Pakarana

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Pakarana
Systematik
Unterklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria)
Überordnung: Euarchontoglires
Ordnung: Nagetiere (Rodentia)
Unterordnung: Stachelschweinverwandte (Hystricognatha)
Überfamilie: Meerschweinchenartige (Cavioidea)
Familie: Pakaranas (Dinomyidae)
Gattung: Pakarana (Dinomys)
Art: Pakarana
Wissenschaftlicher Name
Dinomys branickii
Peters 1873

Die Pakarana (Dinomys branicki) ist eine große südamerikanische Nagetierart, es ist die einzige Art der Familie der Pakaranas (Dinomyidae). Der Name bedeutet in der Sprache der Tupi-Indianer „Falsche Paka“ und spielt auf die Ähnlichkeiten mit den Pakas (Cuniculus) an,

Inhaltsverzeichnis

Verbreitung

Pakaranas leben in Wäldern im nördlichen Südamerika in den Ausläufern der Anden. Ihr Verbreitungsgebiet reicht von Kolumbien und Venezuela bis Peru und Bolivien.

Beschreibung

Pakaranas gehören nach den Wasserschweinen zu den größten lebenden Nagetieren. Sie haben einen massiven Körper und einen auffallend großen und breiten Kopf. Die Ohren sind klein und rund, die Augen relativ groß. Die Schnurrhaare sind oft länger als der Kopf. Ihr Fell ist an der Oberseite schwarzbraun gefärbt, zwei Streifen weißer Flecken ziehen sich den Rücken entlang, zwei kürzere Streifen finden sich an den Flanken. Die Unterseite ist heller gefärbt. Pakaranas sind Sohlengänger, die Füße enden jeweils in vier Zehen, die mit großen Grabkrallen ausgestattet sind. Die Kopfrumpflänge dieser Tiere liegt zwischen 73 und 80 Zentimetern, der dicke Schwanz erreicht rund ein Viertel dieser Länge (rund 20 Zentimeter). Sie erreichen ein Gewicht von 10 bis 15 Kilogramm.

Lebensweise

Pakaranas leben in Regenwäldern am Fuß der Anden in einer Höhe von bis zu 3000 Metern. Sie sind in erster Linie Bodenbewohner, obwohl sie gut klettern können. Trotz ihrer Grabkrallen dürften sie selten Baue graben, sondern bevorzugen natürliche Felsspalten oder erhöhte Positionen als Ruheplätze. Sie dürften generell nachtaktiv sein und einzeln oder in Paaren zusammenleben. Diese Tiere kommunizieren mit einer Reihe von Lauten, dazu zählen das Trampeln mit den Füßen, das Klappern mit den Zähnen und verschiedene Zisch- und Heullaute. In Gefangenschaft gelten sie als sehr friedfertige Tiere.

Nahrung

Pakaranas verzehren vorwiegend Früchte, Blätter und Pflanzenstengel. Zum Fressen setzen sie sich auf die Hinterbeine und nehmen die Nahrung mit den Vorderpfoten auf.

Fortpflanzung

Über die Fortpflanzung der Pakaranas ist wenig bekannt. Nach einer Tragzeit von 220 bis 280 Tagen bringt das Weibchen ein oder zwei Jungtiere zur Welt. Man weiß nicht, wann Jungtiere entwöhnt oder geschlechtsreif werden. Tiere in Gefangenschaft haben des Öfteren ein Alter über 10 Jahre erreicht, das höchste bekannte Alter war 13 Jahre.

Pakaranas und Menschen

Pakaranas sind scheue, zurückgezogen lebende Tiere, über deren Lebensweise man immer noch sehr wenig weiß. Erst 1873 wurde die Art wissenschaftlich beschrieben, und mehrmals galt sie schon als beinahe ausgestorben. Höchstwahrscheinlich gehen die Bestände aufgrund der Vernichtung ihres Lebensraumes oder der Bejagung ihres Fleisches wegen zurück, die IUCN listet die Art als bedroht (endangered). Nach anderen Meinungen sind Pakaranas häufiger als befürchtet, wegen ihrer zurückgezogenen Lebensweise werden sie nur selten gesichtet.

Systematik

Pakaranas sind heute die einzigen lebenden Vertreter der Dinomyidae, zahlreiche ausgestorbene Gattungen sind jedoch seit dem Oligozän aus Südamerika bekannt. Mit Phoberomys pattersoni und Telicomys giganteus zählen die größten Nagetiere, die jemals gelebt haben, zur Verwandtschaft des Pakaranas.

Weblinks

Abbildung

Literatur

  • Ronald M. Nowak: Walker's Mammals of the World. Johns Hopkins University Press, 1999 ISBN 0801857899


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