Moses
aus Freepedia, der freien Wissensdatenbank
| Bild:Qsicon Ueberarbeiten.png | Dieser Artikel bedarf einer Überarbeitung. Näheres ist auf der Diskussionsseite angegeben. Hilf bitte mit, ihn zu verbessern und entferne anschließend diese Markierung. |
Mose, fälschlich oft Moses genannt (Mose, hebräisch: מֹשֶׁה Moshe, griechisch: Moyses, arabisch: Musa, jiddisch: Moische) ist ein in den 5 Büchern Mose vorkommender Prophet des Gottes Abrahams, Isaaks und Jakobs und der Anführer des israelischen Volkes auf seiner Wanderung aus der Sklaverei in Ägypten ins verheißene Land (Auszug aus Ägypten, etwa im 13. Jahrhundert v. Chr.) Diese Befreiung aus der Gefangenschaft feiern die Juden jedes Jahr mit dem Pesachfest.
Inhaltsverzeichnis |
Bedeutung
Mose ist laut biblischer Tradition der Begründer der Mosaischen Religion, die sich zum Judentum weiterentwickelte. Er hat dem Gottesvolk der Juden das Gesetz Gottes bekannt gemacht.
Im Islam gilt Mose (Musa) als bedeutender Prophet; besonders die Geschichte seiner Konfrontation mit dem Pharao und dessen Hofmagiern erscheint des Öfteren im Koran.
Die Darstellung des Mose mit Hörnern in manchen älteren (west-)christlichen Kunstwerken (wie auf dem obigen Foto zu erkennen) geht auf einen Schreibfehler in der lateinischen Bibel zurück - cornuta, gehörnt, erscheint statt coronata, gekrönt. Im 2. Buch Mose 34,29 („Als nun Mose vom Berg Sinai herabstieg, hatte er die zwei Tafeln des Gesetzes in der Hand und wusste nicht, dass die Haut seines Antlitzes glänzte, weil er mit Gott geredet hatte.“) steht die hebräische Konsonantenfolge k r n. Sie bedeutet „Horn“ oder „Lichtstrahl“. Die falsche Übersetzung muss Michelangelo dazu veranlasst haben, Mose mit zwei Hörnern darzustellen.
Lebenslauf (Fassung 1)
Geburt - Die wunderbare Errettung
Der Bibel zufolge war Mose ein Israelit aus dem Stamm der Leviten. Sein Vater war der Sklave Amram, seine Mutter die Sklavin Jochebed. Er hatte zwei ältere Geschwister, den Bruder Aaron und die Schwester Miriam. Mose wurde nach seiner Geburt in einem "Kästlein von Rohr" am Ufer des Nils ausgesetzt - denn der Pharao Ramses II hatte befohlen, alle männlichen Nachkommen der Hebräer aufgrund ihrer ihm bedrohlich erscheinenden Fruchtbarkeit umzubringen - und von einer ägyptischen Prinzessin gefunden. Zunächst bestellte sie Moses leibliche Mutter als Amme, später nahm sie ihn als ihren eigenen Sohn auf und nannte ihn Mose (ägyptisch: "der Sohn"; vgl auch ägyptische Königsnamen wie Ram(o)ses = Sohn des Ra und Tutmosis = Sohn der Weisheit). Die Deutung des Wortes als hebräisches Verb "herausziehen" in dem Satz "Denn sie sprach: Ich habe ihn aus dem Wasser gezogen" ist wohl nachträglicher Natur. So wuchs er im Haushalt des Pharao auf.
Das Exil
Als junger Mann floh er ins Exil nach Midian, nachdem er einen ägyptischen Sklavenaufseher im Zorn erschlagen hatte, als dieser einen Israeliten misshandelte. Dort heiratete er Zippora, die Tochter des Priesters Jitro, eine kuschitische Frau. (Es existiert, neben anderen Möglichkeiten, die These dass es sich hierbei um eine äthiopische oder allgemein schwarzafrikanische Frau handelt.) Sie gebar ihm zwei Söhne, Gerschom und Elieser.
