Riesenfaultier

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Als Riesenfaultiere werden eine Reihe ausgestorbener Faultierarten bezeichnet. Diese lebten auf dem amerikanischen Kontinent und erreichten zum Teil ein Gewicht von mehreren Tonnen, einige Arten sind erst am Ende des Pleistozäns ausgestorben. Kryptozoologen haben, inspiriert von indianischen Legenden über den Mapinguari, wiederholt bis heute überlebende Exemplare gesucht, ohne Erfolg. Jedoch sind die Tiere auf Hispaniola und Kuba möglicherweise erst um 1550 ausgestorben. Eine interessante Parallelevolution stellt der Riesenlemur auf Madagaskar dar, der einen ähnlichen Körperbau wie einige Riesenfaultiere besaß und sich nur in Details, wie der Stellung der Augen und Fingern statt Krallen unterschied und nur wenig später ausstarb.

Inhaltsverzeichnis

Megatherium

Megatherium war ein elefantengroßes, eiszeitliches Säugetier Südamerikas. Es ist seit dem Ende des Pleistozän ausgestorben. Bedeutende Fundstellen sind zum Beispiel in Patagonien. Durch das jetzt trockene und kalte Klima in Patagonien konnten im gut erhaltenen Dung dieser Tiere sogar die Darmbakterien bestimmt werden. Zu Lebzeiten des Riesenfaultiers herrschte ein warmes Klima mit großen Waldvorkommen.

Das Riesenfaultier erreichte eine Größe von bis zu 5 Metern und wog mehrere Tonnen. Auf dem Boden konnte es sich wahrscheinlich aufgrund seiner klobigen Gestalt nur mühsam und relativ langsam bewegen. Die Art seiner Fortbewegung ist noch heute in versteinerten Fußabdrücken erhalten. Ein gut erhaltener Rückstand der durch zahlreiche kugelförmige Knocheneinlagerungen gepanzerten Haut, an der zum Teil auch noch Haare vorhanden sind, ist zum Beispiel im Museum für Naturkunde in Berlin ausgestellt.

Die Gründe für das Aussterben des Tieres liegen im Unklaren. Es existieren Theorien über Infektionskrankheiten und über Bejagung durch Menschen.

Weitere Megatheriidae

Megatherium wird in die Familie der Megatheriidae innerhalb der Faultiere eingeordnet. Weitere bekannte Arten dieser Familie waren Eremotherium eomigrans, dessen Überreste in Florida gefunden wurden und der eine Länge von 6 Metern erreichte. Kleinere Gattungen der Megatheriidae waren beispielsweise Hapalops und Nothrotheriops, die rund 1,2 Meter lang wurden.

Megalonychidae

Zur Familie der Megalonychidae gehören auch die rezenten Zweifinger-Faultiere. Ausgestorbene Arten dieser Familie sind zum Beispiel Megalonyx jeffersonii, dessen Überreste bereits 1796 in Kentucky gefunden wurden und die zu den ältesten bekannten Fossilienfunden überhaupt zählen sowie einige ausgestorbene Arten der Großen Antillen.

Mylodontidae

Die Mylodontidae bilden eine Gruppe kleinerer Riesenfaultiere. Die größten Vertreter, die Gattung Mylodon, erreichten eine Länge von 3 m und die Größe eines Stiers. Überreste wurden von dem deutschen Abenteurer Hermann Eberhard 1895 in einer Höhle östlich des Torres del Paine-Nationalparks in Chile gefunden. Diese lassen vermuten, dass diese Tiere vor rund 11.000 Jahren ausgestorben sind. Eine verwandte Art, Paramylodon harlani, wurde in der La Brea-Teergrube in Los Angeles gefunden.

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