Primärharn

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Der Primärharn (engl: glomerular ultrafiltrate) ist eine unkonzentrierte Harnflüssigkeit, die in der Niere durch Filtration des Blutplasmas entsteht.

Die Flüssigkeit, die durch die Wand der BOWMANschen Kapsel aus dem Blutplasma ins Innere des Nierenkanälchens gepresst wird, entspricht in ihrer Zusammensetzung einem eiweißfreien Plasma. Blutzellen und die meisten Proteinmoleküle sind zu groß, als dass sie durch die feinen Poren dieser Wände gedrückt werden könnten. Der Primärharn enthält aber auch niedermolekulare Proteine und Albuminreste, die in den nachfolgenden Nierenabschnitten rückresorbiert werden. Er dürfte also auf die gleiche Weise entstehen wie die Gewebeflüssigkeit (Lymphe) im Kapillargebiet. Allerdings ist der Blutdruck in den Kapillaren des Nierenkörperchens höher als in anderen Kapillargebieten.

Erwachsene bilden pro Tag ca. 180 Liter Primärharn. Während des Abflusses durch die erste Aufknäuelung des Nierenkanälchens werden dem Primärharn vor allem durch aktive Transportvorgänge die verwertbaren Stoffe wieder entzogen, sie gelangen dadurch in die Gewebeflüssigkeit der Niere. Infolge des Stoffentzugs sinkt der osmotische Druck des Harns unter den des umgebenden Gewebes, sodass auf osmotischem Wege (also passiv) ein großer Teil des Wassers ebenfalls in die Gewebeflüssigkeit ausströmt. Es werden auch Stoffe über die Wandzellen der Nierenkanälchen in den Primärharn abgesondert (u.a. Drogen, Medikamente).

Bis zum Erreichen der HENLEschen Schleife verliert der Primärharn bereits 75% des Wassers. Ein weiterer Wasserentzug findet in der HENLEschen Schleife, in dem geknäulten Endabschnitt des Nierenkanälchens und in den Sammelrohren statt. Eine wichtige Rolle spielt dabei ein Konzentrationsgefälle im Nierengewebe, von wo das überschüssige Wasser kontinuierlich ins Blut abfließt.



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