Relativpronomen

aus Freepedia, der freien Wissensdatenbank

Das Relativpronomen ist ein Wort, das in einem Relativsatz den Referenten bezeichnet. Die deutschen Relativpronomen sind der, die, das (älter auch: welcher).

Beispiel:

Der Mann, dem ich noch Geld schulde, hat mir gestern einen bösen Brief geschickt.

In diesem Satz ist
dem = Relativpronomen
Mann = Referent
dem ich noch Geld schulde = Relativsatz

Gibt es überhaupt Relativpronomen?

Nur wenige Sprachen auf der Welt haben eigene Relativpronomen; oft wird der Relativsatz einfach dem Referenten direkt vor- oder nachgestellt (beispielsweise in Japanisch oder Chinesisch). Unabhängige Relativpronomen hat keine Sprache der Welt. In den indogermanischen Sprachen ist das Relativpronomen meist eine Ableitung des Interrogativpronomens oder des Demonstrativpronomens beziehungsweise des Artikels, so auch im Deutschen:
Die Relativpronomen des Deutschen sind identisch mit dem Artikel (außer den zwei Genitiv-Formen dessen, deren, die aber auch vom Artikel abstammen). Im Fränkischen und anderen süddeutschen Dialekten ist das Fragewort wo das primäre Relativwort: Der Mann, (dem) wo ich noch Geld schulde... In den romanischen Sprachen wird oft die Konjunktion que, che etc. gebraucht, ähnlich wie im Bairischen: Der Mann, dem dass ich noch Geld schulde...

So sind Relativpronomen ein markiertes Phänomen der indogermanischen Sprachen. In einer globaleren Sichtweise sind Relativpronomen funktionell, formell und von der Position her allerdings nur eine Variante der Konjunktion.

Links

Kurzfassung einer Magisterarbeit zu Relativpronomen im Fränkischen und Französischen



Views
'Persönliche Werkzeuge
Werkzeuge
Andere Sprachen
Ähnliche Links