Politiker
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Als Politiker bezeichnet man Personen, die politische Ämter innehaben oder sie anstreben. Meist werden sie dabei durch Parteien und Verbände unterstützt. Politiker agieren auf allen Ebenen eines Staates (Bund, Länder oder Gemeinden). Politische Ämter können Regierungsämter (z.B. Minister), das Abgeordnetenmandat in einem Parlament oder ein Amt in einer Partei (z.B. Parteivorsitzender) sein. Politiker haben das Ziel durch ihr Handeln Einfluss auf wichtige politische Entscheidungen zu nehmen. Hierzu können sie zum einen ihre durch politische Ämter gesicherten Rechte nutzen (Beispielsweise bei Abstimmungen im Parlament). Außerdem können sie durch Meinungsäusserung Einfluss nehmen.
Als Mitglied einer Partei vertritt ein Politiker deren Interessen. Es gibt jedoch auch Politiker, die sich keiner Partei anschließen (Parteilose), oder deren Aufgabe nicht die Interessenvertretung ihrer Partei ist (zum Beispiel Bundespräsident). Neben dem Berufspolitiker, der zum Beispiel als Abgeordneter, Staatssekretär oder Minister arbeitet gibt es noch den ehrenamtlich arbeitenden Politiker, der die Politik nur neben seinem Beruf ausübt.
Eine verpflichtende Ausbildung ist in Deutschland weder für Kandidaten noch Berufspolitiker vorgesehen. Es werden zwar viele Seminare und andere Bildungsmaßnahmen angeboten -- nach seiner Wahl wird ein Politiker jedoch meistens nur sehr wenig Zeit zum Besuch solcher haben.
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Allgemein
Geht man bei Politikern vom Ziel der Stimmenmaximierung aus, so kann man daraus Medianwählerorientierung und Kurzfristorientierung (siehe unten) unterstellen, da sie keinem Schleier des Nichtwissens unterliegen.
Zudem können für den Bürger sichtbare, ökonomisch aber nicht zwangsläufig vernünftige Maßnahmen unterstellt werden, während möglicherweise wichtigeren Ziele, die jedoch nicht vom Wähler als solche erkannt werden, nicht nachgegangen wird. Vielmehr können dann individuell spürbare Maßnahmen bei wenig spürbaren Belastungen für den Wähler unterstellt werden. Das Ziel der Stimmenmaximierung kann volkswirtschaftlichem Sinn entgegenstehen, natürlich auch der Ethik.
Dem Politiker nur das Ziel der Stimmenmaximierung zu unterstellen, ist allerdings in vielen Fällen falsch. Es gibt zahlreiche andere Ziele: den Interessen einer Region, eines Berufes, eines Wirtschaftszweiges usw. helfen; berühmt zu werden; reich zu werden; gefürchtet zu werden.
Es gibt aber auch Politiker die sehr weit und ganzheitlich denken und z.B. der Verantwortungsethik entsprechend mit vollem Einsatz dem Wohle aller Bürger dienen. Leider werden diese von den Wählern meistens nicht als beste Wahl wahrgenommen und es gelingt ihnen oft nicht, sich in politischen Machtkämpfen bis zur Spitze durchzusetzen. Ferner gehen die Auffassungen darüber, was langfristig das "Wohl aller Bürger" bzw. "Wohl des Staatsvolkes" darstellt sowie auf welchem Weg dieses erreicht werden soll, auseinander.
Kurzfristorientierung
Aus der Kurzfristorientierung lassen sich beispielsweise fehlende Rücklagen im gesetzlichen Rentensystem, zyklische statt antizyklische Wirtschaftspolitik (wider besseren Wissens) oder fehlender Mut zu schmerzhaften aber notwendigen Reformen erklären, da dies dem ökonomisch weniger gebildeten Wähler wegen der hohen Komplexität nicht vermittelbar ist. Auf Wiederwahl bedacht wird der Politiker daher vor kurzfristig schmerzhaften Maßnahmen zurückschrecken, auch wenn sie ökonomisch unbedingt nötig sind. Dies gilt natürlich nicht, wenn es ansteht, volkswirtschaftlich langfristig schädliche Maßnahmen durchzusetzen, die für die Mehrheit der Wähler schmerzhaft sind, von denen jedoch Wirtchaftslobbyisten, die Einfluß auf Parteien, Politiker und Medien nehmen, sich kurzfristigen Profit versprechen. Diese Maßnahmen kann man dem ökonomisch weniger gebildeten Wähler dann als notwendige, alternativlose Reformen verkaufen und unbehelligt den wirtschaftlich Mächtigen zu Diensten sein.
Siehe auch
Liste der Biografien, Liste der Mitglieder des Schweizerischen Bundesrates, Liste der deutschen Bundesminister a.D., deutsche Bundesregierung, österreichische Bundesregierung, Liste der Bundestagsabgeordneten, Liste der Politiker der DDR, DDR-Opposition, Hinterbänkler
Literatur
Klassiker
- Max Weber: Politik als Beruf. 1919. ISBN 315008833X) (Online Text)
- Niccolò Machiavelli: Der Fürst. 1513, ISBN 3150012198
Kritische Literatur
- Hans Herbert von Arnim: Das System - Die Machenschaften der Macht, München, Droemer Knaur, 2001
- ders.: Fetter Bauch regiert nicht gern. Die politische Klasse - selbstbezogen und abgehoben, durchgesehene und mit einem aktuellen Vorwort versehene Taschenbuchausgabe, München: Droemer Knaur, 1999,
- ders.: Der Staat als Beute. Wie Politiker in eigener Sache Gesetze machen, München: Droemer Knaur, 1998.
- ders.: Diener vieler Herren. Die Doppel- und Dreifachversorgung von Politikern, München: Droemer Knaur, 1998.
Weblinks
- Verzeichnis von Staatsoberhäuptern und Regierungschefs [1]
- www.wissenschaft.de: Kompetenz ins Gesicht geschrieben Forscher: Kindliche Züge lassen Politiker weniger kompetent erscheinen und kosten bei Wahlen Punkte



