Movimiento Revolucionario Túpac Amaru

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Die Gruppe Movimiento Revolucionario Túpac Amaru (MRTA) (dt. Revolutionäre Bewegung Túpac Amaru) ist eine militante Untergrundbewegung in Peru, die ihre Wurzeln im Jahr 1970 hat. Der Name geht zurück auf den letzten Inka-Herrscher Túpac Amaru, der sich Ende des 16. Jahrhunderts in einem letzten Aufbäumen der Indigenas gegen die spanischen Eroberer stellte - allerdings erfolglos.

Die Guerilla der MRTA ist aus der "Sozialistischen Partei Perus" hervorgegangen und rekrutiert sich insbesondere aus der indigenen Bevölkerung Perus. Politisch vergleichsweise undogmatisch kämpfte die MRTA in erster Linie für die Verbesserung der miserablen sozialen Lage der indigenen Landbevölkerung.

Die Túpac Amarus distanzierten sich anfänglich ausdrücklich vom straff organisierten maoistischen Sendero Luminoso ("Leuchtender Pfad"), der von dem 1992 verhafteten Abimael Guzman geführt wird, und sich eher aus städtischen studentischen Kreisen zusammensetzte.

Anfang der 1990er Jahren schlossen sich die beiden Gruppen (MRTA und Sendero Luminoso) dann doch zusammen. In der Folgezeit radikalisierten sich auch die Túpac Amarus, deren Aktionen nunmehr auch gewaltsamer wurden.

Im Jahr 1990 hatte der Sendero Luminoso fast die Hälfte des Landes unter Kontrolle. Die Situation der damaligen Zeit ist gut beschrieben in Tod in den Anden des peruanischen Schriftstellers Mario Vargas Llosa, der 1990 bei der Präsidentenwahl dem japanischstämmigen Alberto Fujimori unterlag. Zwei Jahre nach seiner Amtseinführung putschte Fujimori mit Hilfe der Militärs gegen seine eigene Regierung. Im September 1992 wurden in einer groß angelegten Aktion - gestützt auf Geheimdienst und Militär - zahlreiche Führer und Mitglieder der inzwischen vereinigten Gruppen Sendero Luminoso und MRTA festgenommen. Danach ließen die Aktivitäten der Guerillas nach. Die peruanische Regierung entwaffnete schließlich einen großen Teil der Kämpfer durch ein Amnestieangebot. Bis Ende 1994 gaben 6.400 Rebellen ihre Waffen ab.

Weltweite Aufmerksamkeit erreichte die MRTA noch einmal am 17. Dezember 1996, als ein schwerbewaffnetes Kommando der vereinigten MRTA und Sendero Luminoso in einen Empfang in der Residenz des japanischen Botschafters in der peruanischen Hauptstadt Lima eindrang. Von den 483 Geiseln wurden noch am selben Tag über 200 Personen, meist Frauen, freigelassen. Die Geiselnehmer verlangten die Freilassung aller inhaftierten Tupac Amaru-Mitglieder, insbesondere des MRTA-Chefs Victor Polay und seines Vize Peter Cárdenas Schulte. In der lang andauernden Besetzung ließen die Rebellen immer wieder Geiseln frei. Am 22. April 1997 stürmte die Armee die japanische Botschaft und beendete die Besetzung blutig. Alle 14 Geiselnehmer, eine Geisel und zwei Soldaten kamen dabei ums Leben. 71 Geiseln wurden befreit.

Dennoch bescheinigt die peruanische Wahrheits- und Versöhnungskommission (Comisión de la Verdad y Reconciliación - CVR), die für die Aufarbeitung der militanten Vergangenheit zuständig ist, der MRTA, dass diese nur einen sehr geringen Anteil an den zahlreichen Opfern trägt. Die meisten Opfer gehen demnach auf das Konto des peruanischen Militärs sowie des Sendero Luminoso.


Weblinks


Film

"Alias Alejandro" (Deutschland 2004, 93 min.). Dokumentarfilm des DFFB-Studenten Alejandro Cárdenas (Buch und Regie) über seine Annäherung an seinen Vater, den inhaftierten MRTA-Comandante Peter Cárdenas Schulte (Deckname: Alejandro) (Kamera: Florian Schilling; Schnitt: Cuini Amelio-Ortiz; Musik: Zort; Produktion: sabotage films, Martin Cichy und Karsten Aurich, in Ko-Produktion mit dem ZDF/Das kleine Fernsehspiel und der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin (DFFB))

Siehe auch

Túpac Amaru (Begriffsklärung)



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