Irland
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| Bild:Disambig-grau.png | Dieser Artikel behandelt den Staat Irland, die geographische Insel wird unter Irland (Insel) beschrieben. |
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| Amtssprachen | Irisch, Englisch | ||||
| Hauptstadt | Dublin (ir. Baile Átha Cliath) | ||||
| Präsidentin | Mary McAleese | ||||
| Ministerpräsident | Bertie Ahern | ||||
| Fläche | 70.280 km² | ||||
| Einwohnerzahl | 4.015.676 (Stand Juli 2005) | ||||
| Bevölkerungsdichte | 55 Einwohner pro km² | ||||
| BIP/Einwohner | 38.302 US-$ (2004) | ||||
| Währung | Euro | ||||
| Zeitzone | UTC | ||||
| Nationalhymne | Amhrán na bhFiann | ||||
| Kfz-Kennzeichen | IRL | ||||
| Internet-TLD | .ie | ||||
| Vorwahl | +353 | ||||
Irland (amtlicher deutscher Name, irisch Éire, engl. Ireland), häufig auch Republik Irland (irisch Poblacht na hÉireann, engl. Republic of Ireland) ist ein Inselstaat auf der gleichnamigen Insel Irland. Er grenzt an das Vereinigte Königreich Großbritannien und Nordirland und ist Mitglied der Europäischen Union. Der Großteil der Bevölkerung bekennt sich zum Römisch-Katholischen Glauben.
Inhaltsverzeichnis |
Geografie
Im Landesinneren der Insel finden sich überwiegend Ebenen, die nach außen von hügeligem Gebiet eingeschlossen sind. Der Fluss Shannon, welcher von Nord nach Süd verläuft, ist der längste Fluss der Insel. In den Ebenen liegen eine große Zahl von Seen, die die Landschaft maßgeblich geprägt haben. Lough Neagh ist der bekannteste der irischen Seen. Über das Land verteilt gibt es eine Reihe von Nationalparks.
Geschichte
Die Geschichte Irlands beginnt mit der Besiedlung in der Steinzeit. Die Kelten brachten etwa 300 v. Chr. den Übergang von der Bronzezeit zur Eisenzeit. Schon im Römischen Reich war die Insel Irland unter dem Namen Hibernia bekannt. Im Laufe der Geschichte gab es eine Reihe von Königreichen und Fürstentümern in Irland.
Der Christianisierung Anfang des 5. Jahrhunderts durch Patrick von Irland, der bis heute die Stellung des Nationalheiligen der Iren inne hat, folgte die erste irische Blütezeit, die jäh durch die Beutezüge der Wikinger unterbrochen wurde. Es folgte im Jahre 1169 die Eroberung durch die Normannen, die eine fortgesetzte Dominanz Irlands durch England einläutete.
Die Unabhängigkeit Irlands von England begann am 6. Dezember 1921 nach politischen und militärischen Auseinandersetzungen des Nordirlandkonflikts mit der Gewährung eines Dominion-Status und damit innerer Eigenständigkeit durch die britische Regierung. Sechs Grafschaften in der Provinz Ulster blieben nach dem Abkommen Bestandteil Großbritanniens. Die Nordirland betreffende Problematik wurde damals nicht gelöst und überschattet die irisch-britische und innerirische Politik bis heute. Jedoch zeichnet sich seit dem Karfreitagsabkommen und dem Verzicht auf Nordirland durch die Republik Irland eine deutliche Entspannung ab.
Nach mehr als 300 Jahren britischer Herrschaft schied Irland schließlich am 18. April 1949 aus dem britischen Commonwealth aus. Die sechs nordirischen Grafschaften verblieben im Vereinigten Königreich.
Siehe auch Geschichte Irlands.
Politik
Die Republik Irland hat das politische System einer parlamentarischen Demokratie. Der Präsident (ir. Uachtaráin na hÉireann), das Staatsoberhaupt der Republik Irland, wird für sieben Jahre von der wahlberechtigten Bevölkerung gewählt und kann sein Amt höchstens für zwei Amtszeiten ausfüllen. Seine politische Macht ist nicht sehr hoch – im Wesentlichen kommen ihm repräsentative und zeremoniale Aufgaben im Inland wie im Ausland zu. Er hat keinen Einfluss auf die Regierungspolitik; dieser begrenzte tagespolitische Spielraum bringt ihm aber hohe Akzeptanz ein.
