Kutsche
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Bild:Haflinger wagonette brustblatt.jpg Bild:BuggyMitFriese.jpg
Eine Kutsche ist ein von Zugtieren, meist einem oder mehreren Pferden, gezogener ein- oder zweiachsiger Wagen für den Transport von Personen oder Waren. Das Vorhandensein einer Federung unterscheidet die Kutsche vom Wagen.
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Wortursprung
Das Wort Kutsche leitet sich vom ungarischen Kocsi ab. Kocsi bedeutet "aus Kocs", ein Ort, in dem im Mittelalter hochgeschätzte Kutschen produziert wurden.
Geschichte
Bild:Postkutsche.jpg Die Kutsche entwickelte sich um 1600 aus dem Wagen, indem die Federung eingeführt wurde, um den Reisenden mehr Komfort zu bieten. Von da an vollzog die Kutsche eine stetige Verbesserung und zeigt die Entwicklung der Technik an.
Eine ganze Reihe von Berufen war im Kutschenbau engagiert: z. B. Stellmacher, Schreiner, Lackierer, Linierer u. v. a..
Kutschen waren auch stets ein Statussymbol, das aber nicht nur durch den Wagen selbst, sondern durch die ganze Equipage ausgedrückt wurde.
Kutschen waren bis zum Ende des 19. Jahrhunderts das Reisemittel Überland schlechthin. Erst die Entwicklung des Automobils ließ die Kutsche langsam aus dem Straßenbild verschwinden.
In vielen Ländern ist die Kutsche nach wie vor ein wichtiges Transportmittel.
Heute wird Gespannfahren in Mitteleuropa fast nur noch als Hobby oder Sportart ausgeübt. Im offiziellen Fahrplan der Schweiz existiert jedoch weiterhin eine Kutschenlinie (zwischen Pontresina und Roseggletscher).
Die Kutsche als Vorläufer des Automobils
Am 8. März 1886 bestellte der Automobilpionier Gottlieb Daimler eine Kutsche der Bauart "Americain" bei Wilhelm Wimpff & Söhne in Stuttgart, die im August 1886 ausgeliefert wurde. Ursprünglich als Geschenk für seine Frau Emma gedacht, endete sie, nachdem Daimler dort einen Motor eingebaut hatte, als das erste vierrädrige Automobil.
Unterscheidungsmerkmale
Kutschen wurden früher von Manufakturen individuell nach Bestellung des Kunden gebaut. Erst ganz am Ende der Ära der Kutschen wurden zumindest Einzelteile industriell hergestellt. Daher sind historische Kutschen stets Unikate. Auch die verschiedenen Wagentypen sind daher nicht mit den heutigen Modellen der Automobilindustrie vergleichbar.
Hier dennoch einige Merkmale um eine Kutsche klassifizieren zu können:
- Anzahl Achsen: 1-achsig z.B. der Gig oder der Sulky.
- Stadtanspannung oder Landanspannung
- Selbstfahrer oder vom Kutscher zu fahren: Der Selbstfahrer wird vom Besitzer des Wagens selbst gefahren. Erkennbar an der Ausstattung des Fahrersitzes. Typischer Selbstfahrer: Der Phaeton. Bei einigen Viktoria Kutschen gibt es die Möglichkeit den Bocksitz abzumontieren und damit zum Selbstfahrer umzuwandeln.
- Sitzanordnung der Passagiere: Z.B. Dos-a-dos (Rücken an Rücken), oder Vis-a-Vis.
- Verdeck: Offene Wagen, Baldachin, Klappverdeck (z.B. beim Landauer), festes Dach (z.B. die Berline).
- Verwendungszweck: Z.B. für das Gelände oder zum Dressurfahren usw.
- Die Bremsen
- In Gegenden mit wenigen Steigungen findet man noch heute Kutschen ohne Bremsen. Die Zugtiere können den Wagen selbst über die Aufhalter oder ein Hintergeschirr abbremsen.