Auszug aus Ägypten
Einige Jahre später hatte er eine Begegnung mit JHWH als er gerade die Schafe seines Schwiegervaters hütete. Er kam am Gottesberg Horeb vorbei und erlebte, wie aus einem Dornenbusch Flammen schlugen, der Busch jedoch nicht verbrannte. JHWH gab sich zu erkennen und Mose wurde von diesem nach Ägypten zurückgesandt, um das Volk Israel aus der Sklaverei zu führen. Der Pharao wollte die Menge jedoch zuerst nicht ziehen lassen, bis die von Mose prophezeiten Zehn Plagen über Ägypten gekommen waren. Hierbei war auch der Stab von Bruder Aaron von nachhaltiger Bedeutung, der sich beim Wurf auf den Boden in eine Schlange verwandelte. In der Folge zogen sie durch das auf wundersame Weise unter Beteiligung von Mose ausgetrocknete Schilfmeer (nach früherer Ansicht die nördlichen Ausläufer des Roten Meeres, wird heute als Sumpfgebiet im östlichen Nil-Delta verstanden, Stichwort: Avaris bzw. Pi-Ramesse, andere Quellen nennen Pithom als Ausgangsort) während bereits kurz hinter ihnen die ihnen nacheilenden ägyptischen Truppen samt Pharao in den zurückströmenden Wassermassen ertranken.
Wüstenwanderung und die 10 Gebote
Mose wurden von JHWH auf dem Berg Sinai die 10 Gebote und die ganze Thora für sein Volk gegeben. Er führte das Volk während der Wüstenwanderzeit an, zusammen mit seinem älteren Bruder Aaron, den er zum ersten Hohepriester salbte. Hierbei kam es zu weiteren Gotteswundern, teils unter Mitwirkung von Mose, z.B. beim Freisetzen von Wasser aus einem Felsen mit einem Stock, dem Mana-Wunder, dem Wachtel-Segen sowie einer Art Heil-Segen durch das Aufrichten einer Schlange an einem Stab, vergleichbar der heute bekannten Äskulaps Schlange.
Tod und Nachfolge
Mose wurde von Jahwe wegen einer kurz zuvor begangenen Sünde verwehrt, das Land Israel selbst zu betreten; er starb kurz vor der Überquerung des Jordans auf dem Berg Nebo im Gebiet des heutigen Jordanien. Seine Nachfolge als Volksführer trat nicht einer seiner Söhne an, sondern ein Gefolgsmann und Stabsmitglied Josua aus dem Stamm Ephraim.
Über das weitere Schicksal von Moses direkten Nachkommen finden sich nur zwei kurze Notizen in der Bibel: Laut dem Buch der Richter dienten einige von ihnen -- entgegen dem jüdischen Gesetz -- als Priester für den Stamm Dan, laut dem 1. Buch der Chronik verwalteten andere von ihnen in späterer Zeit die Schatzkammer des Jerusalemer Tempels.
Lebenslauf (Fassung 2)
Der Auszug (Exodus) aus Ägypten
Mose hat von JHWH den Auftrag bekommen, das Volk Israel aus Ägypten in ein Land zu führen, in dem Milch und Honig fließen. "Aber ich weiß, dass euch der König von Ägypten nicht ziehen lassen wird, es sei denn, er werde gezwungen. Darum werde ich meine Hand ausstrecken und Ägypten mit all meinen Wundertaten schlagen." (2.Mos 3:19ff)
Eine wichtige Rolle spielt der Bruder Moses, Aaron, der als begnadeter Redner und auch als Wundertäter bekannt ist. Einmal schleudert er vor dem Pharao einen Stab auf den Boden, der sich durch die Macht Gottes in eine Schlange verwandelt. Dies dient dazu, den Pharao vom Auszug der Israeliten zu überzeugen. (2.Mos 6:10-12) Ein anderes Mal verwandelt er mit dem selben Stab die Gewässer Ägyptens in eine stinkende, rote Flut. Bei der furchtbarsten Plage verlieren alle Ägypter, auch der Pharao, den erstgeborenen Sohn. Durch diese Zeichen umgestimmt lässt der Pharao die Israeliten endlich ziehen.
Vor dem Auszug befiehlt Gott den Israeliten, ihre ägyptische Unterdrücker um Schmuck und Kleidung zu anzugehen. (2.Mos 3:22 und 12:35-37) (Auch weiß JHWH schon, dass der Pharao die Israeliten nicht ohne weiteres ziehen lassen wird.)
