Mount Everest
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| Mount Everest | |
|---|---|
| Bild:Everest-fromKalarPatar.jpg | |
| Höhe: | 8.844,43 Meter |
| Geografische Lage: | Koordinate: 27° 59' 16" N, 86° 56' 40" O27° 59' 16" N, 86° 56' 40" O |
| Lage: | Nepal-Tibet(China) |
| Gebirge: | Himalaya |
| Erstbesteigung: | 29. Mai 1953 Edmund Hillary und Tenzing Norgay |
| Leichteste Route: | Hochtour (vergletschert) |
Der Mount Everest (Abk.: Mt. Everest; tibetisch: Chomolungma, nepalesisch: Sagarmatha) ist mit 8.844 Metern über NN (Meeresspiegel) der höchste Berg der Erde. Vom Fuß des Berges aus gemessen ist dies der Vulkan Mauna Kea auf Hawaii, vom Erdmittelpunkt aus gerechnet ist es der Chimborazo in Ecuador.
Inhaltsverzeichnis |
Geografische Lage
Er befindet sich nördlich von Indien im Himalaya-Gebirge in Nepal an der Grenze zu Tibet; der westliche und südöstliche seiner drei Gipfelgrate bilden die Grenze.
Sehr genaue Satellitenmessungen im Jahre 1999 ergaben, dass der Mount Everest mit 8.848 Meter über NN die Liste der Achttausender anführt. Chinesische Messungen im Mai 2005 ergaben für den Berg eine Höhe von 8.844,43 Metern, bei einer Ungenauigkeit von 21 Zentimetern.
Das Western Cwm ("kuum" gesprochen; aus dem Walisischen), ein von Mount Everest, Lhotse und Nuptse eingeschlossenes Kar mit ca. 3.000 m Länge, ist das höchstgelegene Kar der Erde.
Die Standardroute über den Südostgrat des Everest führt vom Basislager auf der nepalischen Südseite auf ca. 5.400 m zunächst durch den Khumbu-Eisbruch (Khumbu Icefall): eine steile Passage, in der das Gletschereis aus dem Western Cwm 600 m abfällt und in Blöcke zerbricht, die den Aufstieg sehr erschweren. Da sie aufgrund der Eisbewegung jederzeit umstürzen können, ist es nur zu kühlen Tageszeiten ratsam, sie zu durchklettern.
Die Route führt hinauf ins Western Cwm (Westkar). Nachdem man das Tal / Kar durchquert hat, klettert man in die vergletscherte westliche Lhotse-Flanke und schwenkt auf den Grat zwischen Lhotse und Everest gelegenen Südsattel (South Col) auf ca. 8.000 m Höhe. Dort wird in der Regel ein letztes Lager vor dem Gipfelangriff genutzt. Vom Südsattel aus führt der Weg den Grat des Everest hinauf bis zum Südgipfel ca. 100 Höhenmeter unterhalb des eigentlichen Gipfels, dann über das letzte große Hindernis, die etwa 12 m hohe, fast senkrechte Felskante, den Hillary Step.
Die alternative Route von der tibetischen Nordseite wird begonnen im Rongbuk-Tal mit einem Basislager in ca. 5.300 m Höhe, führt in einem Zweitagestrek mit Yak-Transport in das Tal des östlichen Rongbuk-Gletschers, wo sich am Fuß der Nordsattel-Wand das vorgeschobene Basis-Lager (ABC, advanced base camp) befindet. Dann geht die Tour den teils vergletscherten Steilhang hinauf auf den Nordsattel (North Col) mit ca. 7.000 m Höhe, von wo aus die ausgesetzten Gipfelgrate (Nordgrat, Nordostgrat) den weiteren Aufstieg über geringer geneigte Grate (im Vergleich zur steileren Südroute) ermöglichen. Ernsthaftes kräftezehrendes und klettertechnisches Hindernis ist hinter dem letzten Lager in ca. 8.300 m Höhe hoch auf dem oberen Grat die mittlere der drei Felsstufen ("Second Step") mit einer Fußhöhe auf ca. 8.605 m, einer Höhe von ca. 12 m und einer Neigung von über 70 Grad. Diese Stufe ist nur zu umgehen, wenn man das Wandklettern beherrscht. An dieser Stufe wurde auf dem schwierigsten Buckel 1975 von Chinesen eine Leiter befestigt. Von dort führt die Gratroute mit relativ geringer Neigung, jedoch weitem Weg auf den Gipfel. Der Second Step ist ein historischer Ort: an ihm soll die letzte Gipfelmannschaft der englischen Expedition von 1924, George Mallory und Andrew Irvine gesehen worden sein. Die Fachwelt streitet seither, ob es einem von ihnen gelungen sein könnte, die Stufe zu überwinden und dann am Abend oder in der Nacht den Gipfel erreicht zu haben: ein bis heute ungelöstes Rätsel des Mount Everest.
