Politische Philosophie

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Die politische Philosophie befasst sich mit fundamentalen Fragen von Staat, Regierung, Politik, Eigentum, Gesetz und Macht, mit Theorien zur Begründung von Herrschaft und den fundamentalen Prinzipien einer gerechten Gesellschaft. Damit ist sie ein Teilgebiet sowohl der Philosophie als auch der Politikwissenschaft. Die zeitgenössische politische Philosophie ist ist eng verwandt mit der (modernen) politischen Theorie.

Inhaltsverzeichnis

Die Antike

Politische Philosophie beschäftigte sich mit der Natur und den Formen von Macht. Es wird vor allem über die richtige Regierung des Staates nachgedacht. Die politische Philosophie stellt eine der ersten Richtungen der Philosophie an sich dar.

Als akademische Disziplin hat die politische Philosophie ihre Ursprünge in der antiken griechischen Gesellschaft, in der die verschiedenen Stadtstaaten mit unterschiedlichsten Regierungsformen experimentierten. Dazu gehörten Monarchie, Tyrannei, Aristokratie, Oligarchie, Demokratie und Ochlokratie.

Wichtige schriftliche Werke in dieser Zeit stammen von Platon und Aristoteles. Die Römische politische Philosophie war von den Stoikern beeinflusst.

Auch in Rom gab es Staatsphilosophie: Cicero verfaßte mit seiner de re publica das staatstheoretische Werk der Römer schlechthin. Darauf aufbauend, ließ er de legibus folgen.

Das Mittelalter

Im Mittelalter war die politische Philosophie von der Vorstellung eines gottesfürchtigen Staates geprägt. Speziell Augustinus spricht vom Gottesstaat in seinem Werk De civitate Dei.

Renaissance

In der Renaissance erfolgt die Verweltlichung der politischen Philosophie. Der Mensch rückt mehr und mehr in den Mittelpunkt der Betrachtungen, wodurch auch die Bildung von Nationalstaaten gedanklich vorbereitet wird. Der bedeutendste politische Philosoph dieser Zeit ist der Italiener Niccolo Machiavelli, der in äußerst nüchterner Weise die Gesetzmäßigkeiten von Macht und Politik analysiert. Machiavelli gilt als einer der Vorbereiter der Einigung Italiens.

Der Staat als Denkinhalt

In der anschließenden geistesgeschichtlichen Phase wird der Staat - häufig als Selbstzweck - gedacht. Es erfolgt die Diskussion zwischen den verschiedenen Konzepten eines Staates. Besondere Höhepunkte dieser Diskussion bilden die Überlegungen von Thomas Hobbes mit dem Staat als Leviathan und die politikphilosophischen Werke von Georg Wilhelm Friedrich Hegel, der den Staat als Sittlichkeit darstellt.

Der Staat als Instrument

In neuerer Zeit wird der Staat meist als Instrument angesehen, gelegentlich auch für völlig überflüssig erachtet. Karl Marx lehrte, dass der Staat verfalle, wenn erst die klassenlose Gesellschaft erreicht sei. Noch deutlicher wird dies im Anarchismus. Auf der anderen Seite wird der Staat als Mittel zum Zweck angesehen. Hitler z. B. postulierte, dass der Staat dem Volk zu dienen habe. Anders sah dies Benito Mussolini, der aber den Staat ebenfalls als Instrument, nämlich zur Wiedererrichtung einer antiken Ordnung verstand. Auch der konservative deutsche Jurist und politische Philosoph Carl Schmitt sah den Staat vor allem als Ordnungsfaktor, der Recht schafft.

Pluralismus

In den neueren pluralistischen Konzepten, wie sie vor allem von dem britischen Theoretiker Harold Laski (Labour Party) entwickelt wurden, gilt der Staat als eine von vielen wirkenden Kräften, aber nicht mehr als der Vertreter der Gesamtheit. Diese Betrachtungen haben sich zwischenzeitlich auch auf andere politische Philosophien übertragen. Der Liberalismus, der dem Staat schon immer skeptisch gegenüberstand, konzipierte ein staatsarmes System, das polemisch als Nachtwächterstaat bezeichnet wurde. Diese Gedanken liefen in der neuesten Zeit zusammen mit den Pluralismus-Ideen Laskis und sind heute praktisch zu einer Einheit verschmolzen.

Siehe auch

Staatstheorie, Portal Philosophie, Politische Soziologie, Rechtssoziologie

Eine noch rudimentäre und einseitige Liste von Personen, die sich mit politischer Philosophie befasst haben: Platon, Aristoteles, Cicero, Niccolò Machiavelli, Hugo Grotius, Samuel Pufendorf, Jean Bodin, Thomas Paine, Thomas Hobbes, Montesquieu, John Locke, Jean-Jacques Rousseau, John Stuart Mill, Jeremy Bentham, Immanuel Kant, Georg W. F. Hegel, Johann Gottlieb Fichte, Karl Marx, Antonio Gramsci, Pierre Joseph Proudhon, Michail Bakunin, Peter Kropotkin, John Rawls, Isaiah Berlin, Alain Badiou, Étienne Balibar, Jacques Ranciere, Carl Schmitt, Hannah Arendt, Friedrich August von Hayek, Robert Nozick, Michel Foucault, Michael Walzer, Armin Mohler, Edmund Burke, Louis Althusser, Heinrich Meier.

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