Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität
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Die Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität in Bonn zählt zu den größten und zu den bedeutendsten Hochschulen in Deutschland. Sie genießt den Ruf einer traditionsbewussten Forschungsuniversität von internationalem Rang. Im Sommersemester 2005 hatte die Universität Bonn 30.375 Studentinnen und Studenten.16.128 davon waren weiblich. 5.110 Studenten kamen aus anderen Ländern.
Geschichte
Vorgänger der Bonner Universität war die Kurkölnische Universität die 1777 als Akademie mit den 4 Fakultäten für Gottes-, Rechts-, Arznei- und Weltgelehrtheit gegründet wurde. 1784 verlieh Kaiser Joseph II. das Recht zur Verleihung des im ganzen Reich anerkannten Grades des Licentiaten und des Doktors, damit stieg die Akademie zur Universität auf. 1798 wurde die Kurkölnische Universität durch die Angliederung des linken Rheinufers durch die Franzosen aufgehoben.
Die Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn am Rhein wurde am 18. Oktober 1818 von König Friedrich Wilhelm III als fünfte preußische Universität neben der Humboldt-Universität zu Berlin, der Universität Königsberg, der Universität Halle (Saale) und der Universität Breslau gegründet. Anlass für die Gründung war der Wille, für die beiden neuen preußischen Provinzen Rheinland und Westfalen eine akademische Ausbildungsstätte zu schaffen. Die Wahl fiel aus mehreren Gründen auf Bonn: Zunächst war durch die beiden leerstehenden erzbischöflichen Schlösser hier ein für den Anfang ausreichendes Raumangebot vorhanden. Dann wollte man ein deutliches Zeichen für einen Neuanfang auch im universitären Bereich setzen. Daher wurde weder die Kölner Universität noch die Duisburger Universität wiederbegründet. Ausserdem hattte die kurkölnische Universität als Vorläufer zwar nur wenige Jahre Bestand, doch galt sie als eine Universität, die von der Aufklärung geprägt war, was gut in die preußischen Bildungsideale passte.
- 1777 Gründung der Kurfürstlichen Akademie Bonn
- 1783 Gründung der Kurkölnischen Universität Bonn
- 1798 Aufhebung der Kurkölnischen Universität Bonn
- 18. Oktober 1818 Gründung
- 18. Oktober 1944 Ein Bombenangriff zerstört das Hauptgebäude der Universität
- 9. Juli 2005 Erste Zentrale Absolventenfeier auf der Hofgartenwiese
Fakultäten
- Katholisch-Theologische Fakultät
- Evangelisch-Theologische Fakultät
- Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät
- Medizinische Fakultät
- Philosophische Fakultät
- Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät
- Landwirtschaftliche Fakultät
Angegliederte Institute
Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät
Fachbereich Rechtswissenschaften
- Deutsche Rechtsschule Warschau
- DFG-Graduiertenkolleg "Rechtsfragen des europäischen Finanzraums"
- Institut für das Recht der Wasser- und Entsorgungswirtschaft
- Max-Planck-Institut zur Erforschung von Gemeinschaftsgütern/MPI
- Zentrum für Europäische Integrationsforschung/Center for European Integration Studies/ZEI
- Zentrum für Europäisches Wirtschaftsrecht
- Zentrum für Entwicklungsforschung/Center for Development Research/ZEF
Fachbereich Wirtschaftswissenschaften
- Bonn Graduate School of Economics/BGSE
