegungen könnten denen eines Koalas geähnelt haben.
Megaladapis hat sich wahrscheinlich von Blättern ernährt.
Fossile Überreste von Megaladapis wurden in ganz Madagaskar gefunden, sie sind rund 2000 bis 1000 Jahre alt. Das Aussterben dieser Tiere steht mit der Besiedelung Madagaskars in Verbindung, die malaiischen Einwanderer rodeten Wälder und jagten die riesenhaften Tiere, sodass sie wohl vor Ankunft der Europäer ausgerottet waren. Es gibt allerdings Berichte über Sichtungen noch aus dem 17. Jahrhundert.



