Plattdeutsch
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Plattdeutsch (des platten/flachen Landes) ist eine umgangssprachliche Sammelbezeichnung für die Dialekte der niederdeutschen Sprache (niedersächsischen Sprache, ostniederdeutschen Sprache und niederfränkischen Sprache).
Synonyme Begriffe sind platt und plattdüütsch, sowie platdütsk in Ostfriesland.
Inhaltsverzeichnis |
Schriftsprache
Die plattdeutsche Sprache hat eine eigene Schriftsprache. Heute wird sie oft als Dialekt bezeichnet. Das hat aber eher politische Gründe als linguistische. (Dat gifft 'n Hümpel Grootdialekten un soveel Dörpsdialekten as Fleigen op de Mess.)
Lautverschiebung
Die plattdeutsche Sprache machte die zweite deutsche Lautverschiebung (hochdeutsche) nicht mit, ebenso wenig wie zum Beispiel Niederländisch und Englisch.
Niederdeutsche Konsonanten -> hochdeutsche Konsonanten
k -> ch :
- plattd.: ik -> ich und niederl.: koken -> kochen
- plattd.: maken und engl.: to make -> machen
d -> t :
- plattd.: Dag und engl.: day -> Tag
t -> s :
- plattd.: dat, wat, eten und engl.: that, what, eat-> das, was, essen
t -> z :
- plattd.: Tied, Timmermann -> Zeit, Zimmermann
t -> tz :
- plattd.: sitten und engl.: sit -> sitzen
p -> f :
- plattd.: slapen und engl.: sleep -> schlafen
- plattd.: Schipp und engl.: ship -> Schiff
p -> pf :
- plattd.: Peper und engl.: pepper -> Pfeffer
v, w, f -> b :
- plattd.: Wief, Wiewer -> Weib, Weiber
- Plattd.: leev, leewer -> lieb, lieber
Weitere Unterschiede zwischen dem Hoch- und dem Niederdeutschen
Weitere Unterschiede zwischen dem Hoch- und dem Niederdeutschen, die jedoch nicht aus der 2. Lautverschiebung resultieren:
s -> sch :
sm -> schm :
- plattd.: smeeren, Smeer und schwed.: Smör -> schmieren, Schmiere
sl -> schl :
- plattd.: slapen und engl.: sleep -> schlafen
sw -> schw :
- plattd.: Swien -> Schwein
st -> scht :
- plattd.: steen und engl.: stone -> schtein (gesprochen aber nicht geschrieben)
sp -> Schp :
- plattd.: spitz -> schpitz (gesprochen aber nicht geschrieben)
Insbesondere in den nördlichen Gebieten zeigen sich in der modernen plattdeutschen Sprache einige Skandinavismen bzw. Anglizismen, von denen das Fehlen des Präfix ge- beim Partizip Perfekt am auffälligsten ist.
Ik hebb köfft -> ich habe gekauft (vgl. z.B. schwed. "jag har köpt".
He hett seten -> Er hat gesessen.
Die Ursache dieses Unterschiedes ist nicht eindeutig geklärt. Es ist unsicher, wie das Partizip in der altsächsischen Sprache gebildet wurde. So weist der Heliand im Vaterunser die Zeile auf: geuuîhid sî thîn namo uuordo gehuuilico, auf Plattdeutsch heißt es: hilligt warrn schall dien Naam. Vergleiche mit der nahe verwandten angelsächsischen Sprache legen ebenfalls nahe, dass das Partizip möglicherweise mit Präfix gebildet wurde. Alte schriftliche Quellen aus der karolingischen Zeit zeigen beide Formen, da sie jedoch von fränkischen Mönchen geschrieben wurden, sind sie diesbezüglich nicht besonders zuverlässig. Mittelniederdeutsche Quellen aus dem 14. und 15. Jahrhundert zeigen beide Formen.
Die regionale Verbreitung liefert eher Hinweise zur Genese dieses Phänomens: Die grammatische Form des Partizips ohne Präfix ist typisch für das Emsland (Binnenland!) und die Küstenregionen von Ostfriesland über den Raum Hamburg/Bremen bis Schleswig-Holstein, Mecklenburg und Vorpommern. Dagegen wird im westfälischen und ostfälischen Raum sowie in den im Hoch- und Spätmittelalter kolonisierten Gebieten östlich der Oder das Partizip mit dem Präfix ge- gebildet. Dieser Umstand lässt einen Einfluss über die Seefahrt und die intensiven Beziehungen zu England und Skandinavien zur Hansezeit und später vermuten.
Gleichzeitig waren die Gebiete, in denen das Partizip nach skandinavischem Muster gebildet wird, in der Neuzeit teilweise über längere Zeit skandinavisch verwaltet. So führte der Dreißigjährige Krieg zu einer schwedischen Besetzung im Gebiet zwischen Hamburg und Bremen (z.B. Stade) und in Pommern. Schleswig-Holstein hatte den dänischen König als Landesherren und eine teilweise dänisch geprägte Verwaltung. Dies könnte ohnehin in der Sprache vorhandene Tendenzen zum präfixlosen Partizip verstärkt haben.
Generell ist zu beobachten, dass es im nördlichen Sprachraum eine über das Partizip hinaus gehende Abneigung gegen das Präfix ge- gibt. So wird bereits in älteren Quellen ein Geschlechterbuch Slechtbook genannt. Mit dem hochdeutschen Verb gehören korrespondiert das plattdeutsche hören / heurn und - präziser - tohören / toheurn. He heurt de vun de Geest to = Er gehört zu denen von der Geest.
Verwendung in der EDV
Die Desktop-Oberfläche für Unixsysteme und Derivate wie GNU/Linux, KDE, gibt es seit Version 3.2.1 auch in einer plattdeutschen Sprachvariante. Eine plattdeutsche GNOME-Variante befindet sich in der Planung.
- Weiterhin gibt es unter nds.wikipedia.org eine plattdeutsche Ausgabe (plattdüütsche Utgaav) der Wikipedia.
Siehe auch
Literatur
- Sachsensprache, Hansesprache, Plattdeutsch. Sprachgeschichtliche Grundzüge des Niederdeutschen; Willy Sanders; Göttingen 1982
- Asterix - De Törn för nix; R. Goscinny, A. Uderzo; Ehapa, Berlin 1996; ISBN 3-7704-0467-X
- Asterix - Asterix un de Wikingers; R. Goscinny, A. Uderzo; Ehapa, Berlin 1997; ISBN 3-7704-0475-0
- Asterix - Lütt Obelix op grote Fohrt; R. Goscinny, A. Uderzo; Ehapa, Berlin 1998; ISBN 3-7704-2251-1
Weblinks
| Bild:Wikipedia-logo.png | Wikipedia auf Plattdeutsch |
| Bild:Wiktionary-logo-en.png | Wiktionary: Plattdeutsch – Wortherkunft, Synonyme und Übersetzungen |
Seiten über Plattdeutsch
- Magdalene Ehlers Online
- Das größte plattdeutsche Internet-Wörterbuch
- http://www.plattmaster.de
- Plattdeutsch-Wörterbuch
- Plattdeutsche Seiten im Netz
Seiten auf Plattdeutsch
- KDE op Platt
- GNOME op Platt
- Plautdietsch-Freunde e.V.
- De Drangdüwels - Plattdüütsch Landrock
- Diesel, dat oostfreeske Bladd up Platt
- De Plattfööt - Musik un Snacks



