Mobilitätskultur

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Unter Mobilitätskultur versteht man das Verhalten und die Auseinandersetzung der Menschen zu Mobilität und Verkehr. Sie tritt in Form von physischen und intellektuellen Leistungen (z. B. Verkehrsmittel, Verkehrswissenschaften) in Erscheinung. Obwohl die Mobilitätskultur indirekt maßgeblichen Einfluss auf weite Bereiche des Verkehrswesens einer Gesellschaft hat, bleibt sie von vielen Menschen unbemerkt oder wird kaum bewusst wahrgenommen. Die Mobilitätskultur und ihre Phänomene sind mit technischen oder ökonomischen Maßnahmen allein schwer beeinflussbar ist, wie z.B. Verkehrssicherheit, Konflikt zwischen Individualverkehr und Öffentlichem Verkehr, Pkw als Statussymbol usw.

Inhaltsverzeichnis

Themen

  • Einflüsse und Wirkungen auf die Mobilitätskultur, u.a. Bedeutung von Bildung und Wissenschaft, soziale Mobilität, Ressourcenverfügbarkeit u.a.
  • Verankerung der Mobilität bzw. eines Verkehrssystems in der Kultur eines Gemeinwesens. Kulturelle Aufarbeitung durch die verschiedenen Gengres der Kunst, Medien u.ä. Insbesondere: Sport als ein typisches Ausdrucksmittel der Mobilitätskultur (Pferdesport, Motorsport, Segelsport etc.)
  • Erforschung der unterschiedlichen Formen der Umsetzung von Mobilität bzw. Verkehrsbedürfnissen bei gegebenem Wissensstand, technischer Entwicklung und verfügbarer Energie. Typische Ausprägungsformen der Mobilitäskultur sind mobile Kulturen (vgl. frühgeschichtliche Kulturen der Jäger und Sammler), Nomaden (Mischform: temporär mobil und temporär sesshaft) sowie stationäre Kulturen (sesshafte Ackerbauern und Viehzüchter sowie nachfolgende Kulturepochen).

Schnittstellen zu anderen Bereichen im Verkehrswesen

  • Die Mobilitätskultur hat Einfluss auf das Verhalten der Menschen im Umgang mit Verkehrsbedürfnissen und Verkehrssystemen, was sich wiederum auf Bereiche wie die Verkehrssoziologie, Verkehrspsychologie oder die Verkehrsökologie auswirkt und aus diesen Breichen auf die Mobilitätskultur zurückwirkt.
  • In der Mobilitätskultur wird kollektiv der Stellenwert, die Bedeutung bzw. Notwendigkeit des Verkehrswesens im Leben der Menschen gefestigt: Handelt es sich bei Verkehrsprozessen um einen Aufwand, der möglichst minimiert werden soll? Handelt es sich bei Verkehrsprozessen um produktive Arbeit, die maximiert werden soll? Handelt es bei der Mobilität von Personen, Gütern und Nachrichten sich um notwendige oder eine vermeidbare Erscheinungen? Die Beantwortung dieser Fragen hat direkte Wirkung auf die Verkehrspolitik und die Verkehrswirtschaft sowie indirekt auf die Verkehrstechnik und die Verkehrsplanung.
  • Die verschiedenen Ausprägungen der Mobilitätskultur ("wie man es noch machen kann") offenbart die Verkehrsgeschichte (andere Zeiten) und die Verkehrsgeografie (andere Räume).

Siehe auch

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