- Graduiertenkolleg "Quantitative Ökonomie"
- Institut zur Zukunft der Arbeit/Institute for the Study of Labor/IZA
- Laboratorium für experimentelle Wirtschaftsforschung
- Max-Planck-Institut zur Erforschung von Gemeinschaftsgütern/MPI
- Zentrum für Europäische Integrationsforschung/Center for European Integration Studies/ZEI
- Zentrum für Entwicklungsforschung/Center for Development Research/ZEF
Nobelpreisträger
- Wolfgang Paul (1913 - 1993), Nobelpreis für Physik 1989
- Reinhard Selten (*1930) Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften 1994
Bekannte Gelehrte
- Friedrich Wilhelm August Argelander (1799 - 1875), Astronomie
- Ernst Moritz Arndt (1769 - 1860), Geschichtswissenschaft
- Karl Barth (1886 - 1968), Theologie
- Bruno Bauer (1809 - 1882) Theologie
- Ernst Robert Curtius (1886-1956), Romanist
- Udo Di Fabio (1954), Rechtswissenschaften
- Werner Flume (1908), Rechtswissenschaften
- Erich Grässer (1927), Theologie
- Felix Hausdorff (1868 - 1942), Mathematik
- Hermann von Helmholtz (1821 - 1894), Anatomie und Physiologie
- Heinrich Hertz (1857 - 1894), Physik
- Friedrich Hirzebruch (1927-), Mathematik
- Paul Kahle, (1875 - 1964) Orientalist
- Gottfried Kinkel (1815 - 1882), Theologie, Kunst- und Literaturgeschichte
- Theodor Litt (1880 - 1962) Pädagogik
- Christian Friedrich Nasse, (1748 - 1851) Psychiater
- Barthold Georg Niebuhr (1776 - 1831) Geschichtswissenschaft
- Carl Friedrich Johannes von Noorden, (1833 - 1883), Historiker
- Wolfgang Paul (1913 - 1993), Physik
- Carl Adam Petri (1926), Informatik
- Wilhelm Pfeffer (1845- 1920),Botanik
- Alfred Philippson(1864 -1953), Geografie
- Julius Plücker(1801-1868), Mathematik und Physik
- Josef Ratzinger (1927) seit 2005 Papst Benedikt XVI., Theologie
- Ferdinand von Richthofen, (1833 - 1905), Geografie
- Friedrich Wilhelm Ritschl (1806 - 1876), Philologie
- Ulrich Scheuner (1903-1981), Staatsrecht
- Annemarie Schimmel (1922- 2003) Islamwissenschaft
- August Wilhelm Schlegel (1767 - 1845), Literatur- und Geisteswissenschaft
- Johannes Schmidt (1843 - 1901), Indogermanistik/Slawistik
- Karsten Schmidt (1939), Rechtswissenschaften
- Eulogius Schneider (1756 - 1794) Theologie
- Joseph Schumpeter (1883 - 1950), Nationalökonomie
- Reinhard Selten (1930), Volkswirtschaftslehre, Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften 1994
- Karl Simrock (1802 - 1872), Germanistik
- Friedrich August Kekulé von Stradonitz, (1829-1896), Chemie
- Eduard Strasburger, (1844 - 1912 Bonn), Botaniker
- Otto Toeplitz, (1881-1940), Mathematik
- Carl Troll (1899 - 1975), Geographie
- Otto Wallach, (1847 - 1931), Chemiker
Bekannte Studenten
- Konrad Adenauer, Rechtswissenschaft, Politiker
- Norbert Blüm, Philosophie, Germanistik, Geschichte und Theologie, Politiker
- Konrad Duden, Philologe
- Carl Remigius Fresenius, Chemie, Chemiker
- Joseph Goebbels, Germanistik, Philosophie und Kunstgeschichte, Politiker
- Jürgen Habermas, Philosophie, Geschichte und Psychologie, Philosoph und Soziologe
- Hannes Heer, Literaturwissenschaft und Geschichtswissenschaft, Historiker
- Heinrich Heine, Rechtswissenschaft, Schriftsteller
- August Heinrich Hoffmann von Fallersleben, eigentl. August Heinrich Hoffmann, Liederdichter
