Tallinn

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Wappen
Bild:Tallinn lesser coatofarms.png Bild:Tallinn-herb.png
Flagge
Basisdaten
Kreis: Harju
Fläche: 158 km²
Einwohner: 396.375 (1.1.2004)
Bevölkerungsdichte: 2300 Einwohner je km²
Höhe: 44 m ü. NN
Postleitzahlen: 15080 (Zentrum)
Vorwahl: ???
Geografische Lage: Koordinate: 59° 26′ n. Br., 24° 46′ ö. L.59° 26′ n. Br., 24° 46′ ö. L.
Kfz-Kennzeichen: A/B
Adresse der
Stadtverwaltung:
Vana-Viru 12
15080 Tallinn
Offizielle Website: www.tallinn.ee
E-Mail-Adresse: infopunkt@tallinnlv.ee
Politik
Bürgermeister: Tõnis Palts

Bild:Tallinn-steinberg.jpg Bild:Tallinn-hafen.jpg

Tallinn (historischer deutscher Name Reval) ist die Hauptstadt von Estland. Sie liegt am Finnischen Meerbusen der Ostsee, südlich von Helsinki.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Tallinn entstand als estnische Siedlung namens Lindanise. 1219 wurde es von den Dänen erobert und zur Stadt ausgebaut. Woher der Name Tallinn kommt, ist nicht geklärt. Entweder stammt es vom altestnischen taani linna (Dänenburg), oder von tali linna (Winterburg). Die Bezeichnung Reval leitet sich von einer alten estnischen Bezeichnung für die Region Rävala. Im Jahre 1285 wurde Reval Mitglied der Hanse und in den Ostseehandel eingebunden. Die Deutschen blieben die Herren im Land und stellten die Mehrheit der Bürgerschaft, kontrollierten die Rechtspflege und die Verwaltung, Deutsch war Amtssprache. Die estnische Sprache und Kultur blieb den Bauern vorbehalten, die hauptsächlich außerhalb der Stadtmauern, insbesondere auf der Fischermai, wohnten.

1346 wurde Reval an den Deutschen Orden verkauft, ein Jahr später an den Schwertbrüderorden.

Gegen Ende des 15. Jahrhunderts erhielt die Olaikirche einen gotischen Turm mit einer Höhe von 159 Metern. Dies war zu dieser Zeit außergewöhnlich, und er blieb für Jahrhunderte einer der höchsten mittelalterlichen Kirchtürme Europas. Heute ist er nach einem Wiederaufbau im 19. Jh. auf Grund eines Brandes nur noch 123 Meter hoch.

1561 wurde die Stadt schwedisch. Die Schweden reduzierten nach und nach die Vorrechte der Deutschen, jedoch nicht in dem Ausmaß, wie es die Esten zunächst im Hinblick auf den Status der Bauern in Schweden erhofft hatten.

Infolge des Großen Nordischen Krieges fiel Reval 1721 an Russland. Peter der Große setzte die alten deutschen Ratsgeschlechter wieder vollständig in ihre ursprünglichen Rechte ein, in den nächsten zwei Jahrhunderten wurden die Rechte der Stadtregierung aber peu à peu wieder beschränkt.

1918 schließlich wurde es als Tallinn Hauptstadt des unabhängigen Estlands (die endgültige Unabhängigkeit erreichte das Land jedoch erst am 20. August 1991). Während des 2. Weltkrieges blieb der Charakter der Altstadt trotz alliierter Bombardierungen gegen das mit Hitlerdeutschland kollaborierende Estland erhalten.

Tourismus

Sehenswürdigkeiten

Die Stadt hat eine schöne mittelalterliche Altstadt mit Stadtmauer und Türmen. Sehenswert sind v.a. die Nikolaikirche (estn. Niguliste kirik) und die Hl. Geist-Kirche mit ihren spätmittelalterlichen Kunstschätzen aus der Hand von Bernt Notke und Hermen Rode, die Olaikirche, das Rathaus, das Gildehaus, v.a. der Domberg (estn. Toompea), und die orthodoxe Alexander-Newski-Kathedrale. (Sie wurde zwischen 1894 und 1900 erbaut, als Estland Teil des Russischen Zarenreiches war.)

Die Altstadt wurde 1997 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt. Tallinn wird nicht zuletzt dank der konsequenten Abfallwirtschaft, strenger Gesetze und guter Pflege auch als sauberste Stadt Europas bezeichnet.

