Rhön

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Die bis zu 950 m hohe Rhön ist ein Mittelgebirge im Grenzgebiet der deutschen Bundesländer Bayern, Hessen und Thüringen und ist in seinem Kernbereich ein Biosphärenreservat.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Lage

Im Bereich der zuvor genannten Bundesländer liegt die Rhön zwischen dem Knüll im Nordwesten, dem Thüringer Wald im Nordosten, dem Grabfeld im Südosten, Unterfranken im Süden, dem Spessart im Südwesten und dem Vogelsberg im Westen.

Aufteilung nach dem Vulkanismus

Den vulkanischen Aktivitäten verdankt die Rhön ihre Unterteilung in die:

Kuppenrhön mit Hessischem Kegelspiel

Die in Hessen und teils auch in Thüringen liegende Kuppenrhön (oder Kuppige Rhön) umfasst das bis 835,2 m hohe (Milseburg) Gebiet zwischen dem Seulingswald im Norden, der Vorderen Rhön im Osten, der Hohen Rhön im (Süd-)Osten, Hünfeld im Südwesten und dem Haunetal im Westen. In dieser flachwelligen Landschaft erheben sich zu beiden Seiten der Grenze von Hessen und Thüringen zahlreiche kuppenförmige Einzelberge. Diese Kuppen sind durch Verwitterung entstandene Reste ehemaliger Vulkane bzw. Vulkanschlote.

Bild:Kegelspiel.jpg Eine beeindruckende Kuppenansammlung, die auf hessischem Gebiet östlich von Eiterfeld und südlich von Schenklengsfeld liegt, wird durch deren Gleichförmigkeit und die Anzahl der Berge Hessisches Kegelspiel genannt. Der Kern dieser Kuppen besteht aus hexagonalen Basaltsäulen (siehe dazu unter Stoppelsberg), die beim Abkühlen der Lava entstanden sind.

Die neun Erhebungen des Hessischen Kegelspiels sind (der Höhe nach sortiert):


Vordere Rhön

Die in Thüringen und teils auch in Bayern liegende Vordere Rhön (oder Vorderrhön) umfasst die bis 751 m hohe (Gebaberg) Gegend zwischen Bad Salzungen im Norden, Meiningen im Osten, der Hohen Rhön im (Süd-)Westen und der Kuppenrhön im (Nord-)westen.

Hohe Rhön

Die in Hessen, Thüringen und Bayern liegende Hohe Rhön (oder Hochrhön) umfasst die bis 950 m hohe (Wasserkuppe) Landschaft zwischen der Vorderen Rhön im Nordosten, dem Grabfeld im Südosten, dem Spessart im Südwesten und der Kuppenrhön im Nordwesten.

Die Zahl der Einzelberge von Kuppenrhön und Vorderer Rhön nimmt sowohl an Anzahl, als auch an Höhe zur Hohen Rhön hin zu. Diese erhebt sich als breiter, geschlossener und massiger Gebirgszug mit einem Steilanstieg über die Kuppenrhön und die Vordere Rhön. Hier, im Zentrum der vulkanischen Tätigkeit des Tertiärs, breiteten sich die vulkanischen Laven als Decke über die damalige Landoberfläche aus, sodass die Hohe Rhön von einem weiten, flachwelligen Hochplateau eingenommen wird.

Südrhön

Die in Bayern und teils auch in Hessen liegende Südrhön umfasst das bis 660 m hohe (Dreistelzberg) Gebiet zwischen der Hohen Rhön im Norden, dem Grabfeld im Südosten, dem Spessart im Südwesten und dem Landrücken im Nordwesten.

Verteilung auf die Bundesländer

Der Bundesländerzugehörigkeit entsprechend gliedert man die Rhön in diese drei Teile :