- Walter Markov, Geschichte, Historiker und Widerstandskämpfer
- Karl Marx, Rechtswissenschaft, Geschichte und Philosophie, Revolutionär und Schriftsteller
- Andrea Nahles, Literaturwissenschaft, Politikerin
- Friedrich Nietzsche, Philosophie und Theologie, Schriftsteller
- Luigi Pirandello, Romanistik, italienischer Schriftsteller (Nobelpreisträger für Literatur)
- Albert von Sachsen-Coburg-Gotha, Philosophie, Prinzgemahl
- August Schleicher, klassische Philologie, Sprachwissenschaftler
- Robert Schuman, Rechtswissenschaft, (französ.) Politiker
- Carl Schurz, Philologie und Geschichte, Revolutionär und Politiker
- David Schah, Slavistik, Schriftsteller
- Paul Sethe, Publizist
- Guido Westerwelle, Rechtswissenschaften, Politiker
- Ulrich Wickert, Politik und Rechtswissenschaften, Journalist und Moderator
- Wilhelm II., Kaiser
Ehrendoktoren
- Thomas Mann 1919 verliehen, 1936 entzogen, 1946 zurückgegeben
- Prof. Dr. Olga Alexandrowna Ladyschenskaja, Mathematik, 2002
- Prof. Dr. Henryk Muszyński, Erzbischof und Metropolit von Gnesen, Kath. Theologie, 2003
- Prof. Dr. Rowan Williams, Erzbischof von Canterbury, Ev. Theologie, 2004
Studienangebot
- rund 80 Studiengänge von Asienwissenschaften bis Zahnmedizin
Wissenschaftliche Schwerpunkte
- Mathematik
- Wirtschaftstheorie
- Mikroökonomik
- Spieltheorie
- Erforschung elementarer Strukturen der Materie
- Lebenswissenschaften
- Bereiche der Medizin
- Umweltwissenschaft
- Informations- und Kommunikationswissenschaft
- Europawissenschaften
- Asienwissenschaften
- Entwicklungsforschung
- Molekulare Biogenetik
- Strafrecht
- Handelsrecht, Gesellschaftsrecht
Haushaltsvolumen
- Gesamtausgaben: rund 323 Mio. Euro
Forschung
- Eingeworbene Drittmittel: ca. 73 Mio. Euro (einschl. Medizin)
- 8 Sonderforschungsbereiche
- 9 Graduiertenkollegs
- 7 Forschergruppen und Klinische Forschergruppen
- Sekretariatssitz des International Human Dimensions Programme on Global Environmental Change (IHDP)
Personal
- ca. 530 Professoren
- ca. 3.000 wissenschaftliche Mitarbeiter
- ca. 2.000 Mitarbeiter in Technik und Verwaltung
Gebäude und Einrichtungen
- ca. 350 Gebäude, auf die ganze Stadt verteilt
- vier Mensen
- 34 Studentenwohnheime mit ca. 4 000 Zimmern
- Universitäts- und Landesbibliothek (ca. 2,22 Mio. Bände)
- ca. 100 dezentrale Institutsbibliotheken
- Universitätsklinikum Bonn (3.200 Mitarbeiter, 1.300 Betten)
Weblinks
- http://www.uni-bonn.de/ Offizielle Webseite
- http://www.ulb.uni-bonn.de/ Webseite der Universitätsbibliothek Bonn
- http://www.ukb.uni-bonn.de/ Webseite des Universitätsklinikums Bonn
- http://www.asta-bonn.de/ Seite des "Allgemeinen StudentInnenausschusses"
- http://www.studentenwerk.uni-bonn.de/ Seite des Studentenwerks Bonn
Weblinks zu Fakultäten und Einrichtungen
- http://www.jazzchor.com/ Jazzchor der Uni Bonn
- http://www.collegium-musicum.uni-bonn.de/ Collegium Musicum der Uni Bonn
- http://www.math.uni-bonn.de/ Webseite der Mathematik
- http://www.physik.uni-bonn.de/ Webseite der Physik
- http://www.informatik.uni-bonn.de/ Webseite der Informatik
- http://www.skandinavistik.uni-bonn.de/ Webseite der Skandinavistik
- http://www.germanistik.uni-bonn.de/ Webseite des Germanistischen Seminars
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