Polykondensationsreaktion
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Eine Polykondensationsreaktion ist eine stufenweise über stabile, aber weiterhin reaktionsfähige Zwischenprodukte ablaufende Kondensationsreaktion, bei der aus vielen niedrigmolekularen Stoffen (Monomere) unter Abspaltung einfach gebauter Moleküle (meist Wasser) Makromoleküle (Polymere) gebildet werden.
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Historische Informationen
Die erste Polykondensation gelang dem deutschen Chemiker und Nobelpreisträger Adolf von Baeyer 1872. Er beschrieb die Polykondensation von Phenol und Formaldehyd zu Bakelit und legte damit die Grundlage für die heutige Polymerchemie. Hermann Staudinger, der sich hauptsächlich mit der Polymerchemie befasste, erklärte in Thesen die Polymerisation schließlich als Kettenreaktion, bei der Makromoleküle entstehen.
Anwendung
Die Polykondensation ist eines der wichtigsten Verfahren der Polymerchemie. Durch sie lassen sich zahlreiche wichtige Kunststoffe, wie zum Beispiel Phenoplast (z. B. Bakelit), Polyester und Polyamid großtechnisch herstellen. Von großer Bedeutung ist die Polykondensation auch bei der Herstellung von Klebstoffen, wie beispielsweise Phenolformaldehydklebstoffen, und in der Herstellung von Bremsbelägen für Kraftfahrzeuge.
Beispiele
Phenoplast
1. Stufe
Bild:Polykondensation Phenoplast 1.png
Durch Reaktion von Phenol mit einem Aldehyd entsteht unter Mitwirkung eines Katalysators ein erstes Zwischenprodukt.
2. Stufe
Bild:Polykondensation Phenoplast 2.png
Dieses Zwischenprodukt reagiert unter Abspaltung von Wasser nochmals mit Phenol. Dabei handelt es sich um eine Kondensation.
räumliche Vernetzung
Bild:Polykondensation Phenoplast 3.png
Laufen diese 2 Stufen mehrmals mit dem zweiten Zwischenprodukt an Stelle von Phenol in Stufe 1 ab, dann kommt es zu einer Polymerisation und einer räumlichen Vernetzung und man spricht von Polykondensation.
Polyester
Bild:Polykondensation Polyester.png
Durch Reaktion von zwei Alkanolen mit Terephthalsäure entsteht unter Abspaltung von Wasser ein Polyester. Läuft diese Reaktion unter Einbeziehung des Reaktionsproduktes als Ausgangsstoff mehrstufig ab, handelt es sich um eine Polykondensation. Wird statt Ethandiol beispielsweise Glycerin als Ausgangsstoff verwendet, dann kommt es zu einer räumlichen Vernetzung und der Entstehung eines Duroplast.



