Raymond Kurzweil
aus Freepedia, der freien Wissensdatenbank
Raymond Kurzweil (* 12. Februar 1948) ist ein Pionier der optischen Texterkennung (OCR), Text-To-Speech Synthese (computervorgelesene Texte), Spracherkennung, Flachbett-Scannertechnologie und im Bereich elektronischer Musikinstrumente, insbesondere den Keyboards. Außerdem ist er der Autor der Bücher "The Age of Intelligent Machines" und "The Age of Spiritual Machines" (deutscher Titel: "Homo S@piens"). Kurzweil gilt als einer der bedeutendsten Visionäre der KI (Künstlichen Intelligenz).
Raymond Kurzweil studierte am MIT und schloss sein Studium 1970 mit dem Bachelor ab. Er wurde für seine Leistungen 2002 in die National Inventors Hall of Fame aufgenommen und erhielt außerdem von Präsident Clinton die "National Medal of Technology". Bill Gates spricht von ihm als dem führenden Experten im Bereich der Künstlichen Intelligenz[1].
Inhaltsverzeichnis |
Kurzweil Keyboards
Im Jahre 1983 gründete Raymond Kurzweil in den USA die Firma "Kurzweil Music Systems". Die Herstellung von Synthesizern, die in der Lage waren, natürliche Klänge in guter Qualität zu erzeugen, stellte in dieser Zeit eine große Herausforderung dar.
Die Idee, eine Firma für elektronische Musikinstrumente zu gründen, entstand aus der Freundschaft zu dem blinden Musiker Steve Wonder. Dieser hatte 1976 von einer Erfindung Kurzweils, der "Kurzweil Reading Machine" (Lesemaschine), gehört und sofort Kontakt zu dem Erschaffer aufgenommen. Dieses Gerät ermöglichte Sehbehinderten erstmals den Zugang zu normalen Drucktexten, indem es die Wörter in akustische Signale umwandelte, also vorlas. Die Reading Machine gilt bis heute als größter Meilenstein zur gesellschaftlichen Integration Blinder nach der 1829 eingeführten Blindenschfirt von Braille.
Ermutigt durch Steve Wonder, brachte Raymond Kurzweil 1984 das erste tastengesteuerte Computerinstrument (Keyboard, Synthesizer), den sogenannten Kurzweil K250 Synthesizer, auf den Markt. Dieses revolutionäre Instrument erzeugte die Klänge verschiedener akustischer Instrumente in einer für diese Zeit herausragenden Qualität. Besonders hervorzuheben ist die naturgetreue Umsetzung des Klanges eines Konzertflügels. Als Dankeschön für die musikalische Unterstützung produzierte Raymond Kurzweil für Steve Wonder ein Sondermodell des K250, das sich durch Sprachkommandos steuern ließ.
Die Firma Kurzweil Music Systems wurde 1989 an die koreanische Firma Young Chang Akki verkauft, die den Markennamen "Kurzweil" jedoch nicht änderte. Da die gesamte Crew der Kurzweil Techniker vom neuen Arbeitgeber übernommen wurde, blieben das technische Wissen und der Entwicklungsgeist erhalten. 1996 baute Young Chang Akki die bis dahin weltweit grösste Piano-Fabrik in China. Die Grundfläche beträgt 750.000 Quadratfuß und erforderte eine Investition von 40 Millionen US-Dollar.
V.A.S.T. Synthese
Grundsätzlich basiert die Klangerzeugung der Keyboards der K2XXX Serie auf Samples, jedoch können die Modelle der Serie auch Standardwellenformen errechnen. Bis zu 62 Samples werden zunächst der Tastatur zugeordnet ("Keymap"), durchlaufen dann diverse Klangformungsalgorithmen (Keymap + Algorithmen = "Layer"), passieren einen Effektprozessor und landen schließlich als "Programm" an einem der vier Ausgangspaare (Rack-Version; zwei Paare beim K2000 Keyboard) oder dem "Mix Out". Ein "Programm" kann sich dabei aus bis zu drei "Layern" zusammensetzen. Der Kurzweil verwaltet drei Tastaturzonen, jeder dieser Zonen darf ein "Programm" zugeordnet werden, was sich dann einfach "Setup" nennt. Ab Werk fasst das nicht flüchtige RAM des Kurzweil unterschiedlich viele Programme, in Abhängigkeit von deren Komplexität und dem Gerätetyp.