Der Karawane der Israeliten umfasste laut Bibel etwa 600.000 Personen und "viel fremdes Volk", die Kinder nicht mitgezählt. (2.Mos 12:37-38) Damit sie den Weg kennen, "zieht der Herr vor ihnen her, am Tag in einer Wolkensäule, um ihnen den Weg zu zeigen, und des Nachts in einer Feuersäule, um ihnen zu leuchten." (2.Mos 13:21) Nach anderer Lesart handelte es sich nicht um 600.000 Personen, sondern um 600 Familienverbände.
Das Volk Israel ist mit seinem neuen Gott sowie auch mit Mose und seinem Bruder Aaron zunächst sehr unzufrieden. Damit es wieder zum Glauben zurückfindet, läßt Gott einige Wunder geschehen. So teilt er eine Stelle des Meeres, damit der israelische Treck durch das Meer ziehen kann, und lässt später das gewaltige Heer der ägyptischen Verfolger in den Wasserfluten untergehen. (2.Mos 14,28) Da aber nach einer Weile erneut Unzufriedenheit aufkommt, und viele daran zweifeln, es mit einem numinosen Wesen zu tun zu haben (2.Mos 15,24), lässt Gott mitten in der Wüste Manna (bekannt auch als Wüstenbrot) vom Himmel regnen.
Auf dem Höhepunkt des Exodus erhält Mose von JHWH am Berg Sinai (auch Horeb genannt) die Gesetzestafel mit den zehn Geboten. Die gesamte Bergregion war vorher abgesperrt und zum heiligen Gebiet erklärt worden. Der Sinai war in Rauch gehüllt und erbebte, und niemand durfte sich ihm nähern. (2.Mos 19,18ff)
Der biblische Sinai könnte auf der ägyptischen Halbinsel Sinai gelegen sein, vielleicht aber auch in der heutigen saudi-arabischen Provinz Asir. Die Israeliten mussten bei ihrer Wanderung den Fluss Jordan überqueren. Der Jordan liegt zwar in Israel, aber ein Fluss gleichen Namens existiert auch in Saudi-Arabien.
Abermals wächst jedoch die Unruhe im Volk der Israeliten. Sinnenfreudige unter ihnen schmelzen allerhand Schmuck und Gold und erschaffen ein goldenes Kalb, welches ihnen als neuer göttlicher Fetisch gilt. Moses ist erbost darüber, und befielt 3000 Mann zu töten. (2.Mos 32,27ff)
Später lehnen sich 250 Leviten (die die Bundeslade und die anderen heiligen Gegenstände betreuten) gegen Mose und den Herrn auf. "Feuer ging vom Herrn aus, und er verzehrte die 250 Männer." (4.Mos 16,33)
Kurz vor der Ankunft im gelobten Land stellt Gott den Israeliten einen Engel als seinen Stellvertreter zur Verfügung, der die dort ansässigen Völker an einen anderen Ort bringt. "Und ich will einen Engel vor dir hersenden und die Kanaaniter, Amoriter, Hethiter, Pheresiter, Hewiter und Jebuster vertreiben." (2.Mos 33,2) Mose stirbt vor der Überquerung des Jordan, da er sich selbst einmal gegen Gott aufgelehnt hatte.
Thesen zur historischen Identität Mose
Es wird immer wieder versucht, die Person Moses mit historisch belegten Persönlichkeiten zu identifizieren. Einerseits existieren über die israelitische Geschichte in den Büchern der Thora durchaus umfangreiche Beschreibungen, andererseits finden sich auch in den Niederschriften der Ägypter auf Stein und anderen Materialien recht umfangreiche Quellen. Aus Vergleichen beider "Geschichtsschreibungen" ergeben sich dabei teils auf den ersten Blick verblüffende Entsprechungen. Die Bewertung, welche Ähnlichkeiten nun rein zufälliger Natur und welche tatsächlich Kandidaten für eine echte Entsprechung sind, ist natürlich schon aufgrund der möglichen mythologischen und religiös-symbolischen Verklärung der Erzählungen schwierig und wird wegen der tatsächlichen Verwebung jüdischer und ägyptischer Geschichte, nicht zu letzt durch die zeitweilige Besiedlung des Nil-Deltas durch die Hyksos, nicht gerade einfacher gemacht. Vorsicht ist zudem immer bei etymologischen Herleitungen und Parallelen geboten. Diese können zufällig sein. Die Forschung wird daher - nicht nur in den hier zur Debatte stehenden Bereichen - diesbezüglich immer vorsichtiger.