Endpunkt beider Routen ist ein nur ca. 2 m² großes Gipfelplateau, auf dem seit 1975 ein Aluminium-Vermessungs-Stativ der Chinesen stand - 2002 war das Stativ nicht mehr zu sehen.
Die tibetische Nord-Route hat im Vergleich zur nepalischen Südroute den Vorteil, mit ca. 40.000 USD (Stand 2005) aufgrund logistischer Vorteile (niedrigere Gebühren für die staatliche Genehmigung einer Expedition, Zahl der notwendigen Yaks und Träger, Zahl der Sauerstoffflaschen u.v.a.) für den zahlenden Kunden um ein Drittel "preiswerter" zu sein, wenn man sich einer der zahlreichen geführten Expeditionen anzuschließen beabsichtigt. Die prozentuale Erfolgsrate der Nordroute ist jedoch aufgrund der sehr weiten Wege geringer als auf der Südroute. In jedem Fall muß man sich der Gefahren geringen Sauerstoffs der Luft, plötzlicher Wetter-Umschwünge und heftiger, äußerst kalter Winde auf den Graten bewußt sein. Der Aufenthalt in der sogenannten "Todeszone" oberhalb 7.500 m ist auf der Nordroute um einen bis zwei Tage länger, und dementsprechend ist das Risiko, wegen widrigen Wetters oben festzusitzen oder gar unterwegs in Nebel oder Schneesturm zu geraten, auf der Nordseite höher.
Die hohen Hänge des Mount Everest sind von den Leichen verunfallter oder erschöpft erfrorener Bergsteiger gesäumt; über 200 Menschen ließen beim Versuch der Besteigung ihr Leben. Zu groß ist ganz offenkundig die Versuchung für viele teils schlecht Geübte, aber auch für sportliche Menschen, unbedingt auf dem höchsten festen Punkt der Erdoberfläche stehen zu wollen. Die Kunst ist nicht primär, heraufzukommen - der Everest wird von Alpinisten als keine große Herausforderung an die Klettertechnik angesehen-, sondern rechtzeitig, solange noch möglich, die Entscheidung zur Umkehr ins letzte Höhenlager zu treffen. Dieses jedoch unter den erschwerten Umständen schlechterer Reaktion und eingeschränkten Denkvermögens infolge Anstrengung und Sauerstoffmangels, Dehydrierung, oft gepaart mit dem Problem brennenden Ehrgeizes. An manchen der jeweils sehr wenigen "Fenster"-Tage im Jahr (im Mai, vor dem Aufkommen des Monsuns) stauen sich an den klettertechnisch schwierigeren, mit Fixseilen gesicherten Stellen die Aufstiegswilligen teils mehrere Stunden lang: die Zeit verrinnt, man kühlt aus beim Warten, und die Gefahr steigt, nicht mehr im Tageslicht absteigen zu können. Wer hoch oben am Everest in die zweite Nacht gerät (der Endaufstieg muss in der Nacht davor vor Mitternacht beginnen), der hat extrem schlechte Aussichten, ohne schwere körperliche Schäden (erfrorene Zehen, Füße, Finger, Nase) wieder vom Berg herabzukommen. Wer einschläft, stirbt oftmals an Unterkühlung. Auch die Hilfsmöglichkeiten der Tourenguides werden auf den letzten zwei Höhenkilometern begrenzt: es ist oftmals zu riskant, Hilfe zu leisten, weil keine Kräfte mehr vorhanden sind, bzw. Hilfeleistung unterbleibt, weil dann dem Hilfeleistenden die Chance, selbst noch auf den Gipfel zu kommen, verwehrt bleibt. Mehrere Beispiele sind bekannt, dass aufsteigende Bergsteiger hilfsbedürftige Menschen am Weg ignorierten, eine Hilfeleistung verweigerten und die Erschöpften so dem Tod überließen.
Das Expeditions-Bergsteigen am Everest in der klassischen "Himalaya-Belagerungstaktik" wird seit den Erfolgen Reinhold Messners 1978 (Besteigung mit Peter Habeler ohne Sauerstoff-Einsatz, 1980 Alleingang ohne Sauerstoff) immer kritischer betrachtet: die Anziehungskraft des höchsten Berges der Erde lockt zuviele, die sich dieser Herausforderung nur stellen können, wenn sie sich umfangreich Hilfe kaufen: per Trägern, die sie von allen Lasten entbinden außer der minimalen persönlichen Ausrüstung; sogar die Zelte und die Schlafsäcke werden von Sherpas getragen, damit der teuer zahlende Kunde seine Kräfte für den Gipfel aufsparen kann, per Führern, per Sauerstoff-Flaschen.
