Minardi

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Minardi ist ein italienisches Formel-1-Team.

Bereits 1980 begann Giancarlo Minardi mit der Herstellung von Formel-2-Monoposti. Fünf Jahre später beim Großen Preis von Brasilien feierte das Team sein Formel-1-Debüt. Aus finanziellen Gründen erlaubte man sich nur die Bereitstellung eines einzigen Rennwagens. Damals erlaubte das Reglement ein entsprechendes Vorgehen. Der Rennwagen war sogar so konstruiert worden, dass man den Wagen in beiden Formel-Klassen verwenden konnte. Das Chassis erwies sich als chancenlos. Ab der Formel-1-Saison 1986 setzte man zwei Fahrer ein, die jedoch auch keine besseren Ergebnisse erzielen konnten. Mit Beginn der Formel-1-Saison 1990 baute man auf Motoren von Ferrari, mit denen man jedoch außer ein paar WM-Punkten und Martinis guter Startplatzierung in den USA keine besonderen Glanzlichter aufweisen vermochte: Das chronisch finanzschwache Team hatte in seiner gesamten Geschichte nur einen größeren Erfolg, nämlich den 2. Startplatz von Pierluigi Martini beim Großen Preis der USA in Phoenix 1990. Bei diesem Rennen absolvierte Martini neben seiner Führungsrunde 1989 beim GP von Portugal in Estoril auch die einzigen Führungskilometer für das Team.

Zu allem Unglück wanderte der größte Sponsor des Teams, Pioneer, nun auch zu Ferrari ab, wodurch die finanziellen Probleme anwuchsen. Mit Beginn der Saison 1992 musste man auf Lamborghini-Motoren ausweichen, da Ferrari nunmehr seine Motoren an den direkten Konkurrenten Dallara lieferte. Die Lamborghini-Triebwerke erwiesen sich als ingesamt zu unzuverlässig.

Erst mit Beginn der Formel-1-Saison 1993 wendete sich das Blatt. Die Cosworth-Motoren waren deutlich zuverlässiger und der neue österreichische Konstrukteur Gustav Brunner stellte ein einfach abzustimmendes Chassis auf die Beine, dass mit den Piloten Christian Fittipaldi, Fabrizio Barbazza und dem fast schon zum festen Etat zählenden Martini regelmäßiger in die hinteren Platzierungen fahren konnten. Bemerkenswert war auch die von Brunner vorgegebene Taktik, bei der oft mit vollen Tanks und keinem einzigen Reifenwechsel gefahren wurde. Für das meiste Aufsehen sorgte jedoch ein überflüssiges Überholmanöver Fittipaldis gegen seinen Kollegen Martini in der letzten Runde beim Grand Prix von Italien in Monza. Vom hinteren Pneu des Italieners bei der Kollosion in die Luft katapultiert, vollführte der Brasilianer einen kompletten Salto rückwärts, um dann auf den verbliebenen Reifen bzw. den Aufhängungsteilen über die Zielgerade zu rutschen.

In den folgenden Jahren ließ die Performance, insbesondere nach dem Weggang Brunners nach, wobei Minardi zwar bei den Pressevertretern immer für das beste Gratis-Speiseeis beliebt war, letztlich aber nur eine Bedeutung für Nachwuchsfahrer hatte und daher auch durch mehrmalige Sonderzahlungen Bernie Ecclestones über Wasser gehalten wurde. Nur bei Unfallserien oder Regenrennen konnte das Team auf Punkte hoffen.

Minardi gehörte von 2002 bis 2005 dem australischen Multimillionär Paul Stoddart, der das Team 2001 aufkaufte. Beim Grand Prix in Indianapolis 2005, bei dem die von Michelin ausgerüsteten Teams wegen Reifenproblemen nicht starteten, konnte das Minardi-Team erstmals seit 2002 (damals Mark Webber in Australien) und Zsolt Baumgartner (2004 in den USA) wieder in die Punkteränge fahren, erstmals mit beiden Autos. Am 10. September 2005 wurde offiziell bekannt gegeben, dass das italienische Team am 1. November zu 100% von Red Bull Racing übernommen würde, die damit ein Junior Team zusammen stellen wollen. Als Fahrer für 2006 sind der Amerikaner Scott Speed und der Italiener Vitantonio Liuzzi vorgesehen. Mit der Übernahme des Minardi Teams, will sich Red Bull Racing auf den US-Markt konzentrieren und vielleicht ein All-American Team zusammenstellen.

