Mittelsteinzeit

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Steinzeit

Die Mittelsteinzeit, das Mesolithikum, ist die Zeit der nacheiszeitlichen Jäger und Sammler. Sie ist zur Altsteinzeit weniger durch ihre archäologischen Zeugnisse als vielmehr geochronologisch abgegrenzt und besitzt daher eher den Charakter einer unscharf definierten Übergangsphase.

Speziell in Europa jedoch kann sie als eigenständige Entwicklungsperiode gesehen werden, während der Begriff in anderen Weltteilen nicht angemessen scheint. Das Mesolithikum reicht im weitesten Sinne vom Ende der Altsteinzeit bis zum Auftreten des Ackerbaus, der den Beginn der Jungsteinzeit markiert. Das Ende der Mittelsteinzeit liegt daher im Vorderen Orient (hier ist der Begriff weniger gebräuchlich - siehe Epipaläolithikum) sehr viel früher als in Mitteleuropa oder in Skandinavien.

Somit begann die Mittelsteinzeit in Mitteleuropa nach dem Ende der Eiszeit (jüngeres Dryas-Stadial) etwa um 10.000 v. Chr. und endete ca. 6.000 v. Chr. im südlichen bzw. 4.500 v. Chr. im nördlichen Mitteleuropa. Die interne Chronologie des Mesolithikums beruht vor allem auf den wechselnden Häufigkeiten dieser Geräteinsätze. Allerdings gibt es bislang noch keine allgemein gültige Chronologie, sondern nur regionale Entwicklungen, die anhand von Stratigraphien bei Grabungen entwickelt wurden. Grundsätzlich wird das Mesolithikum in eine frühe, mittlere und späte Phase unterteilt.

Das Mesolithikum war vom Zurückweichen des Eises der letzten Eiszeit in Nordeuropa und der damit verbundenen schnellen Erwärmung des Klimas während des Präboreal geprägt. In den Gebieten, die vorher von eiszeitlichen Tundren bestimmt waren, entwickelten sich erst lichte, dann aber immer dichtere Wälder. Auf dem borealen Kiefern-Birkenmischwald folgte mit der allmählichen Einwanderung wärmeliebender Arten Haselvegetation und schließlich der atlantische Eichenmischwald. Die Besiedlungsgrenze verschob sich nach Norden.

Kennzeichnend für diese Epoche sind winzige Waffenprojektile aus Feuerstein und anderen Rohmaterialien, die so genannten Mikrolithen. Man unterscheidet Mikrolithen aus speziellen, sehr kleinen Klingen (Mikroklingen) und geometrische Mikrolithen, die durch das gezielte Zerbrechen und anschließende Retuschieren größerer Klingen hergestellt wurden. In Nordeuropa wurden geschäftete Beile, so genannte Kern- und Scheibenbeile, zur Holzbearbeitung verwendet.

Nachdem bereits in der jüngeren Altsteinzeit (Mähren) die ersten länger dauernden Siedlungsplätze entstanden, nahm die Sesshaftigkeit in der Mittelsteinzeit vermutlich weiter zu. Der verminderte Schweifradius lässt sich unter anderem an der Zusammensetzung des Feuersteinrohmaterials belegen. Die Menschengruppen der Mittelsteinzeit nutzten mehrere Siedlungsplätze saisonal, aber über mehrere Jahre hinweg. Ursache war insbesondere die bessere Verfügbarkeit von Sammelgut (Obst etc.), verbesserte Techniken zum Kleintierfang und die Entwicklung der Fischerei.

Siehe auch

Portal Vor- und Frühgeschichte - Steinzeit

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