Meerkatzen

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Meerkatzen
Bild:Lightmatter guenon.jpg
Systematik
Ordnung: Primaten (Primates)
Unterordnung: Trockennasenaffen (Haplorhini)
Teilordnung: Altweltaffen (Catarrhini)
Familie: Meerkatzenverwandte (Cercopithecidae)
Unterfamilie: Meerkatzenartige (Cercopithecinae)
Tribus: Cercopithecini
Gattung: Meerkatzen
Wissenschaftlicher Name
Cercopithecus
Arten
  • Rotschwanzmeerkatze (C. ascanius)
  • Campbellmeerkatze (C. campbelli)
  • Blaumaulmeerkatze (C. cephus)
  • Dianameerkatze (C. diana)
  • Dryasmeerkatze (C. dryas)
  • Rotbauchmeerkatze (C. erythrogaster)
  • Rotohrmeerkatze (C. erythrotis)
  • Eulenkopfmeerkatze (C. hamlyni)
  • Vollbartmeerkatze (C. lhoesti)
  • Diademmeerkatze (C. mitis)
  • Monameerkatze (C. mona)
  • Brazzameerkatze (C. neglectus)
  • Große Weißnasenmeerkatze (C. nictitans)
  • Kleine Weißnasenmeerkatze (C. petaurista)
  • Kronenmeerkatze (C. pogonias)
  • Preuss-Meerkatze (C. preussi)
  • C. sclateri
  • Gabun-Meerkatze (C. solatus)
  • Wolf-Meerkatze (C. wolfi)

Die Meerkatzen (Cercopithecus) sind eine Gattung der Unterfamilie der Meerkatzenartigen innerhalb der Primatenfamilie der Meerkatzenverwandten. Die Grüne Meerkatze, die Zwergmeerkatze und die Sumpfmeerkatze sind eine jeweils eigene Gattung und werden hier nicht behandelt. Zusammen mit dem Husarenaffen bilden alle oben genannten Arten die Gattungsgruppe Cercopithecini (Meerkatzen im weiteren Sinn). Die Gattung Cercopithecus umfasst rund 20 Arten.

Inhaltsverzeichnis

Etymologie

Der deutsche Name „Meerkatze“ ist seit dem 16. Jahrhundert bekannt. Zur Herkunft dieses ungewöhnlichen Namens gibt es zwei Hypothesen: Zum einen wird vermutet, dass die Tiere ihren Namen daher haben, dass sie Katzen ähneln und über das Meer von Afrika nach Europa gebracht wurden. Andererseits glaubt man, dass sich der Name vom Sanskrit-Wort „markata“, was Affe bedeutet, ableitet. Um die Sache noch komplizierter zu machen, wird im Englischen eine völlig andere Tierart, das Erdmännchen aus der Familie der Mangusten, als „meerkat“ bezeichnet.

Verbreitung

Meerkatzen leben in Afrika südlich der Sahara, ihr Verbreitungsgebiet erstreckt sich von Guinea über den südlichen Sudan bis nach Südafrika.

Beschreibung

Meerkatzen haben einen runden Kopf, einen schlanken Körper, lange hintere Gliedmaßen und einen langen Schwanz. Die Grundfarbe des Fells variiert von gelbgrün über bläulich-grau bis zu rotbraun und schwarz, die meisten Arten haben jedoch Fellzeichnungen im Gesicht, wie einen auffällig gefärbten Backenbart, einen Nasenfleck oder Überaugenstreifen. Meerkatzen erreichen eine Kopfrumpflänge von 32 bis 70 cm und ein Gewicht von bis zu 12 kg.

Lebensweise

Meerkatzen kommen in einer Reihe von Habitaten vor, man findet sie in Regenwäldern, Mangrovenwäldern, aber auch in Savannen. Gänzlich baumlose Gebiete meiden sie jedoch. Sie sind geschickte Kletterer und Springer, kommen jedoch des Öfteren auf den Boden. Im Fall einer Bedrohung und zum Schlafen ziehen sie sich auf Bäume zurück. Meerkatzen sind tagaktiv, am aktivsten sind sie am frühen Morgen und am späteren Nachmittag und Abend.