Berge

  1. Wasserkuppe (950 m) - Landkreis Fulda, höchster Berg der Hohen Rhön und Hessens
  2. Dammersfeldkuppe (928 m), Grenze Bayern-Hessen, Hohe Rhön
  3. Kreuzberg (928 m), Landkreis Rhön-Grabfeld, Bayern, Hohe Rhön
  4. Heidelstein (926 m), Landkreis Rhön-Grabfeld, Bayern, Hohe Rhön
  5. Eierhauckberg (910 m), Grenze Bayern-Hessen, Hohe Rhön
  6. Stirnberg (899 m), Grenze Bayern-Hessen, Hohe Rhön
  7. Hohe Hölle (894 m), Grenze Bayern-Hessen, Hohe Rhön
  8. Himmeldunkberg (888 m), Grenze Bayern-Hessen, Hohe Rhön
  9. Pferdskopf (875 m), Landkreis Fulda, Hessen, Hohe Rhön
  10. Rückberg (870 m), Landkreis ???, ???, ???
  11. Beilstein (865 m), Landkreis ???, ???, ???
  12. Schachen (857 m), Landkreis ???, ???, ???
  13. Münzkopf (849 m), Landkreis ???, ???, ???
  14. Ottilienstein (846 m), Landkreis Landkreis Fulda, Hessen, Hohe Rhön
  15. Totnansberg (839 m; Schwarze Berge), Landkreis Bad Kissingen, Bayern, Hohe Rhön
  16. Milseburg (835,2 m), Landkreis Fulda, Hessen, höchste Erhebung der Kuppenrhön
  17. Schafstein (832 m), Landkreis Fulda, Hessen, Hohe Rhön
  18. Schwarzenberg (832 m; Schwarze Berge), Landkreis Bad Kissingen, Bayern, Hohe Rhön
  19. Feuerberg (830 m), Landkreis Bad Kissingen, Bayern, Hohe Rhön
  20. Ehrenberg (816 m), Landkreis Fulda, Hessen, Hohe Rhön
  21. Feldberg (815 m), Landkreis Fulda, Hessen, Hohe Rhön
  22. Ellenbogen (814 m), Wartburgkreis, Thüringen, Hohe Rhön
  23. Eubeberg (814 m), Landkreis Fulda, Hessen, Hohe Rhön
  24. Kleiner Auersberg (809 m), Landkreis Bad Kissingen, Bayern, Hohe Rhön
  25. Großer Auersberg (808 m), Landkreis Bad Kissingen, Bayern, Hohe Rhön
  26. Querenberg (805 m), Landkreis Rhön-Grabfeld, Bayern, Hohe Rhön
  27. Farnsberg (786 m), Landkreis Bad Kissingen, Bayern, Hohe Rhön
  28. Weiherberg (786 m), Landkreis Fulda, Hessen, Hohe Rhön
  29. Hoher Dentschberg (778 m), Landkreis Rhön-Grabfeld, Bayern, Hohe Rhön
  30. Dungberg (773 m), Grenze Hessen-Thüringen, Bayern, Hohe Rhön
  31. Großer Nallenberg (768 m), Landkreis Fulda, Hessen, Hohe Rhön
  32. Lösershag (765 m), Landkreis Bad Kissingen, Bayern, Hohe Rhön
  33. Auersberg (757 m), Landkreis Fulda, Hessen, Hohe Rhön
  34. Gebaberg (751 m; "Hohe Geba"), Landkreis Schmalkalden-Meiningen, Thüringen, höchster Berg der Vorderen Rhön
  35. Buchschirm (746 m), Landkreis Fulda, Hessen, Hohe Rhön
  36. Gangolfsberg (737 m), Landkreis Rhön-Grabfeld, Bayern, Hohe Rhön
  37. Platzer Kuppe (737 m; Schwarze Berge), Landkreis Bad Kissingen, Bayern, Hohe Rhön
  38. Stellberg (Rhön, Wolferts) (727 m), Landkreis Fulda, Hessen, Kuppenrhön
  39. Neidhardskopf (721 m), Landkreis Schmalkalden-Meiningen, Thüringen, Vordere Rhön
  40. Sachsenburg (721 m), Wartburgkreis, Thüringen, Hohe Röhn / Kuppenrhön / Vordere Rhön
  41. Baier (714 m), Wartburgkreis, Thüringen, Kuppenrhön / Vordere Rhön
  42. Diesburg (712 m), Landkreis Schmalkalden-Meiningen, Thüringen, Vordere Rhön
  43. Rother Kuppe (711 m), Landkreis Rhön-Grabfeld, Bayern, Hohe Rhön
  44. Maulkuppe (706 m), Landkreis Fulda, Hessen, ???
  45. Wachtküppel (705 m; "Spitzbub"), Landkreis Fulda, Hessen, Hohe Rhön
  46. Umpfen (701 m), Wartburgkreis, Thüringen, Vordere Rhön
  47. Ebersberg (689 m) Landkreis Fulda, Hessen, Hohe Rhön
  48. Alte Mark (676 m), Landkreis Schmalkalden-Meiningen, Thüringen, Vordere Rhön
  49. Tannenfels (669 m), Landkreis Fulda, Hessen, Hohe Rhön
  50. Dietrichsberg (668 m; "Dietrich"), Wartburgkreis, Thüringen, Kuppenrhön
  51. Stellberg (Rhön, Melpers) (663 m), Landkreis Schmalkalden-Meiningen, Thüringen, Vordere Rhön / Hohe Rhön
  52. Dreistelzberg (660 m), Landkreis Bad Kissingen, Bayern, Südrhön
  53. Steinwand (646 m), Landkreis Fulda, Hessen, ???
  54. Hutsberg (639 m), Landkreis Schmalkalden-Meiningen, Thüringen, Vordere Rhön
  55. Neuberg (639 m), Landkreis Schmalkalden-Meiningen, Thüringen, Vordere Rhön
  56. Soisberg (630 m), Landkreis Hersfeld-Rotenburg, Hessen, Kuppenrhön, höchster Berg des Hessischen Kegelspiels
  57. Katzenstein (628 m), Wartburgkreis, Thüringen, Kuppenrhön
  58. Öchsenberg (627 m; "Öchsen"), Wartburgkreis, Thüringen, Kuppenrhön
  59. Giebelrain (590 m), Landkreis Fulda, Hessen, ???
  60. Stallberg (553 m) Landkreis Fulda, Hessen, Kuppenrhön / Hessisches Kegelspiel
  61. Hohe Schule (538), Landkreis Rhön-Grabfeld, Bayern, Vordere Rhön
  62. Appelsberg (532 m), Landkreis Fulda, Hessen, Kuppenrhön / Hessisches Kegelspiel
  63. Rückersberg (525 m), Landkreis Fulda, Hessen, Kuppenrhön / Hessisches Kegelspiel
  64. Stoppelsberg (524 m), Landkreis Hersfeld-Rotenburg, Hessen, Kuppenrhön
  65. Kleinberg (522 m), Landkreis Fulda, Hessen, Kuppenrhön / Hessisches Kegelspiel
  66. Wisselsberg (518 m), Landkreis Fulda, Hessen, Kuppenrhön / Hessisches Kegelspiel
  67. Ransberg (514), Landkreis Schmalkalden-Meiningen, Thüringen
  68. Emberg (500 m), Wartburgkreis, Thüringen, Hohe Röhn / Kuppenrhön / Vordere Rhön
  69. Hübelsberg (479 m), Landkreis Fulda, Hessen, Kuppenrhön / Hessisches Kegelspiel
  70. Morsberg (466 m), Landkreis Fulda, Hessen, Kuppenrhön / Hessisches Kegelspiel
  71. Lichtberg (465 m), Landkreis Fulda, Hessen, Kuppenrhön / Hessisches Kegelspiel

