Reverse Transkriptase
aus Freepedia, der freien Wissensdatenbank
Reverse Transkriptasen (RT) sind Enzyme, die die Umschreibung von RNA in DNA katalysieren.
Eine reverse Transkriptase ist Bestandteil der Telomerase, wo sie die im Zuge einer Replikation verkürzte Telomere wieder auf die ursprüngliche Länge verlängert. Die genauere Bezeichnung ist Telomerase Reverse Transkriptase (TERT), wie z.B. für die humane Telomerase Reverse Transkriptase (hTERT).
Reverse Transkriptase wird ebenfalls von Retroviren (z.B. HIV, HTLV, SIV) benutzt, um ihr Genom, das ja durch Virus-RNA repräsentiert wird, in DNA umzuschreiben und erfüllt damit eine entscheidende Funktion bei der Vermehrung des Virus. Die Fehlerhäufigkeit der reversen Transkriptase liegt aufgrund einer fehlenden Korrekturaktivität bei 1:<math>10^3</math> bis 1:<math>10^4</math>, was eine sehr hohe Mutationsrate zur Folge hat und die Bekämpfung von z.B. HIV sehr schwer macht. Eine Hemmung ist durch verschiedene Medikamente (NNRTI, NRTI, Proteasehemmer) möglich, daher ist die reverse Transkriptase ein Ziel der AIDS-Kombinationstherapie. Die ersten Medikamente gegen AIDS wirkten über diesen Mechanismus. In der Zwischenzeit wurde die reverse Transkriptase auch in den Mitochondrien von Säugetierzellen entdeckt, was die ziemlich starken Nebenwirkungen dieser Hemmer erklären könnte.
Des weiteren werden RTs in der Gentechnologie benutzt, beispielsweise bei der RT-PCR oder um eine cDNA-Bank zu erstellen.



