Parathion

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Parathion, Synonym: E 605, ist der Trivialname für den systematischen Namen O,O-Diethyl-O-(p-nitrophenyl)-thionphosphorsäuereester (siehe auch: organische Phosphorsäureester). Parathion ist ein Derivat der Thiophosphorsäure, daher auch die Bezeichnung Thiophos für diese Substanz.

Strukturformel
Bild:Parathion.png
Allgemeines
Name Parathion
Andere Namen O,O-Diethyl-O-(p-nitrophenyl)-thionphosphorsäuereester, E-605
Summenformel C10H14NO5PS
CAS-Nummer 56-38-2
Kurzbeschreibung -
Eigenschaften
Molmasse 291,3 g/mol
Aggregatzustand flüssig
Dichte - kg/m³
Schmelzpunkt 6 °C
Siedepunkt 150 °C (0,8 mmHg)
Dampfdruck - Pa (x °C)
Löslichkeit -
Sicherheitshinweise
Gefahrensymbole
Bild:Gefahrensymbol T.png Bild:Gefahrensymbol N.png
T+
Sehr Giftig
N
Umweltgefährdend
R- und S-Sätze

R: 24-26/28-48/25-50/53
S: 28-36/37-45-60-61

MAK 0,1 mg/m³
Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.

Inhaltsverzeichnis

Eigenschaften

Parathion ist eine Flüssigkeit (Schmelzpunkt 6,1 °C, Siedepunkt 375,0 °C), die leicht verdampft und äußerst toxisch gegen Insekten und Warmblüter ist, zeigt aber keine Giftwirkung gegen Pflanzen (es ist nicht phytotoxisch). Die Flüssigkeit ist in sehr reinem Zustand farblos und fast geruchlos, die in den Handel kommende technische Verbindung ist gelb bis braun mit einem stechend knoblauchartigen Geruch.

Es löst sich zu 24 mg/l in Wasser und wird im sauren und neutralen pH-Bereich nur langsam, aber rasch im alkalischen hydrolysiert. Parathion blockiert das Enzym Acetylcholinesterase, es wirkt als Kontaktgift und darf daher nicht mit der Haut in Berührung kommen. Die Giftigkeit erklärt sich auch durch die chemische Verwandtschaft mit den Kampfstoffen Tabun und Sarin, die noch effektiver gegen die Acetylcholinesterase wirken.

Verwendung

Parathion wird als Insektizid und Akarizid eingesetzt.

Der Verkauf im Handel als Pflanzenschutzmittel "E 605 forte" erfolgte nur nach Vorlage eines Personalausweises, da in der Literatur bereits zahlreiche Fälle von Vergiftungen und Tötungsdelikten mit Parathion geschildert wurden. Das Pflanzenschutzmittel ist vergällt, damit es nicht versehentlich geschluckt werden kann. Häufig ist auch ein stechender Geruch festzustellen. Die Zulassung parathionhaltiger Pflanzenschutzmittel (E 605 forte, E Combi, P-O-X) wurde zum 8. Januar 2002 widerrufen. "E 605 forte" darf nicht mehr gehandelt oder angewendet werden.

Gegengifte

Gegen eine Vergiftung durch Parathion wurde lange Zeit hochdosiertes Atropin zur Ersten Hilfe durch den Rettungsdienst eingesetzt. Da zu viel Atropin aber ebenfalls toxische Wirkung ausübt, sodass diese Behandlung mit Komplikationen behaftet ist, wird Atropin heute entsprechend der Symptomatik des Patienten in kleineren, repetitiven Schritten bis zur Besserung der Symptome gegeben. Um das blockierte Enzym Acetylcholinesterase wieder zu "entblocken", also funktionsfähig zu machen, wird die Substanz Obidoximchlorid (Toxogonin - Merck) eingesetzt. Diese Behandlung erfordert intensivmedizinische Betreuung.

Historisches

Die Substanz und ihre Wirksamkeit wurde 1944 von Gerhard Schrader im Rahmen seiner Arbeiten über organische Phosphorsäureester untersucht.

Das "E" im Name "E-605" steht für "Entwicklungsnummer"; es ist nicht verwandt mit dem Zusatz "E" bei Lebensmittelzusatzstoffen, das für die Zulassung in der Europäischen Union steht.

Es wurde 1947 von American Cyanamid und 1948 von der Bayer AG auf den Markt gebracht.

Verwandtes

Dichlorvos, Phoxim, Phosphorsäureester

Links

Bild:Erste hilfe.png Erste Hilfe bei Vergiftung: Vergiftung durch Kontaktgifte .



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