Burgen, Ruinen & Baudenkmäler

  • Henneburg
  • Königsburg
  • Schwedenschanze
  • Wüstung Ellenbach
  • Ruine Rabenstein
  • Trimburg
  • Mauerschädel bei Filke
  • Burg Burgwallbach
  • Wasserschloss Unsleben
  • Moordorf
  • Kirchenburg Ostheim
  • Burg Landsberg
  • Auersburg
  • Burg Steineck
  • Salzburg
  • Hunburg
  • Eiringsburg
  • Dionysos-Kapelle
  • Burg Burkardroth
  • Schloss Aschach
  • Burg Aura
  • Burg Schwarzenfels

Orte

Bild:Rhoen-Gersfeld.jpg

Orte in der Rhön

Orte nahe der Rhön

Größere Orte und Städte unweit der Rhön sind:

Flüsse

Folgende Flüsse entspringen in der Rhön beziehungsweise fließen an ihr vorbei, in Klammern die Länge:

  1. Felda (40 km) - entspringt in der Rhön, fließt nach Norden in die Werra
  2. Fränkische Saale (142 km) Die im Grabfeld nördlich der Haßberge entspringende Fränkische Saale bzw. deren Tal in der Gegend um die Stadt ??? grenzt das Mittelgebirge in Richtung Westen zum Grabfeld ab.
  3. Fulda (218 km) Die in der Rhön an der Wasserkuppe entspringende Fulda bzw. deren Tal in der Gegend um die Stadt Fulda grenzt das Mittelgebirge in Richtung Westen zum Vogelsberg ab.
  4. Haune (64 km) - entspringt in der Rhön, fließt nach Norden in die Fulda
  5. Herpf (-- km) - entspringt in der Rhön, fließt nach Osten in die Werra
  6. Lütter (-- km) - entspringt unterhalb der Wasserkuppe, fließt nach Westen in die Fulda
  7. Schondra (-- km) - entspringt in der Rhön, fließt nach Süden in die Fränkische Saale
  8. Sinn (50 km) - entspringt in der Rhön, fließt nach Süden in die Fränkische Saale
  9. Streu (-- km) - entspringt in der Rhön, fließt nach Süden in die Fränkische Saale
  10. Thulba (-- km) - entspringt in der Rhön, fließt nach Süden in die Fränkische Saale
  11. Ulster (24 km) - entspringt in der Rhön, fließt nach Norden in die Werra
  12. Werra (298 km) Die an der Nahtstelle von Thüringer Wald und Thüringer Schiefergebirge entspringende Werra bzw. deren Tal in der Gegend zwischen Bad Salzungen und Wasungen grenzt das Mittelgebirge in Richtung Osten zum Thüringer Wald hin ab.

