Riesengleiter
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||||||
| Cynocephalus | ||||||||||||||||
| Arten | ||||||||||||||||
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Die Riesengleiter (Dermoptera), auch Pelzflatterer oder Gleitflieger genannt, sind eine zur Gruppe der Euarchontoglires gezählte Ordnung der höheren Säugetiere. Die Ordnung umfasst eine einzige Familie (Cynocephalidae) mit zwei Arten: dem Philippinen-Gleitflieger (Cynocephalus volans) und dem Malaien-Gleitflieger (C. variegatus).
Inhaltsverzeichnis |
Verbreitung
Riesengleiter leben in Südostasien, das Verbreitungsgebiet des Malaien-Gleitfliegers umfasst Thailand, Malaysia und das westliche Indonesien, der Philippinen-Gleitflieger kommt auf den südlichen Philippinen vor.
Beschreibung
Auffälligstes Merkmal der Riesengleiter ist eine Gleitmembran, die sich vom Nacken über die Krallen der Vorder- und Hinterfüße erstreckt und auch den Schwanz mit einschließt. Diese Membran ist damit größer als die anderer gleitfähiger Säugetiere (wie Gleithörnchen oder Gleitbeutler). Sie ist an der Oberseite grau oder braun gefärbt und mit hellen Flecken durchzogen, die Unterseite ist heller und fleckenlos. Die Gliedmaßen dieser Tiere sind lang und schlank, die Finger enden in scharfen Krallen. Der Kopf ist breit, er weist kleine Ohren und große Augen auf. Die Zähne der Gleitflieger sind klein, ihre Zahnformel lautet 2/3-1/1-2/2-3/3, insgesamt haben sie 34 Zähne. Die Schneidezähne des Unterkiefers bilden einen Zahnkamm, ein Merkmal, das sich in ähnlicher Form auch bei den Feuchtnasenaffen findet.
Riesengleiter erreichen eine Kopfrumpflänge von 34 bis 42 cm, dazu kommt noch ein 17 bis 27 cm langer Schwanz, und ein Gewicht von 1 bis 2 kg.
Lebensweise
Riesengleiter sind ausgeprägte Baumbewohner, die fast nie auf den Boden kommen. Ihr Lebensraum sind Regenwälder, aber auch vom Menschen angelegte Gebiete wie Plantagen. Sie sind langsamere Kletterer, die vorwiegend mit den Hinterbeinen kopfunter an den Ästen hängen und sich auch auf diese Weise fortbewegen. Im Bedarfsfall spannen sie ihre Membran auf und können damit Distanzen bis zu 100 m gleitend zurücklegen. Es sind nachtaktive Tiere, die den Tag in Baumhöhlen oder im Blätterdickicht schlafend verbringen. In der Nacht begeben sie sich auf Futtersuche, wobei sie oft jede Nacht zu denselben Bäumen gleiten. Obwohl sie generell Einzelgänger sind, kann man mehrere Tiere an einem Baum beobachten.
Nahrung
Riesengleiter sind reine Pflanzenfresser, die vorwiegend Blüten, Blätter, Knospen und Früchte zu sich nehmen.
Fortpflanzung
Nach rund 60-tägiger Tragzeit kommt meist ein, selten zwei Jungtiere zur Welt. Diese sind auffallend unterentwickelt – fast beuteltierartig - und werden von der Mutter in der gefalteten Gleitmembran geborgen. Riesengleiter dürften eine hohe Fortpflanzungsrate haben, oft kommt das nächste Jungtier zur Welt, bevor das alte entwöhnt ist. Über Alter der Geschlechtsreife oder Lebenserwartung ist nichts bekannt.
Riesengleiter und Menschen
Da sich Riesengleiter oft in Plantagen einnisten und dort Knospen und Früchte verzehren, gelten sie als Plage. Da sie jede Nacht die gleiche Route wählen, sind sie relativ leicht zu jagen. Wie viele andere Regenwaldbewohner leiden sie am Verlust ihres natürlichen Lebensraumes durch Waldrodungen. Der Philippinen-Gleitflieger gilt als gefährdet, der Malaien-Gleitflieger kommt häufig vor und ist nicht bedroht.
Systematik
Die systematische Einteilung dieser Gruppe war lange umstritten, man betrachtete sie als Verwandte der Insektenfresser oder Fledertiere. Jüngere molekulargenetische Untersuchungen teilen sie den Euarchontoglires zu, wo sie das Schwestertaxon der Primaten bilden. Die Ordnung ist fossil seit dem Paläozän belegt, Reste von Planetetherium mirable, einer verwandten Art, wurden auch in Nordamerika gefunden.



