Mittsommerfest

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Bild:Midsummer bonfire.jpg Bild:Mittsommernacht-in-helsinki.jpg Bild:Seurasaari-2005-johannus.jpg Bild:Seurasaari-2005-johannus2.jpg Bild:Helsinki-2005-06.jpg

Als Mittsommerfest werden die Feierlichkeiten zur Sommersonnenwende bezeichnet. In der christlichen Kirche wird an diesem Tag der Johannistag begangen, mit dem sich wiederum viele Bräuche und Traditionen verbinden.

Inhaltsverzeichnis

Estland: Jaani päev

Das Mittsommerfest der Esten, Jaani päev findet immer am 24. Juni statt.

Finnland: Juhannus

Die Finnen feiern Juhannus stets am Samstag zwischen dem 20. Juni und dem 26. Juni eines Jahres. Trotz des christlich anmutenden Namens sind sowohl die Ursprünge als auch die bis heute gültigen Traditionen heidnischer Natur. Juhannus wurde früher stets am 24. Juni eines Jahres begangen, seit 1955 gilt die heute angewendete Regelung, durch die das Fest immer auf das Wochenende fällt.

Juhannus ist in Finnland das Fest des Mittsommers und der nachtlosen Nacht. Es ist nach Weihnachten der wichtigste Feiertag im Land.

Traditionen

Juhannus hat seinen Ursprung in heidnischen Traditionen. Die ursprünglichen Namen des Festes waren Vakkajuhla (Korbfest) und Ukon juhla (Fest des Ukko). Es wurde zu Ehren der Gottheit Ukko (Gott des Wetters, der Ernte und des Donners) mit großen Versammlungen an Uferplätzen gefeiert, wobei mitgebrachtes Essen und speziell für diesen Anlass gebrautes Bier verzehrt wurde. Zu Ehren des Ukko wurde mit dem sogenannten Ukon malja angestoßen.

Lärmen und Trinken gehörten schon früh zu den Juhannus-Feierlichkeiten. Man glaubte daran, dass dies Glück bringt und die schlechten Geister vertreibt. Nach einem alten Aberglauben fiel die Ernte umso besser aus, je mehr man an Juhannus trank.

Das Fest wird u.a. mit Nachtkonzerten und Tanzveranstaltungen gefeiert. Es werden Juhannusfeuer (finn. juhannuskokko) angezündet, riesige Feuer an gut sichtbaren Plätzen, insbesondere an Stränden und auf Lichtungen. Das Haus wird mit vor dem Eingang aufgestellten Birkenzweigen (juhannuskoivut) und Blumen dekoriert. Auf Åland und in den Gebieten der Finnlandschweden wird nach der schwedischen Tradition eine Midsommarstången-Stange aufgestellt.

Juhannus ist ein beliebter Termin für Hochzeiten.

Für viele Finnen ist Juhannus fest mit dem exzessiven Genuß alkoholischer Getränke verbunden. Jedes Jahr sterben in der Mittsommernacht bis zu 20 Menschen bei meist alkoholbedingten Unfällen im Straßen- und Wasserverkehr.

Juhannus heute

Der Tag wird traditionell auf dem Land verbracht, die Städte sind ab dem Vorabend wie ausgestorben. Juhannus gilt auch als der verkehrsreichste Tag auf den sonst durch die dünne Besiedlung selten verstopften Straßen im Süden des Landes. Der öffentliche Fernverkehr ist an Mittsommer stark eingeschränkt, der öffentliche Nahverkehr wird vielerorts komplett eingestellt. Alle Geschäfte sind geschlossen, auch die meisten Tankstellen und Kioske haben ab dem Nachmittag des Juhannusaatto (der Vorabend des Mittsommertags) geschlossen.

In Helsinki findet jedes Jahr auf der Museumsinsel Seurasaari ein großes Mittsommerfest nach alten Traditionen statt.

In den vergangenen Jahren erfreuen sich die großen Open-Air-Festivals zu Mittsommer immer größerer Beliebtheit. Das größte Festival ist heute Raumanmeren juhannus in Rauma, das in dieser Bedeutung vor einigen Jahren das zunächst in Virrat und später in Vaasa stattfindende Rantarock ablöste. Außerdem finden in Kauhava ein Lentäjien juhannus genanntes Mittsommerfest der Luftfahrt-Freunde (mit Flugshows und attraktivem Rahmenprogramm), das Nummirock-Festival in Kauhajoki und das Himos Festival in Jämsä statt.