Ernsthafte Bergsteiger meiden aus diesen Gründen zu Teilen mittlerweile den Everest. Viele fühlen sich von den Gebräuchen der kommerziellen Everest-Expeditionen abgestoßen. Die Probleme rund um den Everest kulminierten in der Katastrophensaison 1996, als auf beiden Seiten des Everest zwölf Menschen ihr Leben ließen, weil sie mit plötzlichen Wetterumschwüngen hoch oben überrascht wurden. Diese Ereginisse sind in dem IMAX-Film "Everest- Gipfel ohne Gnade" und in dem Buch von Jon Krakauer "In eisigen Höhen" markant beschrieben.
Namen des Mount Everest
In Nepal wird der Berg Sagarmatha, सगरमाथा, (Himmelsgöttin), in Tibet Chomolungma (transliteriert: Jo mo Klungs ma, bedeutet Mutter des Universums) und in China Qomolangma (珠穆朗瑪) genannt. 1852 gab man dem Berg den Namen „Gipfel XV“. Der heutige Name Everest wurde 1865 eingeführt und geht auf Sir George Everest zurück, der sich im Dienst der englischen Krone als Chef aller britischen Geometer um die Landvermessung Indiens große Verdienste erwarb (den Mount Everest aber selbst nie erreichte).
Die heutzutage gebräuchliche Aussprache von Everest lautet nach IPA: [ˈɛvərɪst] or [ˈɛvərɨst] (Evve-rest). Sir George sprach seinen eigenen Nachnamen allerdings [ˈiv;rɪst] (Iev-rest) aus.
Besteigungen
Der Gipfel wurde geschichtlich bewiesen erstmals am 29. Mai 1953 durch den Neuseeländer Sir Edmund Hillary und den Sherpa Tenzing Norgay aus Nepal von Süden her bestiegen. Es ist unklar, ob die 1924 am Mount Everest verunglückten George Mallory und Andrew Irvine vor ihrem Tod den Gipfel erreicht haben. Am 8. Mai 1978 bezwangen Reinhold Messner und Peter Habeler den Gipfel erstmals ohne Sauerstoffgerät.
Seit den 1980er Jahren ist eine regelrechte Everest-Euphorie ausgebrochen. Dementsprechend ist die Zahl der Bergsteiger, die den Gipfel erklommen haben, deutlich angestiegen. Sie reichen von erfahrenen Alpinisten bis zu Anfängern, die sich darauf verlassen, von ihren bezahlten Führern zum Gipfel gebracht zu werden. Ein häufig genannter Preis hierfür sind 65.000 US-Dollar. Nachteilig an dieser Art von Tourismus ist jedoch, dass die Umweltverschmutzung durch Vermüllung der Lager rapide zugenommen hat. Zudem stieg die Anzahl der Toten am Berg.
Statistik
Seit der Entdeckung von 1852, dass der Everest der höchste Berg der Erde ist, mussten 21 Menschen ihr Leben lassen, 15 Expeditionen aufbrechen und 101 Jahre vergehen, bis der höchste Punkt des Everest schließlich zum ersten Mal betreten wurde.
Bis Ende 2003 haben 1.919 Personen den Gipfel erreicht, 179 Menschen kehrten nicht mehr zurück.
Die schnellste Besteigung gelang Pemba Dorje Sherpa, der am 21. Mai 2004 für den Aufstieg vom Basislager zum Gipfel 8:10 Stunden brauchte.
Sonstiges
Aufgrund der großen Höhe beträgt der Luftdruck auf dem Mount Everest mit 326 mbar nur knapp ein Drittel des Normaldrucks auf Meeresspiegelniveau (temperaturabhängige barometrische Höhenformel). Hierdurch verschiebt sich der Siedepunkt von Wasser von 100 °C bei Normalbedingungen auf nur 70 °C. Das bedeutet, dass das Frühstücksei der Bergsteiger wesentlich länger gekocht werden muss bis es hart wird. [1]
Am 14. April 2003 wurde von einer amerikanischen Firma ein Wireless LAN-System im Base Camp installiert.
Der Mount Everest ist der höchste der Seven Summits, die aus dem jeweils höchsten Berg eines Kontinents gebildet werden.
Der Franzose Didier Delsalle ist als erster Mensch mit einem Hubschrauber am 14. und am 15. Mai 2005 auf dem „Dach der Welt“ gelandet. Delsalle setzte seinen Serienhubschrauber Eurocopter Ecureuil/AStar (EADS) in 8.850 Metern Höhe auf dem Mount Everest im Himalaja-Königreich Nepal auf.
Weblinks
- Informationsportal über Mt. Everest (en.)
- QVTR-Panorma (Fullscreen) vom Mt. Everest
- National Geographic (en.)
- everest-blog der Deutschen Welle (de.)
- everest.cc deutschsprachige Infoseite
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