Raoul Wallenberg

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Bild:Raoul Wallenberg.jpg

Raoul Wallenberg (* 4. August 1912, Schicksal nur bis Mitte 1947 bekannt) war ein schwedischer Diplomat.

Im Jahre 1944 schickte ihn die schwedische Regierung mit Unterstützung des US-War Refugee Boards nach Budapest, um Maßnahmen zur Rettung der dortigen Juden anzustreben. Wallenberg verteilte Schutzpässe und organisierte die Unterbringung seiner Schützlinge in über 30 Schutzhäusern. Bei den Todesmärschen im November 1944 verteilte er u.a. Essen und konnte einige der Unglücklichen zurück nach Budapest bringen.

Die schwedischen Schutzhäuser bildeten zusammen mit denen u.a. etwa Spaniens ein internationales Getto, in dem sich etwa 30.000 Menschen befanden. Zusammen mit anderen Diplomaten gelang es Wallenberg, diese Juden vor dem sicheren Tod zu bewahren.

Dagegen konnte Wallenberg den mehr als 80.000 Juden, die in dem auf Befehl von Ferenc Szálasi, dem ungarischen Staatsoberhaupt und Ministerpräsidenten, im November 1944 in Budapest errichteten Getto zusammengepfercht waren, nur durch Lieferung von Lebensmitteln u.ä. helfen. In den letzten Wochen bis zur Befreiung Budapests durch die Rote Armee Mitte Januar 1945 ermordeten Angehörige der Pfeilkreuzler auf grausame Weise noch zwischen 10 und 20.000 Gettobewohner. Etwa 70.000 Juden haben im Budapester Getto überlebt. Kurz vor der Befreiung des Allgemeinen Gettos soll dessen Zerstörung geplant gewesen sein. Ein Verbündeter Wallenbergs soll daraufhin dem deutschen General Schmidhuber gedroht haben, falls dieser die Zerstörung nicht verhindere, werde Wallenberg dafür sorgen, dass dieser als Kriegsverbrecher zur Rechenschaft gezogen werde.

Adolf Eichmann, obwohl dazu weder in der Lage noch befugt, drohte, den Judenhund Wallenberg erschießen zu lassen. Dies führte zu einem offiziellen Protest Schwedens.

Wallenberg wollte sich auch nach der Eroberung von Budapest durch die Rote Armee weiterhin für seine Schützlinge einsetzen. Auf dem Weg nach Debrecen wurde Wallenberg jedoch verschleppt und nach Moskau gebracht. 1993 wurde der Verhaftungsbefehl bekannt. Kein geringerer als der Vize-Verteidigunsminister Bulganin hatte am 17. Januar 1945 angeordnet, dass Wallenberg nach Moskau zu bringen war. Zusammen mit seinem Chauffeur wurde Wallenberg in das KGB-Gefängnis Lubjanka gebracht. Nach Aussagen von Mitgefangenen verdächtigte man Wallenberg der Spionage. Bis Anfang 1947 ist bekannt, in welchen Zellen und Gefängnissen sich Wallenberg befand. Sodann herrscht Unklarheit. Bis 1957 verleugnete die Sowjetunion, dass Wallenberg sich in der Sowjetunion befand. Später behaupteten die Sowjets, Raoul Wallenberg sei vermutlich am 17. Juli 1947 einem Herzinfarkt erlegen. An diesem Todestag hält auch Russland weiterhin fest, ohne dafür stichhaltige Beweise vorlegen zu können.

Die schwedische Ärztin Prof. Svartz erfuhr anlässlich eines Medizinerkongresses im Januar 1961 von einem sowjetischen Kollegen, Prof. A. L. Mjasnikow, dass Wallenberg sich in einem Mentalkrankenhaus befinden solle. Mjasnikow leugnete später jedoch auf höchste Anweisung, derartige Äußerungen getätigt zu haben. Die schwedische Regierung geriet in starke Kritik für ihr Verhalten im Fall Wallenberg. Im Januar 2001 hat der schwedische Teil einer schwedisch-russischen Arbeitsgruppe erklärt, der Tod Raoul Wallenbergs sei keinesfalls erwiesen. Die russische Seite verdeutlichte, dass von sowjetischer Seite in den ersten Jahren nach Wallenbergs Gefangennahme ein Austausch Raoul Wallenbergs für möglich gehalten wurde. Die schwedische Seite habe darauf nicht reagiert. Wallenberg wurde für seine Rettungstätigkeit u.a. von der Gedenkstätte Yad Vashem als Gerechter unter den Völkern ausgezeichnet und er wurde von Israel, den USA und Kanada zum Ehrenbürger ernannt. 1995 erhielt er posthum den Europäischen Menschenrechtspreis des Europarates.

Siehe auch

Literatur

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