Nervenzelle

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Nervenzellen oder Neurone sind Zellen im Körper, die für die Reizaufnahme sowie die Weitergabe und Verarbeitung von Nervenimpulsen (Erregungen) zuständig sind.

Die Information wird dabei in Form von Änderungen des Ruhepotenzials codiert. Durch das Öffnen von Ionenkanälen in der Zellmembran können Ionen ein- oder ausströmen und so die Ladung der Zelle ändern. Diese Ladungsänderung wird passiv oder durch Aktionspotenziale weitergeleitet und an den Synapsen auf andere Nervenzellen übertragen.

Die Fortsätze einer Nervenzelle werden als Nervenfasern bezeichnet, wobei marklose Nervenfasern und markhaltige Nervenfasern unterschieden werden. Bei letzteren ist eine saltatorische Erregungsleitung möglich. Bündel von Tausenden von Nervenfasern nennt man Nerven. Von den Rezeptoren in den Sinnesorganen zum Zentralnervensystem (ZNS) oder Gehirn ziehende Fasern werden afferent genannt, vom Gehirn zu den Effektoren (z.B. Muskeln, Drüsen) laufende Nervenfasern nennt man efferent. Die Erregungsleitung muss nicht unbedingt den ganzen Weg bis zum ZNS nehmen, sondern kann für sehr schnelle Informationsverarbeitung auch über lokale Reflexbögen laufen.

Das Zusammenspiel von Neuronen, etwa im menschlichen Gehirn, wird über neuronale Netze modelliert.

Der Begriff Neuron wurde von dem Anatomen Heinrich Wilhelm Waldeyer geprägt.

Inhaltsverzeichnis

Aufbau einer Nervenzelle

  • Dendriten (A) sind feine plasmatische Verästelungen des Zellkörpers, die über Synapsen den Kontakt zu Tausenden anderer Nervenzellen herstellen und von ihnen Erregungen empfangen (Afferenzen einer Nervenzelle)
  • Als Soma, oder auch Perikaryon (B) bezeichnet man den Zellkörper einer Nervenzelle, den plasmatischen Bereich um den Zellkern(C) ohne Dendriten und Axon.
  • Die Weiterleitung der Nervenimpulse an andere Zellen erfolgt über das Axon (Neurit) (D), einem langen, meist unverzweigten Fortsatz der Nervenzellen.
  • Der Axonhügel am Übergang vom Soma in das Axon erzeugt bei Überschreiten der Depolarisationsschwelle ein elektrisches Aktionspotenzial.
  • Weitere Aktionspotenziale können erst nach einer Refraktärzeit aufgebaut werden.
  • Die Aktionspotenziale werden über das Axon (Efferenz einer Nervenzelle) und die Synapse zu anderen Nerven- oder Muskelzellen fortgeleitet.
  • Das Synapsenendknöpfchen (E) am Ende des Axons enthält kleine Bläschen, die synaptischen Vesikel. Sie enthalten Neurotransmitter, die durch den ca. 30 nm breiten synaptischen Spalt (F) diffundieren und das Signal chemisch auf die Dendriten nachgeschalteter Zellen übertragen.
  • Über Varikositäten erfolgt die Übertragung der Nervenimpulse auf das Effektororgan im Falle des Peripheren Nervensystems.
  • Synapsen anderer Nervenzellen (G) verschalten die Zelle zu einem Netzwerk.

Die Erregungsleitung ist grundsätzlich in beide Richtungen möglich. Bedingt durch die Inaktivierung der Natrium-Kanäle erfolgt die Weiterleitung der Aktionspotenziale bevorzugt in eine Richtung. Aktionspotenziale entstehen am Axonhügel aus dem Generatorpotenzial und pflanzen sich über das Axon in Richtung des synaptischen Endknöpfchens fort. Aber auch eine antidrome Ausbreitung in das Soma und die Dendriten ist möglich.

Pigmentablagerungen

In den Zellkernen bestimmter Nervenzellen werden im Normalzustand Ablagerungen von Pigment beobachtet. Besonders auffällig ist das Neuromelanin in der Substantia nigra und dem Locus coeruleus, die den Neuronen ihr charakteristisches braun-schwarzes Aussehen verleiht und bereits mit bloßem Auge zu erkennen ist. Der Anteil des gelblichen Lipofuszin nimmt mit dem Alter zu und wird insbesondere im Nucleus dentatus des Kleinhirns und dem unteren Kern der Olive beobachtet. Bei bestimmten dementiellen Erkrankungen, wie dem Morbus Alzheimer werden charakteristische eosinophile Einschlußkörperchen der Nervenzellen beobachtet.

Wirkungen von Giften

Siehe auch

Spiegelneuronen, Glia, Neuronales Netz

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