Neuschwabenland

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Bild:Kueste-martha-ragnhild-astrid.jpg

Neuschwabenland (72°00'S, 5°00'E) ist ein ca. 600.000 km² großes Gebiet auf Antarktika im zum Norwegischen Antarktisterritorium gehörenden Königin-Maud-Land, welches in den Jahren 1938 bis 1939 von dem Flugbootmutterschiff Schwabenland, einem umgebauten Frachtschiff, das keinen richtigen Flugzeugträger darstellt, für das Deutsche Reich in Besitz genommen wurde. Die Expedition erfolgte unter dem Befehl von Kapitän Alfred Ritscher.

Dabei wurde das Gelände mit den beiden vom Katapult der Schwabenland aus gestarteten Flugbooten Dornier Do J II "Wal" mit den Namen "Boreas" und "Passat" auf etwa 600.000 km2 überflogen. Mit Reihenbildkameras wurden etwa 11.000 Luftaufnahmen gemacht und zur Inbesitznahme mehrere 100 Stabflaggen Deutschlands mit dem Symbol des Hakenkreuzes abgeworfen und von Bodentrupps gesetzt. Außerdem baute die Expedition eine provisorische Basisstation auf und berichtete, dass im Bereich der Schirmacher Seen aufgrund deren Süßwassers eine geringe Vegetation besteht, die aufgrund geothermischer Boden-Hitze im Habitat Bestand hat. Mitte Februar 1939 verließ dann die "Schwabenland" wieder das antarktische Eis. Auf der zweimonatigen Heimreise wurde das kartographische Material gesichtet und vorausgewertet. Von Kapitän Ritscher ist bekannt, dass er eine weitere Expedition mit verbesserten leichteren Flugzeugen auf Kufen vorbereitete, die aufgrund des Ausbruchs des 2. Weltkrieg jedoch nie durchgeführt wurde.

Die Regierung der Bundesrepublik Deutschland übt seit 1952 das mit der Entdeckung verbundene Recht zur geographischen Namensgebung aus, erhebt jedoch keine Gebietsansprüche. Auch weitere deutsche Benennungen finden sich im Norden der Antarktis auf alten Karten. Durch den Antarktisvertrag von 1957 wird die Küste nach den norwegischen Prinzessinnen Martha, Astrid und Ragnhild bezeichnet, gelegentlich taucht jedoch auch der deutsche Name in Karten auf.

Literatur

  • Brunk, K. (1986): Kartographische Arbeiten und deutsche Namengebung in Neuschwabenland, Antarktis. - Bisherige Arbeiten, Rekonstruktion der Flugwege der Deutschen Antarktischen Expedition 1938/39 und Neubearbeitung des deutschen Namensgutes in Neuschwabenland. Deutsche Geod. Komm., Reihe E, Nr. 24; Frankfurt am Main.

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