Der Premierminister (ir. Taoiseach, gesprochen "Tíschach") wird vom Parlament nominiert und vom Präsidenten ernannt. Üblicherweise ist er der Parteichef der stärksten Parlamentspartei oder der größten Koalitionspartei.
Das Parlament (Oireachtas) besteht aus zwei Kammern und dem Präsidenten: Dabei bildet der Senat (Seanad Éireann) das Oberhaus und das Repräsentantenhaus (Dáil Éireann) das Unterhaus. Der Senat besteht aus 60 Mitgliedern, von denen 11 durch den Premierminister ernannt und 49 von verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen gewählt werden (Landwirtschaft und Arbeiterschaft je 11, Industrie und Handel 9, Öffentliche Verwaltung 7, Universitäten 6 und Kultur und Erziehung 5). Diese Wahlen finden innerhalb von 90 Tagen nach der Auflösung des Repräsentantenhauses statt.
Das Unterhaus besteht aus 166 Mitgliedern, wobei die Zahl der Mitglieder von der Einwohnerzahl Irlands abhängt. Auf je 20.000 bis 30.000 Einwohner kommt ein Abgeordneter. Die Mitglieder des Unterhauses werden nach der übertragbaren Einzelstimmgebung (engl. Single Transferable Vote) in 42 Wahlkreisen, in denen je zwischen drei und fünf Mandate zu vergeben sind, gewählt. Wahlen müssen innerhalb von 30 Tagen nach der Auflösung des Repräsentantenhauses stattfinden. Das Unterhaus wird derzeit für höchstens fünf Jahre gewählt, eine frühere Auflösung ist aber möglich.
Die Regierung (Án Rialtas) besteht aus höchstens 15 Mitgliedern. Dabei dürfen nicht mehr als zwei Minister aus dem Senat kommen, der Premier, der Stellvertreter des Premier und der Finanzminister müssen dem Repräsentantenhaus angehören.
Irische Parteien:
- Fianna Fáil und Fine Gael (die größten Parteien Irlands)
- Sinn Féin (die älteste Partei Irlands)
- Grüne (Irland)
- Labour Party (Irland)
- Progressive Democrats
Irland stellt einen EU-Kommissar: David Byrne und (bis 2004) den Präsidenten des Europaparlaments Pat Cox.
Aktuelle Politik
Bild:Dublin Ireland Night.JPG Am 29. März 2004 führte Irland als erstes EU-Land ein totales Rauchverbot in allen öffentlichen Einrichtungen ein. Nach einer Umfrage im vergangenen November hatten sich rund 80 Prozent der Bürger, darunter auch über 60 Prozent Raucher, für ein Rauchverbot ausgesprochen. Das Gesetz trat um 0:00 Uhr in Kraft. Ein Teil der 10.000 Pubbesitzer befürchtet, nicht nur mit Einkommensverlusten, sondern, bei Missachtung des Gesetzes, auch mit einer Strafe von bis zu 3.000 € rechnen zu müssen. Laut Kommissar Byrne entstehen jedoch völlig neue Umsatzchancen, so werden zukünftig auch Personengruppen ein Pub besuchen, die dies vorher nie getan hätten. Um die Einhaltung zu überwachen, wurden rund 400 amtliche Kontrolleure eingestellt. Das Verbot gilt nicht für Hotelzimmer, Gefängnisse und psychiatrische Anstalten. Mit dieser Entscheidung will Irland eine Vorreiterrolle in Europa einnehmen und hofft auf ähnliche Reaktionen anderer Staaten.
Am 25./26. Juni 2004 besuchte der US-Präsident George W. Bush für 18 Stunden Irland. Er traf mit dem irischen Premierminister Bertie Ahern zusammen und besprach zusammen mit seiner Führungscrew die europäisch-amerikanischen Beziehungen. 6.000 Polizisten und die Armee sorgten für die Sicherheit des Präsidenten, während einige tausend Demonstranten gegen die Politik von Bush am Flughafen Shannon protestierten.
Provinzen
Hauptartikel: Gliederung Irlands
Irland besteht aus 4 Provinzen (Connacht, Leinster, Munster, Ulster), die sich nochmal in Bezirke (counties) aufspalten. Diese Provinzen haben in dieser Form allerdings keine Bedeutung mehr für die Verwaltung des Staates. Sie sind historisch gewachsen und spielen lediglich im Sport noch eine Rolle, da dieser in Irland auf kommunaler Basis organisiert ist.
