Minbar
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Minbar (arabisch: منبر) ist die Kanzel in der Moschee, meistens neben der Gebetsnische mihrab an der qibla-Wand errichtet, auf der der Chatib (خطيب) am Freitag die Predigt hält. Früher wurden von der Kanzel auch die Erlasse der jeweiligen Herrscher verkündet.
Die Ursprünge des Minbars reichen in die Zeit des Propheten Mohammed zurück, der der Überlieferung nach aus Palmenstämmen zwei Stufen mit einem Sitz errichten ließ, damit seine Gläubigen ihn besser sehen konnten. In gleicher Weise ist das Minbar von den ersten Kalifen benutzt worden. Zunächst galt das Minbar also als Herrschersitz.
Der ersten Kalif der Umayyaden, Mu'âwiya b. Abî Sufyân, führte sein eigenes Minbar auf seiner Reise aus Damaskus nach Mekka mit. Somit waren die ersten Minbars beweglich.
Das Minbar von Mekka stellte man zur Predigtzeit am Freitag neben der Ka'ba auf, wie darüber mekkanische Chronisten zu berichten wissen.
Noch über die Umayyaden-Zeit hinaus hat man ein Minbar als Richtersitz benutzt, den der Richter selbst vor seinem Haus aufstellen ließ, um von dort aus Rechtsurteile zu verkünden.
Die Verwendung des minbars zu rein kultischen Zwecken in der Moschee ist erst unter den Abbasiden zu beobachten. Die archaische Form des minbars ist im Original in der Hauptmoschee von Kairouan (Qairawan) erhalten, errichtet vom Aghlabidenherrscher Ibrahim II. (bis 902) aus Zedernholz, das für diese Zwecke direkt aus Bagdad angeliefert wurde.
Unter den Minbars in der islamischen Welt nimmt selbstverständlich der Minbar des Propheten in Medina eine Sonderstellung ein: die Eidleistung am Prophetenminbar hat im Zuge der Urteilsfindung einen besonderen Stellenwert: ein neben oder auf dem Minbar des Propheten geleisteter Meineid führt in die Hölle. Eidleistungen an anderen minbars in bedeutenden Großmoscheen des islamischen Reiches (Damaskus, Kufa, Basra, Córdoba) waren ebenfalls üblich.