- Hemmschuhe (auch: Bremsschuhe) wurden vor allem im Gebirge zum Bremsen auf längeren Abfahrten verwendet
- Bergbremse (verhindert das Bergabrollen der Kutsche)
- Backenbremsen
- Scheibenbremsen sind in modernen Kutschen üblich.
- Der Bremshebel
- Zugbremse (ähnlich der Handbremse beim Auto)
- Druckbremse (eine Handbremse zum nach vorne drücken)
- Spindelbremse (zum kurbeln)
- Handradbremse
- Fußbremse (bei den meisten modernen Kutschen)
- Die Art der Federung
Die Federung unterscheidet die Kutsche vom Wagen, die Ausführung zeigt den Fortschritt der Technik, aber auch den Stand an (siehe auch:Equipage). Die Federung macht den Transport von Personen bequemer und sicherer. Das ziehen wird den Zugtieren erleichtert.
- Die Aufhängung des Wagenkastens auf vier Pfosten mittels eines Lederriemens war die erste Form der Federung. Die Pfosten wurden später durch Blattfedern und schliesslich Federpaketen ersetzt.
Typische Federformen:
- S-Form und C-Form
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- Elliptische Federn mit den Untertypen:
- Einfache elliptische Feder
- Doppelelliptikfeder
- Halbelliptikfeder (auch Dreiviertelelliptikfeder genannt)
- Elliptische Federn mit den Untertypen:
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- Bügel-C-Feder Bild:C feder kutsche1.JPG
- Einige Moderne Kutschen haben eine Luftfederung. (z.B. für Geländefahrten).
- Die Anordnung der Federn am Wagengestell:
- Eine Feder pro Rad
- Denuett-Federung. 1 zusätzliche Feder pro Achse verbindet die primären Federn.
- Parallelogramm-Federung. 4 Federn pro Achse. Zwei zusätzliche Federn verbinden die primären Federn quer zur Wagenrichtung.
- Spezielle Ausstattungen:
- In den Wagenkasten integrierte Box mit Lüftungsschlitzen um Hunde sicher unterzubringen (der Dog Cart).
- Wildfang um erlegtes Wild zu transportieren (Kennzeichen des Jagdwagens).
Kutschentypen
- Berline: Ähnlich wie der Landauer,aber mit festem Dach)
- Break: Schwerer Wagentyp zum einfahren junger Pferde.
- Buggy
- Carruca (Römischer Wagen)
- Coupé: vierrädrige Kutsche mit zwei Sitzplätzen in einer Kabine, bei welcher der Fahrer weit vorn und außerdem draußen saß.
- Dog Cart: Offener zweirädriger Einspänner. Im Wagenkasten ist ein verschließbarer Raum/Fach für Hunde integriert.
- Duc
- Gig
- Jagdwagen: Am Heck ist ein Fang zum Ablegen von erlegtem Wild montiert.
- Landauer
- Marathonwagen
- Parkwagen
- Phaeton
- Spider-Phaeton: Leichte Ausführung eines Phateon.
- Stanhope-Phaeton
- Planwagen
- Postkutsche
- Sjees
- Sulky
- Viktoria
- Vis a Vis
- Wagonette
Museen
- Laa an der Thaya (Niederösterreich)
- Marstall-Museum Schloss Nymphenburg (München)
- Die Wagenburg in Wien
- Fürst Thurn und Taxis Marstallmuseum Schloss St. Emmeram (Regensburg)
Siehe auch
- Zugtier
- Pferdesport
- Benno von Achenbach
- Anspannung
- Geschirr (Zugtier)
- Karosserie, Wagen
- Pferdebahn
- Londoner Kutschenstreit
- Hauderei
Weblinks
- Katalog mit Kutschen- und Wagentypen in der Verkehrswerkstatt
- Kutschentypologie nach Achenbach in der Verkehrswerkstatt



