Maujahn-Moor

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Bild:Lage Dannenberg.png

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Lage

Der Maujahn ist ein Kesselmoor, das sich in einer Geländehohlform gebildet hat. Das Gebiet befindet sich gut zwei Kilometer westlich der Stadt Dannenberg (Elbe) im nordöstlichen Niedersachsen. Innerhalb des Naturraumes "Lüneburger Heide" liegt es an dessen äußerstem Ostrand, dem Landschaftsraum "Niederer Drawehn", im Übergang zum Naturraum "Wendland (Altmark)". Vom atlantischen Großklima Niedersachsens ist das Maujahn-Moor durch die Lage an der östlichen Abdachung der saale-eiszeitlichen "Osthannoverschen Endmoräne" (auch als Göhrde-Drawehn-Höhenzug bezeichnet) abgeschattet und subkontinental geprägt. Die Mooroberfläche befindet sich auf ca. 25 m NN, die direkt umgebenden Geesthügel erreichen Höhen über 50 m NN (der höchste Punkt im Hohen Drawehn - der Hohe Mechtin mit 142 m NN - liegt 10 km vom Maujahn entfernt). Bild:Maujahn-Lage.jpg

Beschreibung

Die Geländehohlform entstand vor etwa 7000 Jahren als Effekt des Einsturzes eines durch Grundwassersubrosion abgelaugten Salzstockes im Untergrund, ähnlich der Bullenkuhle. Dank moorstratigrafischer Untersuchungen von LESEMANN (1969) weiß man, dass sich auf der Talsohle zunächst ein Bruchwald mit einer Torfmoosdecke entwickelte. Vor ca. 500 Jahren kam es offenbar zu einem erneuten Einsturz, in dessen Folge sich zwei größere Erdfalltrichter bildeten. Diese Dolinen füllten sich mit Wasser, die Torfmoosdecke schwamm auf und bedeckte die Oberfläche des Sees. Heute hat diese begehbare, geschlossene Schwingrasen-Torf-Schicht eine Mächtigkeit von 2,5 bis 4 m. Darunter befindet sich im östlichen Trichter ein bis zu 16 m tiefer Wasserkörper. Auch oberirdisch zeigt das Gelände das markante Relief eines Erdfalls: Der östliche Moortrichter wird halbkreisförmig von bis zu 15 m aufragenden, bewaldeten Steilhängen eingefasst.

Die rundlich-ovale, mehr oder weniger baumfreie Moorfläche des Osttrichters misst etwa zwei Hektar und ist als "lebendes", also wachsendes Zwischenmoor einzustufen. Sie weist eine hochmoortypische Vegetation auf: Neben verschiedenen Torfmoosen bestimmen Wollgräser den Aspekt; weitere charakteristische Pflanzenarten sind Moosbeere, Rosmarinheide, Glocken- und Besenheide, diverse Seggen, Weißes Schnabelried (Rhynchospora alba) und als Rarität die Blumenbinse (Scheuchzeria palustris).

An der Peripherie hat sich ein Randsumpf gebildet, der von Weidengebüschen und Moorbirken dominiert wird. Der westliche Teil des vernässten Areals besteht im Wesentlichen aus Birken- und Erlenbruchwald (Niedermoor) mit Schilfröhricht und Hochstaudenfluren. Angaben zur Fauna des Gebietes finden sich in der Publikation von TIMM (1983).

Die heutige, nur einige Dezimeter hohe Aufwölbung des Moorkörpers wird – anders als sonst bei Zwischen- oder Übergangsmooren – quasi als Klimaxstadium betrachtet. Eine weitere Entwicklung zu einem "echten" Hochmoor mit einem stark aufgewölbten Moorkörper, der dem Einfluss von Mineralbodenwasser gänzlich entzogen ist und sich nur durch Regenwasser speist, ist nicht zu erwarten. Dies ist neben topographischen Gegebenheiten, insbesondere der Kessellage, auch mit der regional sehr geringen Jahresniederschlagssumme von deutlich unter 600 mm/a zu begründen. Damit unterscheidet sich das Gebiet signifikant von den atlantischen und subatlantischen Hochmooren im westlichen und mittleren Niedersachsen.

Zur Herleitung des Namens "(der) Maujahn" liegen keine Informationen vor. Ein slawischer Wortursprung ist anzunehmen (vgl. Drawehn).

Gefährdung und Schutz

Wie die Mehrzahl der wenigen noch verbliebenen Hoch- und Zwischenmoore Nordwestdeutschlands ist auch dieses durch Entwässerung und Nährstoffeintrag bedroht.

Die Qualität des wertvollen Biotopes wird durch zeitweilige Austrocknung der Mooroberfläche gefährdet, weil dies eine Mineralisation des Torfkörpers und das Aufkommen von Gehölzen (Moorbirken, Erlen, Kiefern, Weiden) begünstigt. Dadurch droht die hoch spezialisierte, nur punktuell vorkommende Moorfauna und –flora verdrängt zu werden. Ursache für den phasenweisen Wassermangel dürfte neben überdurchschnittlich niederschlagsarmen Jahren (z. B. 2003: 435 mm/a in Lüchow) die Entwässerung der Senke über einen Stichgraben (!) nach Südwesten in das Prissersche Bachtal sein.

Auch der diffuse Eintrag von Nährstoffen aus der Landwirtschaft (Abdrift) und durch Luftverschmutzung (Deposition und Mobilisierung von Stickstoff) ist zu beklagen. Dies führt zu einer unnatürlichen Aufdüngung des eigentlich oligo- bis mesotrophen Moores und verändert ebenfalls die Vegetationszusammensetzung. Besucher sollten auf das – ohnehin verbotene – Betreten der sehr empfindlichen Schwingrasen-Moorfläche verzichten!

Wegen seiner regional-landschaftlichen Einzigartigkeit als Biotop und Geotop und seiner Bedeutung als Lebensraum zahlreicher seltener, stenöker Pflanzen- und Tierarten steht der Maujahn unter Naturschutz (NSG-Fläche: 37 ha). Das Areal wurde auch als FFH-Gebiet im Rahmen des Europäischen Schutzgebietskonzeptes "Natura 2000" an die EU-Kommission in Brüssel gemeldet.

Literatur

  • LESEMANN, B. (1969): Pollenanalytische Untersuchungen zur Vegetationsgeschichte des Hannoverschen Wendlandes. - Flora (Abt. B), Morph. Geobot. 158: 480-518.
  • TIMM, T. (1983): Faunistische Charakterisierung und Bewertung des subkontinentalen Maujahn-Moores in NE-Niedersachsen. – Abh. naturwiss. Ver. Hamburg, (NF) 25: 169-186.
  • TÜXEN, R. (1962): Der Maujahn. - Veröff. Geobot. Inst. Zürich 37: 267-301.




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