Monogamie

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Der Begriff Monogamie entstammt der Biologie und bezeichnet im Ursprung die lebenslange exklusive Fortpflanzungsgemeinschaft zwischen zwei Individuen einer Art.

Inhaltsverzeichnis

Einführung

Die Monogamie steht im Gegensatz zu den polygamen Verhaltensmustern wie Polyandrie, Polygynie und Promiskuität, wobei sie nicht das Gegenteil bedeutet. So kann z.B. bei der Polyandrie oder der Polygynie der eine Partner wechselnde Sexualpartner haben, während der andere Partner diesem lebenslang treu bleibt und sich somit monogam dem Partner gegenüber verhält.

Monogamie hat es im europäischen Kulturraum schon vor der Ausbreitung des Christentums gegeben, wobei die Germanen bei Tacitus besondere Erwähnung finden. Sie ist in allen Kulturen neben anderen Formen des Zusammenlebens existent gewesen.

Zoologie

In der Zoologie ist die Monogamie in Form der Dauerkopulation sowohl bei niederen Tieren als auch bei höherentwickelten nachweisbar. Als Phänomen mit gravierenden Nachteilen (was die Zahl der Kopulations- und somit Fortpflanzungsgelegenheiten betrifft) hat sie sich trotzdem bis heute behauptet und gilt als eines der Rätsel der Evolutionsbiologie.

Bei lebenden Primatenarten gibt es sowohl monogame als auch polygame Arten. Die Gibbons sind z.B. Vertreter der Monogamie, während Bonobo und Schimpanse polygam sind. Die Gibbonarten leben meist in Familienverbänden, die ihre Territorien im Urwald Südostasiens durch „Gesang“ markieren.

Ethologie

Das Fehlen jeglicher Fossilien aus den Schimpansen- und Gorillalinien bei gleichzeitiger Existenz von Fossilien der Australopithecinen und Frühmenschen legen den Schluss nahe, dass die Vorläufer der großen Menschenaffen wie Schimpansen, Gorillas und Orang-Utans erst nach der Abspaltung der menschlichen Stammeslinie entstanden sind. Wenn aber schimpansenähnliche Primaten in dem für die Hominisation relevanten Zeitraum noch nicht existiert haben, kann das Sexualverhalten der rezenten Nachfolger nur bedingt als Referenz für das Sexualverhalten der Hominiden herangezogen werden.

Die Forschung hat festgestellt, dass der Sexualdimorphismus bei monogamen Arten nicht oder nur gering ausgeprägt ist. Dieses gilt über den rezenten Menschen hinaus für einen Großteil der bekannten Hominiden.

Die gravierenden Unterschiede im Sexualapparat von Menschen und Schimpansenarten sprechen dafür, dass sich zwischen den Menschen und deren genetisch moderneren, nächsten Verwandten speziell auf diesem Gebiet noch Entscheidendes getan hat. Und das gilt für den gesamten Verlauf der Evolution der Hominoidea, die anfangs die monogamen Hylobates hervorgebracht hat und später bei den promisken Schimpansenartigen mündete.

Ethoökologie

Sexuell übertragbare Krankheiten wie der HI-Virus nutzen bekanntlich eine offensichtliche Schwachstelle im ansonsten guten menschlichen Immunsystem. Nicht-monogame Arten oder Individuen würden sich aufgrund ihres Sexualverhaltens mit höherer Wahrscheinlichkeit infizieren und wären dadurch mit einer geringeren Wahrscheinlichkeit in der Lage, ihre Gene weiterzuvererben. Ein Teil des trotzdem gezeugten Nachwuchses ist außerdem von Geburt an Träger der Infektion. Bei sich monogam verhaltenden Arten beschränkt sich eine einmal erfolgte Infektion auf die Mitglieder der betroffenen Familie. Die Durchseuchung der Art ist unwahrscheinlicher als unter den Bedingungen der Promiskuität.

Ehe Der Begriff Monogamie wird auch auf das System der Einehe angewandt, bei der das Rechtsinstitut der Ehe nur für eine Paarbeziehung offensteht, die Mehrehe oder Harembildung jedoch ausgeschlossen wird. Manche Rechtssysteme sanktionieren nicht nur das Eingehen einer Mehrehe, sondern auch den Ehebruch. Die Erwartung der ehelichen Treue besteht in einigen Kulturen sogar über den Tod eines Ehepartners hinaus. Diese Anwendung des Begriffs ist aber in der westlichen Welt zunehmend seltener, sondern er wird auf die Art des Zusammenlebens mit dem jeweiligen Sexualpartner, unabhängig von der Rechtsform, angewandt.

Siehe auch

Polygamie | Polygynie | Polyandrie | Polygynandrie | Promiskuität | Zeitehe | Ehe | Digamie | Sexualethik | Polyamorie

Literatur

  • Lukas, Helmut; Schindler, Vera und Johann Stockinger: Monogamie. In: Interaktives Online-Glossar: Ehe, Heirat und Familie (1993–1997).


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