Tag der finnischen Flagge

Der Mittsommertag ist zugleich der Tag der finnischen Flagge, der einzige Tag im Jahr an dem die finnische Flagge auch nachts gehisst bleiben darf.

Lettland: Jāņi

Das Mittsommerfest wird als Johannesfest oder auch Johannisfest (lettisch: Jāņi) in Lettland in der Nacht vom 23. Juni zum 24. Juni gefeiert. Beide Tage sind in Lettland Feiertage. Der eigentliche "Mittsommertag" ist hier der 24. Juni. Jāņi ist der populärste Feiertag.

Hauptartikel: Jāņi

Schweden: Midsommar

Bild:Midsommardans av Anders Zorn 1897.jpg Midsommar ist das nächstgrößte Fest des Jahres in Schweden. Es ist sogar größer als Ostern, Weihnachten ist aber größer. Die meisten Schweden feiern es mit Verwandten, Freunden und Nachbarn wobei es immer an dem Freitag gefeiert wird, der dem längsten Tag im Jahr am nähesten ist. Dabei geht im nördlichsten Schweden die Sonne überhaupt nicht mehr unter, es ist die ganze Nacht durch taghell. Der Freitag wird »midsommarafton« (Mittsommerabend) genannt und der Samstag wird »midsommardag« (Mittsommertag).

Midsommarstången

Am Mittsommerabend wird der Mittsommerbaum aufgestellt. Er sieht in den verschiedenen Teilen des Landes immer etwas anders aus. Man schmückt ihn mit Blättern und Blumen. Danach tanzt man im Kreis um diesen Baum, dabei werden verschiedene Spieltänze getanzt. Einer dieses Tanzlieder ist zum Beispiel Små grodorna: es handelt von einem Frosch und man imitiert beim Tanzen seine Bewegungen. Das ist vor allem für die Kinder sehr lustig, aber auch die Erwachsenen haben nach ein paar Schnäpsen sichtlich Spaß daran.

Man zieht sich schöne Kleider an, die Mädchen und Frauen haben meist weiße oder blumige Kleider und viele ziehen sogar zu dieser besonderen Gelegenheit ein einziges mal im Jahr ihre Trachten an. Einige machen sich Kränze aus Blumen uns setzen sie sich oder ihren Kindern auf.

Essen und Trinken

An Mittsommer isst man die ersten Jungkartoffeln. Sie werden zusammen mit Hering, Sauerrahm, Schnittlauch, Knäckebrot und Käse. Viele nehmen einen – aber meistens dann doch mehrere – so genannten »nubbe« während des Essens zu sich (das ist nichts anderes als 2-4 cl Schnaps) und singen ein Trinklied wie dieses unten drunter, welches eigentlich nur darum handelt, den Schnaps auf ex auszutrinken, oder gar keinen zu bekommen. Es wird aber auch »öl«, also Bier dazu getrunken. Zum Nachtisch gibt es dann frische schwedische Erdbeeren mit Sahne.

Helan går
sjung hoppfaderallanlallanlej,
helan går
sjung hoppfaderallanlej.
Och den som inte helan tar
han heller inte halvan får.
Helan går
sjung hoppfaderallanlej!

Magische Natur

Früher glaubte man, dass die Natur in der Mittsommernacht (der Nacht zwischen Freitag und Samstag) magisch war. Elfen tanzten und Trolle standen hinter den Bäumen. Man glaubte dass der Morgentau kranke Tiere und Menschen heilen konnte. Deshalb sammelte man etwas Tau in einer Flasche. Dieser Tau war auch zum Brot backen gut, das Brot und die Brötchen wurden davon groß und lecker, so glaubte man.

Sieben Blumen

Unverheiratete Mädchen pflücken in der Nacht sieben oder neun Sorten wilder Blumen auf sieben oder neun verschiedenen Wiesen, die sie dann unter ihr Kopfkissen legen. Dann sollen sie der Legende nach von dem träumen, den sie irgendwann einmal heiraten werden. Die müssen aber beim Pflücken absolut still sein und am nächsten Tag dürfen sie niemandem erzählen von wem sie geträumt haben, sonst geht der Traum nicht in Erfüllung.



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