Meerkatzen leben in Gruppen, die üblicherweise 10 bis 30 Tiere umfassen, gelegentlich aber aus bis zu 200 Individuen bestehen kann. Kleinere Gruppen setzen sich aus einem einzigen geschlechtsreifes Männchen, mehreren Weibchen und deren Nachwuchs zusammen, größere Gruppen auch aus mehreren Männchen. Die meisten männlichen Tiere verlassen nach dem Erwachsenwerden ihre Gruppe, manchmal bilden mehrere dieser Männchen temporäre Wandergruppen. Meerkatzen sind territoriale Tiere, vermeiden jedoch großteils Konflikte mit anderen Gruppen. Manchmal vergesellschaften sie sich mit Mangaben oder Stummelaffen. Meerkatzen kennen eine Vielzahl von Schreien, die andere Gruppen auf das eigene Revier hinweisen sollen, zur Warnung oder zum Finden von Gruppenmitgliedern dienen, aber auch Freude, Schmerz oder Traurigkeit ausdrücken können. Zur Kommunikation verwenden sie auch Grimassen wie das Hochziehen der Augenbrauen oder das Fletschen der Zähne. Meerkatzen begrüßen sich, indem sie ihre Nasen aneinander drücken und pflegen sich oft gegenseitig das Fell.

Zu den natürlichen Feinden der Meerkatzen zählen große Greifvögel und Leoparden, die größte Bedrohung ist jedoch der Mensch (siehe unten).

Nahrung

Meerkatzen sind in erster Linie Pflanzenfresser, die jedoch auch gelegentlich Fleisch zu sich nehmen. Ihre Nahrung besteht aus Früchten, Blättern, Vogeleier, Insekten und kleine Wirbeltiere (wie Küken oder kleine Echsen). Sie verstauen oft gefundene Nahrung in ihren Backentaschen, um sie später in Ruhe verzehren zu können.

Fortpflanzung

Die Geburt von Meerkatzenbabies fällt meist an das Ende der Trockenzeit, sodass die Jungen in der Periode des Nahrungsüberflusses aufwachsen können. In der Regel kommt ein einzelnes Jungtier zur Welt, obwohl Zwillingsgeburten gelegentlich vorkommen. Die Tragzeit beträgt meist rund fünf bis sieben Monate. Meerkatzenjunge werden im zweiten Lebenshalbjahr entwöhnt und erreichen die Geschlechtsreife mit rund vier bis sechs Jahren. Das höchste bekannte Alter einer Meerkatze betrug 33 Jahre, in der freien Wildbahn liegt die Lebenerwartung bei rund 20 Jahren.

Meerkatzen und Menschen

In manchen Regionen sind Meerkatzen unbeliebt, weil sie manchmal bei der Nahrungssuche Felder und Plantagen verwüsten. Auch als Überträger von Krankheiten wie dem Gelbfieber sind sie gefürchtet. Zum anderen sind sie manchmal als Labortiere in Verwendung und spielen mit ihrer Fruchtnahrung eine wichtige Rolle bei der Verbreitung der Samen. Der Verlust ihres Lebensraums durch Umwandlung in Ackerland und Viehweiden stellt heute die Hauptbedrohung der Meerkatzen dar, zu einem geringeren Ausmaß kommt noch die Jagd auf ihr Fleisch hinzu. Die IUCN listet fünf Arten als bedroht und fünf weitere als gefährdet.

Die Arten

Blaumaulmeerkatze

Das zentrale Afrika (Kamerun, Gabun, Demokratische Republik Kongo) ist die Heimat der Blaumaulmeerkatze (Cercopithecus cephus). Sie ist an ihrem weißen Oberlippenstreifen, dem Backenbart und dem braunen Fell zu erkennen.

Brazzameerkatze

Die Brazzameerkatze (C. neglectus) zählt zu den auffällig gefärbteren Meerkatzen. Sie hat ein rotes Stirnband und einen langen weißen Spitzbart, dazu einen ebenfalls weißen Oberlippenbart. Ihre Heimat ist das zentrale Afrika von Kamerun bis Äthiopien und der Demokratischen Republik Kongo.

Diademmeerkatze

Die Diademmeerkatze (C. mitis) ist die weitestverbreitete Meerkatzenart, ihr Verbreitungsgebiet erstreckt sich im ganzen östlichen Afrika von Sudan bis Südafrika. Ihren Namen verdankt sie einem weißen Steifen über den Augen. Mit Ausnahme des weißen Backenbarts ist sie überwiegend graubraun gefärbt.

Dianameerkatze

Die Dianameerkatze (C. diana) bewohnt Westafrika von Sierra Leone bis Ghana. Die Grundfäbrung ist schwarz, die Kehle und die Vorderseite der Arme sind weiß gefärbt, die Hüfte und das Hinterteil orange. Sie gilt als bedroht.

Eulenkopfmeerkatze

In Bambuswäldern im Osten der Demokratischen Republik Kongo lebt die Eulenkopfmeerkatze (C. hamlyni). Sie ist mit einem dichten graugrünen Fell bedeckt, das ihr als Tarnung dient; hervorstechendes Merkmal ist ein weißer senkrechter Nasenstreifen. In Verbindung mit einem waagrechten Überaugenstreifen ergibt das eine auffällige T-förmige Gesichtsmarkierung.