Bei intensivem Studium der Gleichsetzungen kann man zu der Auffassung kommen, dass die Mose-Überlieferung möglicherweise eine Kondensation von mehreren, einst unabhängigen Einzelüberleiferungen der Israeliten aus ihrer Zeit in Ägypten darstellt. Konkret heisst dies, dass Begebenheiten aus dem Leben von verschiedenen herausragenden Einzelpersonen in ein Gesamtkonzept eingepasst wurden. Dadurch wurden diese Schilderungen zu der Lebensgeschichte einer so gar nicht real existenten einzelnen "Über-Person" verschmolzen; zur Geschichte eines damit höchst herausragenden, aber nurmehr rein mythischen Führers.
Amun-Masesa
Unter Historikern wird diskutiert, ob Mose auf einen rebellischen Pharao in der Zeit des Neuen Reiches zurückzuführen sein könnte. Amun-Masesa heißt der ca. im Jahr 1230 v. Chr. lebende Gegen-Pharao (ein Enkel von Ramses_II.) dessen Biographie Parallelen zur Biographie Moses, die in jüdischen Legenden beschrieben wurde, aufweist. Masesa - Mose - die Namen könnten verwandt sein. Beide Persönlichkeiten sollen sich zehn Jahre lang im Lande Kusch aufgehalten haben, beide haben eine kuschitische Frau geheiratet - und beide kehren nach Ägypten zurück, um den Pharao zu bekämpfen. Es erscheint möglich, dass dieser Gegen-Pharao im Gegensatz zum regierenden Pharao noch dem monotheistischen Glauben von Echnaton folgte, was seine Rolle als Religionsstifter für verbündete hebräische Sklavenclans plausibler macht. Wenn Masesa und Mose ein und dieselbe Person sind, dann ist eine kürzlich entdeckte Inschrift Masesas zugleich ein Beleg für die Geschichte der Bibel.
Alternative Bedeutungen
Als Moses (Schiffsjunge) wird auch das jüngste Besatzungsmitglied an Bord eines Schiffes bezeichnet, von spanisch mozo = Bursche. Vielfach wird auch das kleinste Boot (das Beiboot einer Yacht) mit Moses bezeichnet.
Die ehemalige Sklavin Harriet Tubman arbeitete unter dem Decknamen Moses in der Underground Railroad.
Verfilmungen
Nach Jesus von Nazaret gilt Moses als der Charakter der Bibel, dessen Leben am häufigsten verfilmt wurde.
Unter anderem wurden folgende Filme produziert:
- 1956: "Die Zehn Gebote" [ Charlton Heston ]
- 1975: "Moses - Der Gesetzgeber" [ Burt Lancaster ]
- 1996: "Die Bibel - Moses" [ Ben Kingsley ]
- 1998: "Der Prinz von Ägypten" [ Val Kilmer ]
- 2000: "Am Anfang" (Episode des Films) [ Billy Campbell ]
Literatur
- Sigmund Freud: Der Mann Moses und die monotheistische Religion
- Richard Müller: Mose, der Knecht Gottes, Dillenburg, 2. Aufl. 1991, ISBN 3-921292-51-4
- Moshe Pearlman: Auf den Spuren des Moses, Gondrom-Verlag Bayreuth 1981, ISBN 3-8112-0231-6
- Israel Finkelstein - Neil Asher Silberman: Keine Posaunen vor Jericho. Die archäologische Wahrheit über die Bibel, München 2002, ISBN 3-406-49321-1.
- Jan Assmann: Moses der Ägypter
- Jan Assmann: Die Mosaische Unterscheidung
Siehe auch
Weblinks
- Artikel Moses mit Bibliographie (BBKL)
- ZDFmediathek: Moses und Amun-Masesa (Video)
Seitenkategorien: Wikipedia Überarbeiten | Biblische Person altes Testament | Bibel | Koran | Religionsstifter | Judentum