Nach Bekanntgabe der Uebernahme starteten Minardi-Fans aus der ganzen Welt eine Petition, um den Namen und die 20-jährige Tradition von Minardi als Bestandteil des neuen Teams in der Formel1 zu retten. Ungeachtet dessen gab Red Bull vor dem China-Grand Prix 2005 bekannt, das Minardi Team in „Squadra Toro Rosso“ umzubenennen.

Trotz seiner praktisch hoffnungslos unterlegenen Technik gelang es dem Team seit 1985 immer wieder gute junge Nachwuchsfahrer zu rekrutieren, die dort ihre ersten Formel-1-Erfahrungen sammeln konnten und später bei den großen Teams davon profitierten (z.B.: Alessandro Nannini, Jarno Trulli, Giancarlo Fisichella, Fernando Alonso und Mark Webber).

Inhaltsverzeichnis

Fahrer in der Geschichte des Teams (1985-2005)

Fahrer:

Pierluigi Martini 1985, 1988-1991, 1993-1995
Alessandro Nannini 1986-1987
Andrea de Cesaris 1986
Adrian Campos 1986-1988
Luis Perez Sala 1988-1989
Paolo Barilla 1989-1990
Gianni Morbidelli 1990-1992
Roberto Moreno 1991
Christian Fittipaldi 1992-1993
Alex Zanardi 1992
Fabrizio Barbazza 1993
Jean-Marc Gounon 1993
Michele Alboreto 1994
Luca Badoer 1995, 1999
Pedro Lamy 1995-1996
Giovanni Lavaggi 1996
Giancarlo Fisichella 1996
Tarso Marques 1996-1997, 2001
Jarno Trulli 1997
Ukyo Katayama 1997
Shinji Nakano 1998
Esteban Tuero 1998
Marc Gené 1999-2000
Stéphane Sarrazin 1999
Gaston Mazzacane 2000
Fernando Alonso 2001
Alex Yoong 2001-2002
Mark Webber 2002
Anthony Davidson 2002
Jos Verstappen 2003
Justin Wilson 2003
Nicola Kiesa 2003
Zsolt Baumgartner 2004
Gianmaria Bruni 2004
Christijan Albers 2005
Patrick Friesacher 2005
Robert Doornbos 2005

Letzte Fahrzeugbesetzung ( 2005 )

Auto

Modell PS05
Motor Cosworth
Reifen Bridgestone
Konstrukteur Gabriele Tredozi
Hauptsitz Faenza, Italien
Ledbury, Großbritannien

Fahrer

1. Christijan Albers (16. April 1979)

Nationalität/Wohnort: Niederlande, Laaren (NL)
Größe/Gewicht: 1,76 m, 68,0 kg
WM-Titel: -
Jahreseinkommen: ca. 0,5 Mio. Euro
WM-Punkte: 4
Pole-Positionen: -
Siege: -
GP: 19
Formel-1-Debüt: 6. März 2005, GP von Australien

2. Robert Doornbos (23. September 1981)

Nationalität/Wohnort: Niederlande, Rotterdam (NL)
Größe/Gewicht: 1,82 m, 74,0 kg
WM-Titel: -
Jahreseinkommen: -
WM-Punkte: -
Pole-Positionen: -
Siege: -
GP: 8
Formel-1-Debüt: 24. Juli 2005, GP von Deutschland

WM-Titel

  • Fahrertitel: - (Beste Platzierung: 11. Pierluigi Martini 1991)
  • Konstrukteurstitel: - (Beste Platzierung: 7. Platz 1991)

Team

Teamchef Paul Stoddart
Gründungsjahr 1972
Formel-1-Debüt 1985
GP-Einsätze 340
GP-Siege -
WM-Punkte 38
WM-Punkte pro Rennen 0,11
Pole-Positionen -
Führungsrunden 1
Hauptsponser OZJet
Jahresetat ca. 40 Mio. Euro
Teststrecke Misano
Testpiloten Chanoch Nissany (ISR), (29. Juli 1963)
Enrico Toccacelo (ITA), (12. Dezember 1978)

Weblinks

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