Siehe auch: Liste der Städte in der Republik Irland
Infrastruktur
Irland hat Flughäfen in Dublin, Kerry, Cork, Shannon (Irland) u.a., die von Lufthansa, Austrian Airlines, Swiss, Ryanair, HLX und der einheimischen Fluggesellschaft AerLingus angeflogen werden.
Irland hat ein recht dünnes Eisenbahnnetz, das aber ausgebaut wird.
Bus Eireann ist die nationale Busgesellschaft, die eine große Zahl von Verbindungen anbietet.
Die Straßen in der Republik sind meistens schlechter als auf dem europäischen Festland; es gibt quasi keine Autobahnen bis auf den Ring um Dublin und einige Verlängerungen dessen. Anfang 2005 stellte die Republik auf das metrische System um, seitdem werden Geschwindigkeiten in km/h und nicht mehr in mph gemessen. Entfernungen wurden davor schon hauptsächlich in km angegeben.
Kultur
Bibliothekswesen
1947 wurde mit dem Public Library Act der Bibliotheksrat An Chomhairle Leabharlanna ins Leben gerufen. Damit wurde das Bibliothekswesen revolutioniert. An Chomhairle Leabharlanna, zunächst gegründet um die Versorgung und Entwicklung von Bibliotheksdienstleistungen zu gewährleisten, bekam 2001 zusätzliche Aufgaben. Diese Aufgaben sind im Wesentlichen, die Hauptbibliotheken zu beraten und sie unterstützen, Empfehlungen und Gutachten für die Ministerien zu erstellen und die Kooperation zwischen den öffentlichen Bibliotheken und den wissenschaftlichen Bibliotheken zu unterstützen und zu erleichtern. Außerdem ist An Chomhairle Leabharlanna in viele Aktivitäten und Programme, die die Bibliotheken fördern, integriert. (Zum Vergleich: in Deutschland gibt es weder ein Bibliotheksgesetz, noch - seit der Schließung des Deutschen Bibliotheksinstituts (DBI) im Jahre 2000 - eine zentrale Beratungs- und Entwicklungsagentur)
In Irland gibt es 32 Hauptbibliotheken. Davon werden 27 von den Landkreisen getragen und 4 von den Städten Cork, Dublin, Limerick und Waterford. Eine Bibliothek liegt dabei zwischen zwei Counties und wird deshalb von beiden unterstützt. Die Strategien und Methoden der Bibliotheken variieren von Stadt zu Stadt, denn die Hauptbibliotheken handeln unabhängig voneinander.
Zu den 32 Hauptbibliotheken kommen weitere 345 Zweigbibliotheken hinzu. Dazu zählen auch Bibliotheken von Krankenhäusern, Schulen, Gefängnissen und so genannte Kommunikationszentren. Auch die 29 Fahrbibliotheken sind hier mit einberechnet, welche entlegene oder bevölkerungsarme Landstriche mit Büchern und anderen Medien versorgen.
Zu den Angeboten der Bibliotheken gehören im allgemeinen Sachliteratur und Belletristik, Service und Programme für Kinder und Jugendliche, Referenzmedien, Informationen zur Weiterbildung und allgemeine, lokale Informationen. Außerdem wird in jeder Bibliothek ein öffentlicher Zugang zum Internet angeboten. Alle Hauptbibliotheken bieten zusätzlich in der Bibliothek Opacs an, welche den Nutzern zur Verfügung stehen. Das heißt, dass alle Bibliotheken ein elektronisches Verwaltungssystem besitzen. Einige Kataloge sind auch über das Internet abrufbar.
In den Öffentlichen Bibliotheken gibt es ca. 12,5 Millionen Medieneinheiten. Dazu gehören Bücher, Manuskripte, Bilder, Loseblattsammlungen, CDs, CD-Roms, DVDs, Kassetten, Videos und vieles mehr. Im Gegensatz zu Deutschland wird in irischen öffentlichen Bibliotheken pro Einwohner weniger ausgeliehen. In Deutschland sind es 4,1 Medieneinheiten pro Einwohner, in Irland 3,4. Die öffentlichen Bibliotheken werden dennoch von ca. 21% der Bevölkerung genutzt. 2002 gab es 809.158 Leser mit einem Bibliotheksausweis.
Mit den Sachkosten liegen die irischen Bibliotheken jedoch höher als deutsche Bibliotheken. In Irland werden 2,10 € pro Einwohner und in Deutschland 1,10 € pro Einwohner ausgegeben.
