Meerrettich

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Meerrettich
Bild:Armoracia rusticana.jpg
Systematik
Abteilung: Bedecktsamer (Magnoliophyta)
Klasse: Dreifurchenpollen-Zweikeimblättrige
(Rosopsida)
Unterklasse: Rosenähnliche (Rosidae)
Ordnung: Kreuzblütlerartige (Brassicales)
Gattung: Meerrettich (Armoracia)
Art: Meerrettich
Wissenschaftlicher Name
Armoracia rusticana
Gaertn.Mey. & Scherb.

Meerrettich (in Bayern und Österreich Kren) (Armoracia rusticana / Cochlearia armoracia) gehört zur Familie der Kreuzblütengewächse (Brassicaceae).

Die Wurzel der Meerrettich-Pflanze wird als Gemüse bzw. Gewürz verwendet. Die Meerrettich-Wurzel ist im rohen Zustand geruchlos. Wird diese jedoch geschnitten oder gerieben, verströmt sie einen stechenden und Tränen reizenden Geruch. Verantwortlich für diesen ist Allylisothiocyanat, das sich bei Zellverletzung enzymatisch aus Sinigrin bildet.

Inhaltsverzeichnis

Herkunft des Wortes Meerrettich

Bezüglich der Herkunft des Wortes Meerrettich gibt es unterschiedliche Auffassungen. Der Pflanzenname lässt sich in seiner althochdeutschen Form erstmals im 10. Jahrhundert nachweisen. Nach Marzell (1938:396) bedeutet der Name "der über das Meer zu uns gekommene Rettich". Ein Hinweis auf diese Deutung sei auch die Tatsache, dass Meerrettich an Meeresküsten wachse. Die Meinung, dass Meerrettich aus Mährrettich (von Mähre = altes Pferd) entstanden sei (so in Adelung) und so dem englischen horse-radish bzw. dem französischen radis de cheval entspräche, hält Marzell für eine oft vorkommende "gelehrte Volksetymologie". Der etymologische Duden vertritt dagegen die Meinung, dass die eigentliche Wortbedeutung wahrscheinlich lediglich einen "größeren Rettich" bezeichnet und die u.a. von Marzell vertretene Meinung eine spätere Umdeutung darstellt.

Auf Russisch und Bulgarisch heißt Meerrettich "Хрен" [Chren], was sich sicherlich aus dem österreichischen "Kren" (für Meerrettich) ableitet.

Geschichte des Meerrettich

Meerrettich war schon in der Antike bekannt. Auf einem pompejischen Wandgemälde kann man die Pflanze noch heute bewundern, und Cato befasste sich in seinen Abhandlungen zum Ackerbau ausführlich mit dieser Pflanze. In Deutschland soll der Meerrettich erst seit dem Mittelalter angebaut worden sein. Der Engländer John Gerard berichtet in „The Herball, or Generall Historie of Plantes“ (1597), dass sich „der gestampfte und mit etwas Essig verrührte Meerrettich bei den Deutschen für Saucen zu Fischgerichten und bei Speisen, die wir mit Senf essen“, allgemeiner Beliebtheit erfreue. Vor der leichten Erhältlichkeit von Pfeffer waren Meerrettich und Senf die einzigen scharfen Gewürze der deutschen Küche und fanden entsprechend viel Anwendung.

Japanischer Meerrettich, auch Wasabi genannt, ist vom Aroma her von europäischem Meerrettich kaum zu unterscheiden, aber von grüner Farbe und im Geschmack etwas stärker. (näheres siehe dort)

Meerrettich wird heute u. a. zu Räucherfisch, Tafelspitz, Tellerfleisch, Beiried, zu Schinken und Frankfurter oder Wiener Würstchen serviert. Mit Meerrettich gewürzter Quark oder Frischkäse ist ein beliebter Brotaufstrich.

Inhaltsstoffe

Meerrettich enthält folgende Inhaltsstoffe:

Vitamin C, Kalium, Calcium, Magnesium, Eisen und Phosphor sowie die Senfölglycoside Sinigrin und Gluconasturtiin, aus denen sich Senföle bilden, die unter anderem antibiotisch wirken. Der Vitamin C-Gehalt der frischen Pflanze beträgt 177,9 mg/100 g Frischgewicht.

Heilkunde

Der Meerrettich soll zunächst als Heilpflanze und dann erst als Gewürz eingesetzt worden sein. Im Mittelalter gab es eine ganze Liste von Krankheiten, gegen die er verabreicht wurde, etwa Vergiftungen, Ohrenweh und Dreitagefieber. Die in den Apotheken käufliche Radix Armoraciae ist in Heilmitteln gegen Grippe und Harnwegsinfektionen enthalten. Er wirkt blutkreislaufanregend, hustenlösend und wird äußerlich als Breiumschlag bei Rheuma, Ischias und anderen Nervenschmerzen angewandt. Bei Blasen- und Nierenleiden soll man keinen Meerrettich essen, da große Mengen Meerrettich Nierenbluten auslösen können. Meerrettich eignet sich auch nicht für Patienten mit Magengeschwüren oder Schilddrüsenfehlfunktionen.

Schriften

  • Marzell, Heinrich (1938): Wörterbuch der Deutschen Pflanzennamen. Hirzel Leipzig.

Weblinks

Siehe auch: Liste der Küchenkräuter und Gewürze



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