Pfingstrose

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Pfingstrose
Bild:Pfingstrosenblueten.jpg
Systematik
Abteilung: Bedecktsamer (Magnoliophyta)
Klasse: Dreifurchenpollen-Zweikeimblättrige
(Rosopsida)
Ordnung: Steinbrechartige (Saxifragales)
Familie: Pfingstrosengewächse (Paeoniaceae)
Gattung: Pfingstrosen (Paeonia)
Art: Pfingstrose
Wissenschaftlicher Name
Paeonia officinalis
L.

Die Pfingstrose (Paeonia officinalis), auch Bauern-Pfingstrose genannt, ist eine mehrjährige krautige Pflanze aus der Gattung der Pfingstrosen (Paeonia) und der Familie der Pfingstrosengewächse (Paeoniaceae). Ihre botanische Bezeichnung leitet sich von Paieon ab, einem der ältesten Heilgötter des antiken Griechenlands. Paieon heilte den von Herakles verwundeten Hades, den Gott der Unterwelt, mit Päonienwurzeln. Neben den Stauden-Arten, von denen es ca. 30 Arten und 5000 Kulturformen gibt, auch Strauch-Pfingstrosen, fälschlicherweise auch als Übersetzung aus dem Englischen als "Baumpäonien" (von tree peony) bezeichnet, die 1 bis 2,5 m hohe Sträucher bilden.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Die staudige Sorte Paeonia officinalis cv. 'Rubra Plena' wird ca. 40 bis 60 cm hoch. Die Blüten sind korallenrot, gefüllt und ca. 7-13 cm groß mit 5-10 eiförmigen Kronblättern. Die Pfingstrose besitzt zahlreiche gelbe Staublätter, die an ihrer Basis zu einem fleischigen Ring verwachsen, der Nektar absondert (im Unterschied zu den Hahnenfußgewächsen)

Weitere wichtige Arten:

Paeonia lactiflora: In tausenden Sorten in unseren Gärten vertreten, stammt aus Sibirien, Nordchina, Korea, Japan, in Europa seit ca. 1800 eingeführt und sehr beliebt wegen ihres wunderbaren Duftes. Tausende Sorten, von der klassischen voll gefüllten über anemonenförmige Sorten bis hin zu einfach blühenden (ungefüllten). Bild:Paeonia rockii.jpg Paeonia tenufolia (Netzblatt-Päonie): kleinwüchsig, mit fein zerteiltem Laub (wie Dill), einfach rot oder rosa bzw. rot gefüllt blühend, sehr früh.

Paeonia mlokosewitschii (Mlokosiewicz's Kaukasus-Päonie): Sehr beliebte gelbblühende Wildart, war bei allen Umfragen der Fachgruppe Päonien der GdS unter den Siegern, sehr früh, schön.

Paeonia rockii (Rocks Päonie): Sehr winterharte Strauchpfingstrosen-Wildart, von der es mittlerweile Hunderte Hybriden gibt, vor allem aus China, wo sie in der Provinz Gansu heimisch ist. Aufgrund der schönen Blüten, des starken Duftes und der Robustheit für Deutschland am besten geeignete Strauchpäonie.

Wichtige Kultivar-Gruppen: Ausführliche Erläuterung der einzelnen Kultivargruppen siehe http://www.paeo.de/deutsch/name/index.html

Vorkommen

Die natürliche Heimat ist die gesamte Nordhalbkugel, von Nordafrika (Marokko und Algerien) über Portugal und Spanien bis nach Japan und Korea sowie die Westküste der USA (10 Bundesstaaten). Nördlichste Ausdehnung bis zur Kola-Halbinsel in Nord-Russland und Mittelsibirien, südlichste bis Tibet und Yunnan in China sowie Marokko und Israel. In Europa südlich der Alpen.

Die Standorte sind sehr verschieden. Manche Arten wachsen auf Meereshöhe, manche sind in Hochgebirgen bis 4000 Meter beheimatet.

Die Pfingstrose tauchte in den Kräuterbüchern des Mittelalters immer wieder auf. Da sie von den Benediktinern über die Alpen gebracht wurde, bekam sie auch den Namen "Benediktinerrose". Von den Klostergärten fand sie rasch den Weg in die Bauerngärten. Im Spätmittelalter entstand die gefüllte Form der "Paeonia officinalis". In der christlichen Symbolik stand sie für Reichtum, Heilung, weibliche Schönheit und galt als "Rose ohne Dorn".

Besonderheiten

Bild:Paeonia lutea0.jpg Mit 3,6 Millionen besitzt die Pfingstrose die höchste bekannte Pollenzahl je Blüte.

Heilwirkung

Schon Theophrast, Plinius und Dioskurides vertrauten auf die medizinische Wirkung der Pfingstrose. Wie viele andere Heilkräuter wurden Päonien im Mittelalter in den Klostergärten kultiviert. Von hier aus gelangten sie auch in die Bauerngärten. Heute werden das Rhizom, die Samen und vor allem die Blütenblätter der Pfingstrose gegen Gicht eingesetzt, daher auch die Bezeichnung Gichtrose. Theophrast hat übrigens empfohlen, die heilkräftigen Früchte der weißen Pfingstrose bei Nacht zu sammeln. Bei Tage könnte man vom Specht gesehen werden und das Augenlicht verlieren. Bis ins 19 Jahrhundert hinein wurde die Pfingstrose als Mittel gegen Epilepsie eingesetzt.

Die Samen der Pfingstrosen wurden auf Ketten aufgereiht und zahnenden Kleinkindern zum Kauen gegeben. In Bayern nannte man die Samen deshalb auch Appoloniakörner – zu Ehren der Heiligen Appolonia, der Patronin der Zahnleidenden.

Heutzutage in China großflächiger Anbau zur Gewinnung des Mudan pi, einem wichtigen Stoff der chinesischen Heilkunst, dafür auf Hunderten Hektar Anbau der Sorte Fen Dan Bai (Hybride von Paeonia ostii). In Europa Import von Päonienwurzeln im großen Stil durch die Pharma-Industrie aus Ost-Europa und Vorderasien, wo Naturstandorte radikal geplündert werden.

Sonstiges

Die Pfingstrose ist auch eine beliebte Gartenpflanze.

Gedicht von Eichendorff

Die Päonie ist auch Sujet eines Gedichts von Joseph Freiherr von Eichendorff:

Kaiserkron und Päonien rot,
Die müssen verzaubert sein,
Denn Vater und Mutter sind lange tot,
Was blühn sie hier so allein?

...

Weblinks

Literatur

  • Jane Fearnley-Wittingstall: Päonien. Die kaiserliche Blume


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