Große Weißnasenmeerkatze

Das Verbreitungsgebiet der Großen Weißnasenmeerkatze (C. nictitans) erstreckt sich von Guinea bis ins Kongobecken. Mit Ausnahme eines weißen Nasenflecks ist ihr Fell einheitlich grau gefärbt. Sie zählt zu den größten Meerkatzenarten.

Kleine Weißnasenmeerkatze

Die Kleine Weißnasenmeerkatze (C. petaurista) lebt in Westafrika von Sierra Leone bis Ghana. Ihr Fell ist rotbraun, die Gliedmaßen sind schwarz gefärbt. Sie hat einen weißen Nasenfleck und Backenbart.

Kronenmeerkatze

Eine weiße Fellzeichnung am Kopf und ein schwarzer Überaugenstrich sind typisch für die Kronenmeerkatze (C. pogonias), die im zentralen Afrika (Nigeria bis Demokratische Republik Kongo) vorkommt.

Monameerkatze

Im westlichen Afrika (von Ghana bis Kamerun) lebt die Monameerkatze (C. mona). Ihr Fell ist an der Oberseite rötlichbraun und an der Unterseite weiß gefärbt; ein dunkler Überaugenstreif und ein heller, buschiger Backenbart ergänzen das bunte Erscheinungsbild. Eine kleine Gruppe dieser Tiere lebt auf der Karibikinsel Grenada, wohin sie von aus Afrika verschleppten Sklaven mitgebracht wurde.

Rotohrmeerkatze

Nigeria und Kamerun sind die Heimat der Rotohr- oder Rotnasenmeerkatze (C. erythrotis), die durch einen weißgelben Backenbart und rote Ohren und Nase gekennzeichnet ist.

Rotschwanzmeerkatze

Die Rotschwanzmeerkatze (C. ascanius) lebt im zentralen und südlichen Teil Afrikas, von Kamerun über Uganda bis Sambia. Sie haben ein schwarzes Gesicht mit einem weißen Backenbart, einem weißlichen Nasenfleck und blauer Haut um die Augen. Der Körper ist braun, die Gliedmaßen schwarzgrau gefärbt. Die Schwanzspitze ist an der Unterseite rot.

Vollbartmeerkatze

Die Vollbartmeerkatze (C. lhoesti) lebt in Uganda, Ruanda, Burundi und dem Osten der Demokratischen Republik Kongo. Sie hat ein schwarzgraues Fell mit weißer Gesichtsbehaarung.

Unbekanntere Meerkatzenarten

  • Die Heimat der Campbellmeerkatze (C. campbelli) ist Westafrika (Senegal bis Ghana). Sie haben ein gelbgrünes Fell, im blauen Gesicht haben sie einen weißgrauen Backenbart.
  • Die Dryasmeerkatze (C. dryas) ist die unbekannteste Meerkatzenart. Sie ähnelt der Dianameerkatze, bewohnt aber nur ein kleines Gebiet in der Demokratischen Republik Kongo. Genaue Daten fehlen, aber auch diese Art dürfte bedroht sein.
  • Ein kleines Gebiet in Gabun ist die Heimat der Gabun-Meerkatze (C. solatus). Neben einem grauen Fell hat sie eine orangebraune Rückenzeichnung und eine gelbe Schwanzspitze.
  • Die Preuss-Meerkatze (C. preussi) ähnelt der Vollbartmeerkatze. Sie ist durch einen weißen Kinnbart im grau gefärbten Fell gekennzeichnet. Ihre Heimat ist Südostnigeria und Kamerun; sie gilt als bedroht.
  • Die Rotbauchmeerkatze (C. erythrogaster) lebt in einem kleinen Gebiet im Süden Nigerias. Wie der Name andeutet, hat sie einen rötlich gefärbten Bauch, dazu einen weißen Nasenfleck und einen weißen Kehlstreifen. Die IUCN listet sie als bedroht.
  • In der Demokratischen Republik Kongo lebt die Wolf-Meerkatze (C. wolfi), die durch ein grünliches Fell und einen weißen Backenbart gekennzeichnet ist.
  • Das südlichen Nigeria ist die Heimat von C. sclateri, die durch eine gelbe Zeichnung am Kopf und eine weiße Kehle gekennzeichnet ist. Auch diese Art ist bedroht.

Weblinks

Bild:Commons-logo.svg WikiCommons: Meerkatzen – Bilder, Videos oder Audiodateien


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