Am Stadtrand befindet sich das Schloss Katharinental (estn. Kadriorg). Revals deutscher Friedhof Ziegelskoppel (estn. Kopli) auf der gleichnamigen Halbinsel nördlich der Altstadt, Schauplatz einiger Erzählungen von Werner Bergengruen (siehe unten), und der Friedhof der Grauen also der estnischen Bevölkerung auf der Fischermai sind leider keine Sehenswürdigkeiten mehr. Beide wurden in den 1960er Jahren in 'Parks' umgewandelt. Umfassungsmauern und Baumreihen lassen die frühere Nutzung noch erkennen, alle Grabsteine sind aber entfernt worden. Während in der Fischermai eine Inschrift an dem kürzlich restaurierten Eingangstor des Friedhofes wieder an die frühere Nutzung erinnert, lässt sich der Friedhof von Ziegelskoppel nur durch einen Vergleich alter und neuer Stadtpläne ausfindig machen.

Im Stadtteil Pirita nordöstlich des Stadtzentrums gibt es einen Yachthafen sowie einen ausgedehnten Sandstrand, der von einem Kiefernwald begrenzt wird. An warmen Sommertagen ist dort Partystimmung angesagt und der Strand deswegen oft sehr voll. Bei Joggern und Inlineskatern ist vor allem die Promenade zwischen Pirita und der Stadtmitte beliebt.

Eine idyllische Abwechslung bietet dagegen die dem Festland vorgelagerte Insel Naissaar in der Tallinner Bucht.

Den besten Ausblick auf die Stadt und bei guten Sichtverhältnissen sogar bis zur finnischen Küste bietet der Fernsehturm (estn. Teletorn) mit seiner Aussichtsplattform.

Einkaufen

In der Altstadt dominieren vor allem Souvenirläden sowie kleine Bekleidungsgeschäfte. In der neuen City nahe der Altstadt gibt es im Viru keskus, einem großen Einkaufszentrum, zahlreiche Bekleidungsgeschäfte von Sportartikeln bis hin zu Schuhen sowie kleinere Cafés und einen großen Supermarkt. Vor allem für Finnen ist Tallinn ein beliebter Einkaufsort, da die Preise in Estland moderater sind und die Verbindung zwischen Helsinki und Tallinn mit Schnellbooten weniger als zwei Stunden dauert. Wer es ganz eilig hat, kann auch die Hubschrauberverbindung der Fluglinie Copterline (18min) nutzen.

Gastronomie

Die Altstadt von Tallinn bietet viele Restaurants wie auch Biergärten an. Im Sommer kann man an den verkehrsfreien Gassen draußen essen. Eine recht umfangreiche Liste Tallinner Restaurants findet man auf [1], das bekannteste ist das Mittelalterrestaurant Olde Hansa.

Verkehr

Tallinn ist ein bedeutender Ostsee-Fährhafen (Verbindungen nach Rostock, Sassnitz, Stockholm, St. Petersburg, Åland und Helsinki). Daneben besitzt Tallinn einen internationalen Flughafen, der rund vier Kilometer vom Stadtzentrum entfernt ist. Tallinn ist Estlands wichtigster Knotenpunkt des Straßen- (Via Baltica) und Eisenbahnverkehrs. Es bestehen internationale Eisenbahnverbindungen nach Riga - Warschau und Moskau. Das Eisenbahnnetz ist eher schwach ausgebaut. Der Verkehr zu anderen Städten in Estland wird größtenteils mit Linienbussen abgewickelt. Daneben betreibt die finnische Gesellschaft Copterline eine Hubschrauberverbindung nach Helsinki.

Die Stadt ist durch den ÖPNV mit 4 Straßenbahnlinien, 8 Oberleitungsbuslinien sowie etlichen Buslinien sehr gut erschlossen.

Bildung

In Tallinn befindet sich die Technische Universität Tallinn. Weitere dort ansässige Bildungseinrichtungen sind die

Sport

Während den olympischen Spielen 1980 in Moskau wurden die Segelwettbewerbe in Tallinn ausgetragen. Einige Einrichtungen, wie die Stadthalle, das olympische Hotel, die Post wie auch das Segelportzentrum im Stadtteil Pirita, wurden für dieses Ereignis gebaut.

Söhne und Töchter der Stadt

Literatur

Weblinks

Bild:Wiktionary-logo-en.png Wiktionary: Tallinn – Wortherkunft, Synonyme und Übersetzungen
Bild:Commons-logo.svg WikiCommons: Tallinn – Bilder, Videos oder Audiodateien


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