Geologie

Die Rhön liegt nahe des Zentrums des Germanischen Beckens, das sich vor ca. 220 Millionen Jahren absenkte und mit Sedimenten von Buntsandstein, Muschelkalk und den Tonen der Keuperzeit gefüllt wurde. Daher bilden die Sand-, Kalk- und Tonsteine jener Zeit den älteren Sockel der Rhön. Jüngere Sedimente wurden in der Rhön nicht abgelagert, da das Gebiet gehobenes Festland war und daher eher zum Abtragungsbereich gehörte.

Vor etwa 18 bis 11 Millionen Jahren im Miozän, dem jüngeren Tertiär, wurden aus zahlreichen Klüften und Kratern vulkanische Aschen und Laven gefördert. Tiefreichende Gesteinsstörungen, so genannte Verwerfungen erleichterten dem Magma den Aufstieg.

Siedlungsgeschichte

Der Name „Rhön“ ist vermutlich keltischen Ursprungs und ist zurückzuführen auf das keltische Wort „raino“, auf Deutsch „Hügel“. Nachgewiesen ist die keltische Besiedlung der Milseburg, wo sich eine keltische Stadt mit etwa 1000 Einwohnern befand. Weiterhin gibt es Ringwallanlagen, die sowohl keltischer als auch germanischen Ursprungs sein können, in der Kuppenrhön auf dem Stallberg und dem Kleinberg. Viele der in der Rhön vorkommenden Orts-, Berg- und Flurnamen gehen daher auf keltische Sprachwurzeln zurück.

Durch den hervorragenden Rundblick auf diesen Kuppen, waren diese Berge im Mittelalter auch bevorzugte Standorte für Höhenburgen. Ein Beispiel ist die Burg Hauneck (heute in der Gemeinde Haunetal) auf dem Stoppelsberg, die noch als Ruine erhalten ist. Sie diente sowohl der Überwachung und dem Schutz des Verkehrs auf der Altstraße Antsanvia, als auch dem Schutz der Orte im Haunetal.

Im Mittelalter wurde auf der Hochrhön zum Schutz der Bauern die würzburgische Landwehr angelegt.

Wandern

Wanderwege

Es gibt ein gut markiertes Wanderwegenetz in der Rhön, das vom Rhönklub betreut wird. Am eindrucksvollsten ist wohl der Rhön-Höhen-Weg (RHW) mit einem roten liegenden Tropfen gekennzeichnet. Er ist 137 km lang und führt von Burgsinn im Sinntal über Roßbach, Dreistelz, Würzburger Haus am Farnsberg, Kissinger Hütte auf dem Feuerberg, Kreuzberg (Kloster), Oberweißenbrunn, durch das Rote und Schwarze Moor, über den Ellenbogen und den Emberg bei Oberalba, vorbei am Baier nach Stadtlengsfeld und weiter zum Endpunkt nach Bad Salzungen an der Werra. Eine Diaschau von Rainer Schachtschabel vermittelt einen kleinen Eindruck über die Schönheit dieses Weges.

Besonders zu erwähnen sind außerdem:

  • Der Geologische Wanderpfad an der Wasserkuppe
  • Der Naturpfad Auersberg bei Hilders
  • Der Prähistorische Wanderpfad Milseburg

Durch die Rhön führen außerdem

Wanderkarten & -führer

  • Topographische Karte Naturpark Bayerische Rhön, 1 : 50 000
  • Topographische Karte Naturpark Hessische Rhön, 1 : 50 000
  • Fritsch Wanderkarte Naturpark Rhön, 1 : 50 000, ISBN: 3861160684
  • Wanderkarte der Touristgemeinschaft „Thüringische Rhön“, 1 : 50 000
  • Rad- und Wanderkarte RHÖN des RV Verlages, 1 : 50 000
  • Ravenstein-Wanderkarte RHÖN, 1 : 100 000
  • Schneiders Rhönführer - offizieller Führer des Rhönklubs, ISBN: 3790003654
  • Wanderführer Rhön vom Bergverlag Rother mit 50 Wanderungen, ISBN: 376334182X

Siehe auch

Bild:Commons-logo.svg WikiCommons: Kategorie Rhön – Bilder, Videos oder Audiodateien

Weblinks



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