Mohismus
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Der Mohismus (chin. 墨家 mòjiā) bezeichnet eine Ideologie in China aus dem 5. Jahrhundert vor der Zeitrechnung, begründet durch Mozi.
Der Mohismus war Interessenausdruck der unteren Schichten der Stadtbevölkerung. Er erstrebte eine Gesellschaft der allgemeinen Liebe und der Wahrung des Nutzens aller, eine Gesellschaft, die gemäß den Interessen der Kleineigentümer organisiert sein sollte.
Der Mohismus wandte sich gegen den Angriffskrieg. Bereits Mozi entwickelte Keime einer materialistischen Erkenntnistheorie. Sie waren Ausgangspunkt für die Herausbildung des späten Mohismus in der Zeit der streitenden Reiche (475 bis 221), einer vorwiegend erkenntnistheoretisch und naturwissenschaftlich ausgerichteten Lehre.
Überdies ist der Mohismus eine wenig staatstragende Angelegenheit: Folgen soll der Mensch der Menschlichkeit und der Liebe, nicht dem Fürsten oder den Eltern, denn diese können irren wie alle Anderen. Außerdem tragen viele Lehren des Mohismus egalitäre Züge.
Nach der Schaffung des einheitlichen Zentralstaats (221 vor der Zeitrechnung) hatte der Mohismus an Bedeutung verloren.
Erwähnenswert sind weiterhin die Streitigkeiten zwischen der Schule des Mohismus und den Konfuzianern, insbesondere über Fragen der kindlichen Pietät (s.o.).