Finanziert werden die Bibliotheken hauptsächlich über Steuern. Ca. 10 % werden über Mitgliedsbeiträge, Nutzergebühren und Bußgelder finanziert. Außerdem unterstützt das Department of the Environment and Local Government die Bibliotheken seit 1998 mit 34 Millionen €, die für den Bau und das Mieten von Gebäuden verwendet werden. Aber auch die Automatisierung von Arbeitsabläufen und der Bestandsaufbau wird mit diesen Geldern gefördert.
Irische Renaissance
Hauptartikel: Irische Renaissance
Bekannte Iren
- in alphabetischer Reihenfolge -
- Bartholomew ("Bertie") Patrick Ahern, Irischer Premierminister
- Mary McAleese, Staatspräsidentin
- Francis Bacon, Maler
- Samuel Beckett, Schriftsteller
- Brendan Behan, Schriftsteller
- Boyzone, erste Boyband aus Irland
- Máire Brennan, Sängerin
- Pierce Brosnan, Schauspieler
- Chris de Burgh, Musiker
- Jean Butler, Tänzer (Irish Dance)
- Gabriel Byrne, Schauspieler
- Nicky Byrne, Musiker
- Eoin Colfer, Schriftsteller
- Michael Collins, Gründer der IRA
- Gavin Friday, Musiker
- The Corrs, Band
- The Cranberries, Band
- James Michael Donnellan, Tänzer (Irish Dance)
- Roddy Doyle, wichtigster, zeitgenössischer Schriftsteller
- The Dubliners, Band
- Damien Duff, Fußballer
- Keith Duffy, Schauspieler, Musiker
- Collin Dunne, Tänzer (Irish Dance)
- Kian Egan, Musiker
- Enya, Musikerin
- Colin Farrell, Schauspieler
- Mark Feehily, Musiker
- Shane Filan, Musiker
- Rory Gallagher, Musiker
- Michael Gambon, Schauspieler
- Stephen Gately, Sänger, Musical-Star
- Bob Geldof. Rockmusiker, Live-Aid-Organisator
- Mikey Graham, Musiker
- Richard Harris, Schauspieler
- Moarin O'Hara, Filmstar
- Seamus Heaney, Dichter
- Ray Houghton, ehemaliger Fußballer
- Eddie Irvine, ehemaliger Formel-1 Fahrer
- James Joyce, Schriftsteller
- Roy Keane, Fußballer
- Robbie Keane, Fußballer
- Ronan Keating, Musiker
- Johnny Logan, Sänger
- Shane Lynch, Rennfahrer, Sänger
- Shane MacGowan, Musiker
- Constance Markiewicz, Freiheitskämpferin
- Brian McFadden, Musiker
- Danny Morrison, Schriftsteller / Politiker
- Gary Moore, Sänger, Gittarist
- Liam Neeson, Schauspieler
- Flann O'Brien, Schriftsteller
- Turlough O'Carolan, Komponist
- Sean O'Casey, Schriftsteller
- Daniel O´Connell, Politiker, Befreier der Katholiken
- Sinéad O'Connor, Musikerin
- Bram Stoker, Schriftsteller (Dracula)
- Peter O'Toole, Schauspieler
- Bobby Sands – Hungerstreikopfer / IRA
- George Bernard Shaw Schriftsteller und Dramatiker
- Jonathan Swift, Schriftsteller
- U2, Rockband
- Eamon de Valera - Politiker
- Oscar Wilde, Schriftsteller, Dichter
- William Butler Yeats, Schriftsteller
Wahrzeichen
- Kleeblatt (Shamrock)
- Rundtürme
- Hochkreuze
Siehe auch
Weblinks
| Bild:Commons-logo.svg | WikiCommons: Irland – Bilder, Videos oder Audiodateien |
| Bild:Wikiquote-logo.png | Wikiquote: Irische Sprichwörter – Zitate |
- Eintrag im CIA World Factbook
- Irisches Parlament
- Fremdenverkehrsamt Irland
- Umfangreiche Informationen zur irischen Geschichte
- Webseite über Irland aus der Sicht eines deutschen Auswanderers
- Webseite mit Irland Fotos
- pharologie.de - Irische Leuchttürme Fotos und Informationen zu Leuchttürmen an der irischen Küste
- Reiseinfos zu Irland auf Wikitravel
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