Motorrad

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Bild:Motorraeder.jpg Das Motorrad (Schweizerisch: Töff), auch Krad (Kurzwort für Kraftrad), Mopped (eine Art Kosename mit Doppel-P) oder Moto ist ein motorisiertes, nicht an Schienen gebundenes, einspuriges Landfahrzeug mit Verbrennungsmotor.

Sonderformen mit drei (Gespann, Trike) und vier Rädern (Quad / ATV´s) (mehrspurige Fahrzeuge) werden meist trotz unterschiedlichem Aussehen den Motorrädern zugeordnet, da zu deren Betrieb in den meisten Ländern die gleiche Klasse der Fahrerlaubnis benötigt wird. Quads werden in Deutschland allerdings den PKW´s zugeordnet. Trotzdem ist im klassischen Sinne ein Motorrad ein einspuriges Fahrzeug, das ohne Fremdeinwirkung umkippen würde, wenn man es nicht festhalten würde. Mofas (= Motorfahrrad) und Mopeds (= Motorpedalfahrzeug) sind motorisierte Zweiräder, die eine geringere Leistung haben und deshalb z.T. auch ohne Motorrad-Führerschein (Klasse A) gefahren werden dürfen.

Bild:Daimler Reitwagen, Nachbau von 1885.jpg Bild:Motorrad.jpg Bild:BMW R 52.jpg Bild:Imme R 100.jpg Bild:Puch150tl.jpg

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Als erstes Serien-Motorrad bezeichnet man die Hildebrand und Wolfmüller von 1894. Zwar gab es von Gottlieb Daimler bereits 1885 den sog. Reitwagen, doch dieser blieb als Versuchsträger nur ein Einzelstück.

Erst mit weiteren Erfindungen im Motorenbereich:

war das Motorrad wirklich "fahrbar".

Wesentliche Entwicklungen gingen aus von

Bis zum Ersten Weltkrieg war Indian die größte Motorradfabrik weltweit. Danach wurde dieser "Titel" weitergegeben an Harley Davidson, ab 1928 an DKW und nach dem Zweiten Weltkrieg an NSU. Anfang der 1970er Jahre kam dann mit Honda ein japanischer Hersteller zu diesen Ehren (bis heute).

Honda stellte 1969 mit der CB 750 four ein richtungsweisendes Motorrad mit einem quer eingebauten Vierzylinder-Viertaktmotor vor, nachdem bereits Gilera seit den 1930er Jahren mit einer Rennmaschine dieses Konzept sehr erfolgreich durchführte. Auch MV Agusta konnte sich mit dieser Bauweise seit 1966 nicht richtig durchsetzen und blieb ein Kleinserienanbieter auf hohem Preisniveau.

Als mächtigste für die Öffentlichkeit gebauten Motorräder können die U.S. amerikanischen Boss Hoss Modelle gelten, mit V-8 Automotoren, über 5 Litern Hubraum und mehr als 300 PS, als längstes die Böhmerland.

Nach den schlechten Verkaufszahlen der 1960er wurde Motorradfahren in den 1980ern als Freizeittrend wiederentdeckt. Motorradhersteller wie Triumph und MV Agusta erlebten ihre Wiederauferstehung.

Technik

Der Antriebsmotor ist meist ein Verbrennungsmotor nach dem Zwei- oder Viertaktprinzip. Selten wurde auch ein Wankelmotor (Hercules W 2000, Suzuki RE 5, Van Veen OCR, Norton Commander und TT), noch seltener wurde/wird ein Dieselmotor (Taurus 325/Centaurus 851, Enfield Diesel aus Indien) eingesetzt.

Die Motorleistung wird mittels einer Kette, einer Kardanwelle oder durch einen Zahnriemen auf das Hinterrad übertragen.

Ein Motorrad zeichnet sich durch ein im Verhältnis zum PKW niedrigeres Leistungsgewicht aus, das heißt die Motorleistung muss weniger Masse beschleunigen. Hier gilt die Formel Masse/Leistung. Diese Tatsache ermöglicht relativ hohe Beschleunigungswerte (z.B.: 0-100 km/h < 3 Sekunden).

Die leistungsstärksten serienmäßigen Straßenmotorräder können bedingt durch den gegenüber Pkw geringeren Luftwiderstand (das Verhältnis aus Luftwiderstandsbeiwert (cw-Wert) mal der Stirnfläche (m²)) höhere Geschwindigkeiten als PKWs von bis zu 300 km/h erreichen. (In Deutschland haben sich die Importeure und Hersteller 2002 eine freiwillige Geschwindigkeitsobergrenze von 299 km/h auferlegt, um dem Entstehen einer gesetzlichen Regelung entgegenzuwirken.)

Typen

Entsprechend ihres Einsatzes und ihrer Charakteristik werden Motorräder in Typen unterteilt:

Motorradfahren

Nach dem 2. Weltkrieg heimkehrende amerikanische Flugzeugbesatzungen, Bomber und Piloten, die keine Arbeitsplätze und oft auch ihre Frauen nicht mehr hatten, schlossen sich zu Motorradgangs zusammen (in Kalifornien die "Hells Angels"), um gegen die etablierte Gesellschaft zu protestieren. (vgl. Rocker) Im Film "Easy Rider" von 1969 schließlich wird dieses gesellschaftliche Aussenseitertum romantisch verklärt.