Der Clou der Geschichte ist nun aber, dass der Weg vom Sample zum Output nicht fest vorgegeben ist. Vielmehr lassen sich vom Anwender 31 Algorithmen auswählen, in denen verschiedene DSP-"Bausteine" (wie z.B. Filter, "Stimulator", Hüllkurven-EG etc.) in verschiedenen Konfigurationen zusammengestellt sind. Die Verdrahtung dieser Module ist fest vorgegeben, doch darf der Musikus nach Herzenslust herumprogrammieren, wie genau die einzelnen Bausteine sich verhalten sollen (z.B. Hipass, Lowpass usw.). Obwohl z.B. der K-2000 maximal 24stimmig ist, verfügt er dennoch über mehr Oszillatoren, da es einige DSP-Module gestatten, weitere Wellenformen zu generieren. So lassen sich beispielsweise Solosounds mit drei Sägezahnwellen programmieren, obwohl nur eine der drei "echten" Stimmen beim Spielen verbraucht wird. Hierzu gesellen sich ferner 50 sogenannte "FUNs", die Funktionsgeneratoren. Mit ihnen lassen sich anhand mathematischer Formeln, etwa: cos (a + b), die Steuerspannungen zweier Module zu einer neuen verrechnen.
Kurzweil K2000
Mit dem Modell K2000, das als 61-Tastenversion und als Rackgerät (K2000R) hergestellt wurde, brachte die Firma Kurzweil 1989 eine Workstation auf den Markt die es in sich hatte. Mit einem ROM von 8MB, welches durch die Zusatzboards "Contemporary" und "Orchestral" auf 24MB ausgebaut werden konnte, konnten Natursounds erzeugt werden, die besonders im Streicher und Akkustikgitarrenbereich sehr realistisch klangen. Darüber hinaus war der K2000 in der Lage analoge Flächen und Lead-Sounds in sehr guter Qualität zu erzeugen. Ausgerüstet mit einer optionalen Sampling-Option konnten bis zu 64MB Ram mit eigenen Aufnahmen gefüllt werden. (K2000S oder RS) Die Besonderheit des Synthesizers liegt in der Möglichkeit auch diese Samples, genau wie die Rom-Samples mit der V.A.S.T.-Synthese zu bearbeiten.
Kurzweil K2000VP
Mit de VP-Serie die ein blaues Gehäuse hat (sonst schwarz) wurde das Rom der größeren K2500 Serie integriert.
Kurzweil K2500
Dieses Modell verfügt gegenüber dem K2000 über ein neues ROM mit 8MB Speicher. Der Programm-Ram (kurz : P-Ram) wurde etwas vergrößert. Größte Neuerung war die doppelte Stimmenanzahl von 48 Stimmen sowie 192 Oszillatoren. Dazu hat die Keyboard-Version des K2500 einen großen Ribbon-Controller oberhalb der Tastatur, sowie Fader zur Verwendung als digitale Drawbars spendiert bekommen. Die Keyboard Versionen gibt es als K2500 mit 76 leichtgewichteten sowie als K2500X mit 88 gewichteten Tasten. Das Sampling Ram kann hier auf 128MB ausgebaut werden. Das K2500 kann neben den Erweiterungen die es auch für das K2000 gibt, durch ein 4MB großes Stereopiano sowie die KDFX-Funktion erweitert werden. Die KDFX-Erweiterung ersetzt den bisherigen Digitech-Effektprozessor durch einen von Kurzweil selbst entwickelten. Vorteil ist das geringe Rauschverhalten, weil das Signal nur einmal gewandelt werden muss, sowie die größere Anzahl an gleichzeitig nutzbaren Effekten.
Kurzweil K2600
Das Flagschiff der Kurzweil-Serie wurde durch die eingebauten Optionen KDFX und Stereopiano ergänzt. Darüberhinaus ist die V.A.S.T. Synthese hier noch flexibler genutzt werden. Auch das K2600 ist als 76- und 88 Tastenversion erhältlich. Das Programm-Ram ist ab Werk doppelt so groß wie beim K2500, also 480KB. Aufgerüstet werden kann der K2600 mit den bekannten Zusatz-Roms, sowie neuen Roms für E-Piano und dem P-Ram.
Kurzweil K2661
Der jüngste Sprössling der K-Serie ist ein K2600 inklusive der Contemporary und Orchestral Roms. Allerdings hat dieses Keyboard nur 61 Plastiktasten, keinen Ribboncontroller und kein Diskettenlaufwerk mehr. Dafür gibt es jetzt einen SM-Slot. Aufgerüstet werden kann das K2661 durch einen optionalen Ribboncontroller und das P-Ram, sowie die neuen Rom-Boards für E-Piano, Kirchenorgel und Stereopiano.
Weblinks
- Literatur von und über Raymond Kurzweil im Katalog der DDB
- Kurzweil Homepage
- Kurzweil Europa
- Auseinandersetzung mit und Demonstration von künstlicher Intelligenz und Zukunftsprognosen (englisch)
- Übersicht über Kurzweils Firmen (english)
- / Kurzweil Test
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Kurzweil, Raymond |
| ALTERNATIVNAMEN | |
| KURZBESCHREIBUNG | US-amerikanischer Computerpionier und Autor |
| GEBURTSDATUM | 12. Februar 1948 |
| GEBURTSORT | |
| STERBEDATUM | |
| STERBEORT | |