Motorradfahrer schließen sich häufig in lose oder organisierte Gruppen (Clubs) zusammen.

Motorradreisen (Touren) sind eine beliebte Tätigkeit der Motorradfahrer. Weit verbreitet sind Motorradreisen mit mehreren Fahrzeugen (auch mit Sozius/Sozia). Sie werden meistens selbst organisiert; es werden auch organisierte Motorradreisen angeboten. Typischerweise wird das Gepäck selbst mitgeführt und auf Campingplätzen übernachtet. Speziell für Motorradreisen existieren spezielle Motorradarten: Der Tourer ("Tourenmaschine") und der "Cruiser".

Im Jargon wird Motorradfahren als "Ausritt" bezeichnet.

Es gibt Sonntagsfahrer (Genußfahrer), Sportfahrer und Motorradfahrer, die jeden Weg mit dem Motorrad zu jedem Wetter zurücklegen.

Seit den 1980er Jahren finden in vielen Städten auch große Motorradgottesdienste (MOGO) statt, die mit einer gemeinsamen Konvoifahrt ins Umland endet.

Motorradfahrer (ugs. "Biker", oftmals auch abfällig für "Sonntagsfahrer" im Ggs. zu "richtigen Motorradfahrern") grüßen sich auf Landstraßen mit Handzeichen oder mit Lichthupe.

Zum Motorradfahren auf öffentlichen Straßen, Plätzen und Wegen ist eine ausreichende Fahrerlaubnis (je nach Motorleistung) erforderlich. In Deutschland sind es die Klassen A (offen, ab dem 25. Lebensjahr oder nach 2 Jahren, wenn dieser als A (begrenzt) erworben wird) , A (begrenzt, ab dem 18. Lebensjahr; max. 25 kW) oder A1 (ab dem 16. Lebensjahr; max. 11 kW). Motorradfahren lernt man zwar in den Grundzügen in einer Fahrschule - richtiges Beherrschen des Fahrzeuges aber erst durch genügend Fahrpraxis unter Anleitung von erfahrenen Fahrern. Der Besuch eines Fahrtrainings ist daher sehr empfehlenswert !

Die Motorradindustrie klagt in Deutschland und Europa heute über rückläufige Absatzzahlen. Gründe liegen in den hohen Kosten des Hobbys, die Motorradfahren für junge Fahrer oft unerschwinglich machen. Auch hat das Hobby den Ruf des oben beschriebenen Aussteigertums längst verloren, ist nicht mehr "in", muss sich auch gegen viele andere Freizeitaktivitäten behaupten. In Folge steigt das Alter der Biker und Motorradkäufer und die Industrie hat ein echtes Nachwuchsproblem. Positiver Nebeneffekt der "reiferen" Fahrer und der sicheren und gut gewarteten Maschinen sind stark rückgängige Unfallzahlen, was sich auch durch rückläufige Versicherungsprämien bemerkbar macht.

siehe auch: Artikel Motorrad fahren

Literatur

  • Bernt Spiegel: Die obere Hälfte des Motorrads. Motorbuch Verlag, München 2002 ISBN 3-613022-68-0. (Wichtig für den mentalen Hintergrund - hier erklärt ein Verhaltensforscher, Motorradfahrer und Instruktor die Grundlagen, Hilfen und Techniken des Fahrens)
  • Harry Niemann: "Der Kniff mit dem Knie" Motorbuch Verlag, ISBN 3-613-01737-7.
  • Keith Code: Der richtige Dreh II. 1. Aufl. California Superbike Verlag, Schuld 1995 (Band 2) ISBN 3-924662-01-0. (Standardwerk zu den Grundlagen des Motorradfahrens); Amerikanische Originalausgabe: A Twist of the Wrist II. Acrobat Books, Venice 1993 ISBN 0-918226-31-7.
  • Jürgen Stoffregen: Motorradtechnik. Vieweg Verlag, Braunschweig 2004 ISBN 3-528449-40-3. (Technisches Fachbuch auf dem neuesten Stand)
  • Nepomuck/Janneck: "Das Schrauberhandbuch" Moby Dick Verlag ISBN 3-89595-101-3. (laienverständliche Darstellung von Technik, Wartung, Instandsetzung)
  • Hugo Wilson: Das Lexikon vom Motorrad. Motorbuch Verlag, Stuttgart 2001 ISBN 3-613017-19-9. (Gute Übersicht)
  • Thomas Krens and Matthew Drutt (Hrsg.): The Art of the Motorcycle. 2003 ISBN 0-810991-06-3 (Kompendium der Motorradgeschichte, -kultur, und -technik, und des Designs)
  • Erwom Tragatsch: Motorräder - Deutschland, Österreich, Tschechoslowakei 1894 - 1976 Motorbuch Verlag, Stuttgart 1985 ISBN 3-87943-213-9 (Das Buch stellt nahezu 500 Firmen vor, die Deutschland Motorräder gebaut haben)

Siehe auch

Bild:Wiktionary-logo-en.png Wiktionary: Motorrad – Wortherkunft, Synonyme und Übersetzungen
Bild:Commons-logo.svg WikiCommons: Kategorie:Motorrad – Bilder, Videos oder Audiodateien

Weblinks



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